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Ab 29. November in der Cinematographer’s Gallery: AQUARIUM von Florian Strandl

HFF München

Die HFF München wurde 1966 gegründet und bildet die Filmtalente von Morgen aus. Seit 2011 ist sie inmitten des Münchner Kunstareals am Bernd-Eichinger-Platz untergebracht. Hier können alle Studiengänge unter einem Dach vereint werden: Kino- und Fernsehfilm, Dokumentarfilm & Fernsehpublizistik, Produktion & Medienwirtschaft, Kamera und Drehbuch. An der HFF München haben u.a. Maren Ade, Caroline Link, Florian Henckel von Donnersmarck und Wim Wenders studiert.
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Cholerischer Chef? Die Kollegin wälzt die ganze Arbeit auf einen ab oder der Deal mit einem Kunden ist geplatzt?

Eines von den drei Sachen ist bestimmt jedem von uns schon mindestens einmal passiert. Allein der Gedanke daran bei der morgendlichen Ubahn-Fahrt zur Arbeit ist ein Graus.

HFF-Kameraprofessor Tom Fährmann über Florian Strandls Ausstellung AQUARIUM:

Florian Strandl brach mit seinem besten Freund auf, um die Alpen zu Fuß zu überqueren, von Hütte zu Hütte, schweigsam, jeden Tag kontinuierlich ein Stück weiter. Und plötzlich waren sie raus aus all dem Trubel, dem Gehetze, der Hyperaktivität, die eine Großstadt heute ausmacht.

In der absoluten Einsamkeit, der Natur ausgesetzt inmitten eines mächtigen Bergpanoramas, ganz auf sich zurückgeworfen, ohne Handy, ohne 1000 Termine und ohne ein Dauerfeuer aus dem Mail-Programm waren die beiden plötzlich ganz auf sich selbst zurückgeworfen. Die ruhige Abfolge ihrer Schritte, der eigene Herzschlag, das gleichmäßige Atmen; der simple Rhythmus des Lebens bestimmte hier ihr Dasein.

Und dann sitzt man plötzlich – Wochen später – auf dem Weg zurück in einer S-Bahn, deren Mitreisende zu größter Sorge Anlass geben: Sehen diese Menschen nicht extrem erschöpft aus? Warum haben die meisten dieser Menschen so eine fürchterliche Leere in ihrem Blick? Wieso sind nahezu alle so schlecht gelaunt?

Während man gemeinhin annimmt, ein Kulturschock ereile einen, wenn man auf eine fremde Kultur trifft, weil so vieles, was man gewohnt ist, dort plötzlich ganz anders ist, kennt die Anthropologie auch den reverse culture shock, der die Irritation beschreibt, die bei der Rückkehr aus einer anderen Welt in die eigene entstehen kann. Und genau dieser reverse culture shock erwischte Florian Strandl, als er auf der Rückreise aus der Einsamkeit der Berge zurück nach München kam.

In der Regel assimiliert der Einzelne dann doch relativ schnell wieder an die heimatliche Situation, doch Florian Strandl hat beharrlich versucht, der durchaus verstörenden Erfahrung nachzuspüren und sie kreativ zu nutzen. Als Kameramann hat er diesen Gefühlen einen bildhaften Ausdruck verliehen und so entstand im Laufe von eineinhalb Jahren ein Fotoprojekt, das das Entsetzen über die Gemütslage der Heimatstadt eindrucksvoll formuliert.

Dabei hat er die aquarienhafte Situation des U-Bahnfensters geschickt genutzt, um seine innere Distanz zu diesem Leben ästhetisch erfahrbar werden zu lassen. Eine Strategie, die herausragend funktioniert hat.

Ab 29.11. in der Cinematographer’s Gallery

Du kannst dich in der Cinematographer’s Gallery ab dem 29.11. selber davon überzeugen. Hier ist schon mal eine kleine Vorschau:


In aller Kürze:

Was? Fotografie-Ausstellung AQUARIUM von Florian Strandl, initiiert vom Lehrstuhlinhaber der HFF-Abteilung Kamera, Professor Tom Fährmann. 

Wo? HFF München | 4 OG | Eintritt frei

Wann? Vernissage AQUARIUM am 29. November 2018 um 17 Uhr

 Ausstellung 29. November bis 22. Februar 2019 | Mo bis Do 9-18 Uhr & Fr 9-16 Uhr


Beitragsbild: © Florian Strandl

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