Anzeige, Sponsored by Lenbachhaus

„Alle haben gesagt, ihr Lieblingsort ist der Garten”: Wie sich das Lenbachhaus im Sommer neu erfindet

Lenbachhaus und Kunstbau München

Kein Eintritt und viele neue Formate: Das Lenbachhaus öffnet seinen Garten völlig neu und bespielt auch den Platz vor dem Museum. Unter dem Motto “BUNTES GARTEN CIAO” wird es im Sommer heiter, anregend, schattig, sportlich, lustig, weird und queer.

Unser erster Gedanke: Moment, Bundesgartenschau? Fast. Aber eben nur fast. Mit einem Augenzwinkern nennt das Lenbachhaus sein neues Sommerprogramm „Buntes Garten Ciao“ – und bringt damit auf den Punkt, worum es diesen Sommer geht: raus aus den Museumsräumen, rein in den Garten, auf den Vorplatz, hallo Stadt. „Das ‚Ciao‘ ist aus dem Italienischen entlehnt – dazu haben die Münchner*innen ja eine spezielle Beziehung“, erklärt Samira Yildirim – seit einem Jahr Kuratorin für Diskurs und Outreach im Münchner Lenbachhaus. „Es ist aber auch einfach ein bisschen Gaga und sollte nicht zu ernst klingen“.

Sie hat das Programm initiiert – aus einer ziemlich einfachen Beobachtung heraus: „Ich habe mit ganz vielen Kolleg*innen gesprochen – und wirklich alle haben gesagt, ihr Lieblingsort ist der Garten.“ Ein Ort, der zwar schon immer kostenlos zugänglich war, aber bislang eher als ruhige Oase von Eingeweihten genutzt wurde. Jetzt wird er zum Schauplatz eines vielfältigen Sommerprogramms.

Ein idyllischer Garten mit Potenzial – und ein Vorplatz mit Nachholbedarf

Wer das Haus kennt, kennt auch den Kontrast: im Innenhof der grüne, fast versteckte Garten – vorne eine eher karge Fläche zum Königsplatz hin. Genau da setzt das Projekt an.

„Der Garten ist total gepflegt, ein schöner Rückzugsort. Und vorne hat man eine betonierte Fläche ohne Schatten, ohne Sitzplätze. Das fand ich irgendwie komisch“, sagt Yildirim. Die Lösung: beide Räume neu denken.

Bild: Jeppe Hein, Space in Action / Action in Space, 2002/21, Lenbachhaus, erworben mit Unterstützung der Jubiläums-Stiftung der Deutsche Bank AG Filiale München. Foto: Simone Gänsheimer, Lenbachhaus

Im Garten passiert nun ab Ende April Programm – Performances, Lesungen, Workshops, Filme, Tanz und vieles mehr. Und auch der Vorplatz wird Stück für Stück umgebaut: mit einem interaktiven Brunnen aus der Sammlung und sogenannten „Wasserbänken“, die Regenwasser speichern und Pflanzen automatisch bewässern. Ein innovativer Entwurf vom Verein „Freiraumviertel“, das in den vergangenen Jahren zum Beispiel schon die Parklets im Hauptbahnhofviertel gestaltete.

Bild: © Freiraumviertel

Kein kompletter Umbau, aber ein Aufbruch. „Vielleicht ist es dann noch keine grüne Oase vor dem Eingang – aber ein Schritt in die richtige Richtung.“

Kunst trifft Klima, Aktivismus und queere Perspektiven

Inhaltlich ist „Buntes Garten Ciao“ offen, aber nicht beliebig. Zwei große Linien ziehen sich durch das Programm: Natur und Klima – sowie Fragen von Diversität, Queerness und gesellschaftlichem Zusammenleben.

Ein Beispiel: Eine Ausstellung im Lenbachhaus mit Landschaftsbildern aus dem 19. Jahrhundert inspirierte ein Münchner Klimanetzwerk zu Interventionen im Museum. Wird es die schönen Landschaften, die in Ölgemälden verewigt sind und in Museen hängen, in naher Zukunft noch in der Form geben? Die Idee: Was damals existierte und heute verschwindet, weiterdenken – 100 Jahre in die Zukunft. Hier trifft Aktivismus auf Kunst – und auf Fragen von Landschaftspflege und Stadtentwicklung.

Bild: Johann Georg von Dillis, Isar mit Praterinsel, undatiert, Pappe, 18,2 cm x 24,7 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

„Mich hat interessiert: Was heißt es eigentlich, Programm draußen zu machen?“, sagt Samira. Die Antwort ist offen, manchmal auch verspielt: „Es darf bunt sein, queer, vielleicht auch ein bisschen verrückt.“

Ein Angebot für alle

Klar, der Garten wird im Sommer sowieso genutzt – für Mittagspausen, zum Lesen, zum Rumhängen. Das soll auch so bleiben. Aber nun wird er auch mit Inhalten gefüllt, die im besten Fall anregend sind – oder zumindest irritieren. Niedrigschwellig bleibt es trotzdem: Alle Veranstaltungen sind kostenlos. „Der öffentliche Raum ist so durchkommerzialisiert – da war mir wichtig, dass es einfach ein Angebot für alle ist.“

Die Erde als „Liebhaberin“

Das Programm lebt von Kooperationen – viele davon neu, einige schon länger gewachsen. Insgesamt sind über ein Dutzend Partner*innen beteiligt, von lokalen Initiativen bis zu internationalen Kollektiven.

Ein Highlight für Samira selbst: der Besuch von Annie Sprinkle und Beth Stephens, Ikonen der feministischen und queeren Kunst. Ihr Ansatz: „ökosexuell“ – die Erde als Liebhaberin begreifen. Klingt erstmal schräg, ist aber genau so gemeint: spielerisch, radikal, liebevoll. Neben einer Filmvorführung in Kooperation mit der HFF gibt es auch ein performatives Wanderritual im Garten. Teilnehmer*innen erkunden „25 Wege, mit der Erde zu schlafen“ – so die Künstlerinnen.

Bild: © Elizabeth Stephens & Annie Sprinkle

Im Juni, passend zum Pride Month, folgen queere Kurzfilme (Schwerpunkt: Blumen und Pflanzen) sowie ein partizipatives Tanzprojekt: Kreistänze aus verschiedenen Kulturen – neu gedacht, offen für alle. Bequeme Tanzschuhe mitnehmen ausdrücklich erwünscht.

Für alle – und vielleicht für ein paar neue

Ob das Ganze neue Zielgruppen erreicht? „Natürlich hoffe ich das“, sagt Yildirim. „Aber am Ende wünsche ich mir einfach Leute, die Lust haben, sich darauf einzulassen.“

Und selbst wer nur zufällig vorbeikommt – etwa auf dem Weg über den Königsplatz – wird Teil des Ganzen. „Das finde ich eigentlich das Schönste: dass man draußen auch Menschen erreicht, die gar nicht geplant hatten, ins Museum zu gehen.“

Auftakt mit Tarot und Karaoke am 23.04.

Zur Eröffnung am 23. April um 18 Uhr wird das Ganze direkt erlebbar: Im Garten startet „Buntes Garten Ciao“ mit einer Mischung aus Ritual und lockerem Zusammenkommen. Bei einer kollektiven Tarot-Session geht es um Zukunftsfragen des Zusammenlebens – um Science Fiction, Cyberfeminismus, Klimakrise und interplanetare Technologien. Danach wird es musikalisch: Beim Welcome-Karaoke ist jeder eingeladen mitzusingen – gerne auch im Duo. Um die Stimmen etwas zu ölen, stehen Freigetränke bereit. Kuratorin Samira Yildirim stellt außerdem eingangs das kommende Programm vor. Anmeldung braucht es keine.

In aller Kürze:

Was?BUNTES GARTEN CIAO” – Sommerprogramm des Lenbachhauses;

Eröffnung: 23. April, 18 bis 22 Uhr

Wann? 24. April bis 30. August

Wo? Lenbachhaus im Garten und am Vorplatz, Luisenstraße 33, 80333 München

Beitragsbild: © Lenbachhaus, Grafik: Julia Praschma