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45 Brezn nach Ladenschluss – Was ist dieses Foodsaving?

Lebensmittelverschwendung ist eine schlimme Erscheinung unserer Gesellschaft. Nicht nur die privaten Haushalte, sondern auch und vor allem die Supermärkte werfen unglaubliche Mengen an Essen weg. Etwa 20 Millionen Tonnen sollen es allein in Deutschland jährlich sein. Einen kleinen Beitrag gegen diese Verschwendung möchte die Foodsaver-Gemeinde leisten.

Ein Foodsaver – was ist das überhaupt?

Der eine oder andere hat vielleicht schonmal von Foodsharing oder Foodsaven gehört.

Foodsharing ist, wenn Privatpersonen untereinander sogenannte Essenskörbe anbieten oder abholen. Sei es, weil sie zu viel haben oder weil sie in den Urlaub fahren. Damit wird Lebensmittelverschwendung in Privathaushalten vermieden.

Foodsaving ist, wenn Leute zu Supermärkten, Bäckereien oder anderen Läden gehen und dort Lebensmittel abholen, die sonst weggeschmissen würden. Weil das für die Supermärkte und Bäckereien günstiger ist, als sie zu spenden.

Warum machen sie das?

Die Lebensmittel, die man abholt, sind kostenlos. Darum geht es aber nicht in erster Linie beim Foodsaven oder Foodsharen. Es geht viel mehr darum, die Berge an Lebensmitteln, die sonst entsorgt werden, vor der Müllkippe zu retten und sie Leuten zu geben, die sie gebrauchen oder weitergeben können.

Die oberste Priorität und auch der Grund, warum die Initiative gegründet wurde, ist also die massive Lebensmittelverschwendung einzudämmen und damit Umwelt und Ressourcen zu schonen.

Dabei kann es natürlich auch vorkommen, dass man plötzlich fünf Kilo Brot oder zwanzig Krapfen bekommt – dann kann man das Essen im Bekanntenkreis oder unter Bedürftigen verteilen. So kann man nicht nur sich selbst, sondern auch anderen eine Freude machen.

Und wie geht das?

Erstmal muss man sich auf der Website der Foodsharer anmelden. Das geht ganz einfach und nach der Anmeldung kann man sein Viertel bzw. seine Stadt auswählen. Man kann auf einer Karte sehen, wo andere Foodsharer Essenskörbe anbieten, sich dafür melden und selbst los-sharen.

Wenn du gerne Foodsaver werden möchtest, kannst du ein Quiz machen, um zu überprüfen, ob du dich mit den Werten der Gemeinde auskennst und anschließend für E-Mails registrieren – wenn du dich auf eine dieser Mails meldest, kannst du einen Termin fürs Foodsaven ergattern und die Lebensmittel zu einem verabredeten Zeitpunkt abholen.

Wenn du dreimal erfolgreich diese sogenannten Einführungsabholungen absolviert hast, bekommst du deinen Foodsaver-Ausweis. Mit diesem Ausweis kannst du in den Läden deiner Wahl Abholer*in werden und dort Essen retten.

Es ist allerdings ein offizieller Verein: man wird dort Mitglied und es gibt strenge Richtlinien, an die man sich halten muss. Man muss zum Beispiel pünktlich sein, um die Gemeinde gut zu repräsentieren und um sicher zu gehen, dass die Lebensmittel wirklich gerettet werden können.

Das muss sein, denn nur so können die Betriebe und die Foodsaver gut zusammenarbeiten und die positiven Kontakte zu den Läden gepflegt werden, die die übrigen Lebensmittel zur Verfügung stellen.

Bringt das was?

Ja klar! Was 2012 als eine kleine Initiative in Berlin begann, ist heute ein internationales Netzwerk, das schon über 21 Millionen Kilo an Lebensmitteln vor der Tonne gerettet hat.

Jedes bisschen hilft, also worauf wartest du noch? Meld dich an und werde Lebensmittelretter.


Beiragsbild: © Bhaumik Kaji on Unsplash

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