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Keine Angst vor Partizpation: Das Wohnen der Zukunft

Sebastian Huber

studiert literatur in münchen und schreibt seit 2014 für mucbook.de und mucbook print.

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Sebastian Huber

Immer mehr Menschen wollen Münchner werden und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Die Stadt wächst und genauso geht es vielen wirtschaftsstarken Gegenden. Doch wo sollen all die „Zugroasten“ wohnen? Und vor allem wie? Mögliche Antworten darauf findet man in der aktuellen Ausstellung des Architekturmuseums der TU München in der Pinakothek der Moderne: ‚KEINE ANGST VOR PARTIZIPATION! WOHNEN HEUTE‘.

Von Pflegefällen und Hausbesetzern sprach Christiane Thalgott bei der Vernissage am Mittwochabend. Die ehemalige Stadtbaurätin der Stadt München fand deutliche Worte und erinnerte an die soziale Verantwortung des Wohnungsbaus: „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen und der braucht keine Hilfe.“ Wer körperlich oder ökonomisch benachteiligt ist, sollte im Fokus der Planer und Architekten stehen und Platz in einer Gemeinschaft finden können, die auch ein passendes Dach über dem Kopf braucht. Auch die demografische Entwicklung macht es notwendig, ein neues Wohnen zu denken. Andres Lepik, Direktor des Museums, sprach in dieser Hinsicht von einem ’social turn‘ in der Architektur. Nach dem Motto der Werkbund-Ausstellung 1980, „Gemeinsam statt einsam“, werden in der aktuellen Ausstellung zwölf europäische Wohnentwürfe vorgestellt, die die Gemeinschaft der Bewohner in den Mittelpunkt rücken.

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‚mehr als wohnen‘ Genossenschaft, Hunziker Areal, Zürich 2014/15 , Architekten Futurafrosch, Duplex Architekten, Müller Sigrist, pool Architekten, Miroslav Šik, Foto Ursula Meisser

An den Wänden des Ausstellungsraumes finden sich allgemeine Informationen zu neuen Wohnprojekten – ein How-To zur Gründung eines Wohnprojekts sozusagen. Interessant ist auch das ABC der Partizipation, das das Team von Hilde Strobl im Rahmen der Kuration der Ausstellung erarbeitet hat. Videos zeigen die gelebte Realität in den einzelnen Wohnprojekten, deren ‚hard facts‘ in Steckbriefen zusammengefasst sind und so vergleichbar gemacht wurden. Mit gleich drei Projekten liegt der Fokus der Ausstellung auf München.

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Wohnprojekt Lange Eng, Albertslund, Dänemark 2009, Genossenschaft Bofællesskabet Lange Eng, Architekt Dorte Mandrup, Foto Laura Stamer

Wer sich für das Wohnen der Zukunft und die möglichen Gemeinschaften interessiert, hat bis 12. Juni Zeit, sich zu informieren und inspirieren zu lassen.

 


Infos in aller Kürze:

Was? Ausstellung „Keine Angst vor Partizipation! Wohnen heute!“
Wo? Architekturmuseum der TU München, Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, 80333 München
Wann? Öffnungszeiten: Di. – So. 10.00 – 18.00 Uhr, Do. 10.00 – 20.00 Uhr
Mehr Infos unter architekturmuseum.de

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