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Bahnwärter Thiel startet wieder: Ab sofort jedes Wochenende Clubbetrieb!

Anna-Elena Knerich

Anna-Elena Knerich

ist francophil und Europtimistin. Denkt (zu) viel und schreibt deshalb. Am liebsten über Kultur, die Helden des Alltags und das Thema mit dem "Zuhause".
Anna-Elena Knerich

Bagger rollen über das triste Gelände und die eingerissenen Graffitiwände verdeutlichen auf brutale Weise, dass es von nun an endgültig vorbei ist mit gemütlichen Biergartenabenden und Open Air-Kino auf dem Viehhof. Die einzige gute Nachricht: Der Bahnwärter Thiel hat den Abriss überlebt.

Neuer Bahnwärter Thiel startet Regelbetrieb

Ein Stück weiter südlich, bei der ehemaligen Rampenanlage, wurde der Bahnwaggon neu aufgebaut. Dort wird es von heute an wieder jeden Freitag und Samstag Clubveranstaltungen geben. Der große Auftakt ist heute Abend mit einem Kollektiv aus Finsterwalde, morgen gibt es dann mit Ritter Butzke Besuch aus Berlin.

„Wir haben das Programm für die nächsten Wochen schon geplant. Zunächst läuft der regelmäßige Clubbetrieb wieder an“, sagt Rachel Backes vom Bahnwärter-Team. Peu à peu sollen dann auch wieder Kulturveranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen aufgenommen werden.

Ohne Baugenehmigung keine Gaststättenerlaubnis

Offiziell hat der Bahnwärter noch keine Baugenehmigung für seinen neuen Standort. „Aktuell werden noch alle Unterlagen des Bauantrags geprüft“, teilte ein Sprecher der Lokalbaukommission mit.

Ein Datum für die Genehmigung sei noch nicht in Sicht, und dadurch auch keine unbefristete Gaststättenerlaubnis. Doch da der Club eng mit der Lokalbaukommission und dem KVR zusammenarbeitet, hat letzteres diese ersten Veranstaltungen genehmigt.

„Die Baustelle bricht uns allen das Herz“

Die Bauarbeiten am Viehhof hätten indes keine Auswirkungen auf den neuen Bahnwärter, sagt Rachel Backes. Es tue trotzdem weh, daran vorbeizulaufen: „Die Baustelle auf dem Viehhof bricht uns allen echt das Herz.“

Kreativkosmos mit Kino, Theater, Ateliers und Proberäumen

Während der Viehhof auf den ersten Blick eine brache Tristesse ist, träumt Veranstalter Daniel Hahn laut SZ von einem „Gelände mit einer Mischung aus Arbeitsplätzen, Werkstätten und kulturellem Treffpunkt“. Bis zu 50 Projekte will er die nächsten fünf Jahre hier umsetzen – für diesen Zeitraum hat Daniel Hahn mit dem Kommunalreferat einen Mietvertrag ausgehandelt.

Waggons, Container und ein Bahnwärterhaus

Dass die Baugenehmigung auf sich warten lässt, hält das fleißige Team aber nicht vom Aufbau dieses Kreativkosmos ab: Überall sind junge Leute am Werkeln, Aufbauen und Sprühen. Die bunten Container von letztem Jahr ragen auch jetzt wieder in den Himmel – ganz neu haben sie einen alten U-Bahn-Waggon, der gerade umgebaut wird. Bald soll auch noch ein echtes altes Bahnwärterhaus dazukommen.

All diese Räume sollen dem Plan nach nicht nur für Kulturveranstaltungen (inklusive Kino und Theater) genutzt werden, sondern auch als Ateliers oder Bandproberäume.

Bis es soweit ist, wird es wohl noch dauern. Doch bis dahin gibt es nun endlich wieder regelmäßige Veranstaltungen.


Fotos: Anna-Elena Knerich

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