Boazn
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„Hinter Milchglas und Gardinen“: Ein Dokufilm über die letzten Boazn Giesings

Die Sechzger sind wieder in Giesing. Alles beim Alten könnte man also meinen. Doch der Schein trügt: Boazn und Stüberl, die früher das Giesinger Stadtbild prägten, sind heute eine vom Aussterben bedrohte Art. Johannes Boos hat sich in seinem Dokumentarfilm „Hinter Milchglas und Gardinen“ dem Thema angenommen. Dabei lässt er Wissenschaftler, Gäste und Wirte zu Wort kommen – und wir lassen ihn zu Wort kommen.

Mucbook: Woher kommt der Name deines Films?

Johannes Boos: Boazn und Stüberl sind für viele Stammgäste so etwas, wie das zweite, für manche sogar das erste, Wohnzimmer. Es gehört zum Charakter eines solchen Wohnzimmers, dass es von außen nicht oder nur schwer einsehbar ist: Es versteckt sich im wahrsten Sinne des Wortes „Hinter Milchglas und Gardinen“.

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Schönstüberl © Johannes Boos

Was ist neu an deinem Film?

Es gibt keine Dokumentation, die den Aspekt „Boazn in München“ – erst recht in Giesing – auch wissenschaftlich beleuchtet. Für den Film konnte ich unter anderem den Bremer Soziologen Thomas Krämer-Badoni gewinnen, der in den 1970er Jahren das Standardwerk zum Thema „Kneipenforschung“ geschrieben hat. Der Film ist eine von ganz wenigen Dokus, in welchen dieser renommierte Wissenschaftler überhaupt im Interview zu sehen ist.

Wie viel Zeit hast du in dein Projekt investiert?

Ich war seit September 2016 in Boazn und Stüberl in Giesing unterwegs, um jedes Giesinger Stüberl in in den Film einzubringen. In Stunden oder Arbeitstagen kann ich aber leider keine Angaben machen – ich habe hier nicht Buch geführt.

Premiere im Giesinger Bahnhof

Wo kann man deinen Film sehen?

Der Film hat am Donnerstag, 21. September, um 19.00 Uhr im Giesinger Bahnhof Premiere. Die ist bereits ausgebucht. Restkarten gibt es allenfalls an der Abendkasse, falls reservierte Tickets nicht abgeholt werden. Es gibt für alle Interessierten aber eine zweite Vorstellung, am gleichen Tag um 20.45 Uhr. Für die gibt es noch Karten.

Wer unterstützt dich?

Boazn

Maibaumstüberl © Johannes Boos

Ich habe den Film alleine gedreht und geschnitten. Unterstützung kam aber natürlich von Seiten der Wirte. Die allermeisten haben das Projekt sehr wohlwollend unterstützt. Ohne diesen Support wäre das Projekt nicht möglich gewesen.

Was machst du, wenn du nicht an deinen Projekten arbeitest?

Beruflich arbeite ich in der Kommunikationsbranche, bin aber kein professioneller Filmemacher. Das Projekt „Hinter Milchglas und Gardinen“ ist sozusagen eine Herzensangelegenheit. Außerdem fotografiere ich gerne. Meine Giesing-Fotos sind auf meinem Instagram-Kanal zu sehen.

Was liebst du an Giesing besonders?

Ich mag die Vielfalt Giesings, die sich hier in so vielen Belangen widerspiegelt: Bei den Bewohnern, der Architektur, der Gastronomie und den kleinen, inhabergeführten Geschäften, die es hier noch gibt. Das ist in München leider nicht mehr in allen Stadtbezirken der Fall.

Ein Song, der deinen Film ergänzt?

In vielen Boazn und Stüberl in Giesing läuft „Radio Arabella“ – wenn man so will ist der „Arabella-Sound“ der Soundtrack zum Film.

Deine Infos im Netz?

Infos zum Film gibt’s unter auf meinem Blog.  Auf meinem Instagram-Kanal kann man meine Fotos aus Giesing finden.


Beitragsbild: Fasanenstüberl © Johannes Boos

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