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Asche zu Farbgut: Augsburg gibt Gas im Gaswerk

Asche zu Farbgut

Vom 15. bis 18. September 2016 wird das gesamte Gelände des Augsburger Gaswerks in einen großflächigen Kunstraum verwandelt, in dem eine Vielzahl an Ausstellungen, Installationen, Performances und Konzerten stattfinden.
www.aschezufarbgut.de
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Das stillgelegte Gaswerk-Areal in Augsburg wird neu belebt, und zwar richtig. Zum hundertjährigen Bestehen am Wochenende vom 15. bis 18. September verwandelt sich das gesamte Gelände in ein riesiges Kunst-Festival mit dem klingenden Namen Asche zu Farbgut. Doch das soll erst der Startschuss sein: Die Stadtwerke Augsburg (swa) wollen nämlich das Areal gemeinsam mit der Stadt Augsburg in den kommenden Jahren zu einem Ort für Kunst und Kreativität entwickeln – denn ein „Deutsches Manchester“, wie Augsburg im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert genannt wurde, ist die Stadt schon lange nicht mehr.

„Das Festival ermöglicht einen Ausblick darauf, was mit der zukünftigen Verwandlung des alten Industriegeländes zu einem Kreativ-Areal entstehen und verwirklicht werden kann.“

Das sagt Jürgen Fergg, Sprecher der swa, die für das Festival verantwortlich sind, in Zusammenarbeit mit fünf Augsburger Kulturinstitutionen:

orangerieIm Kühlergebäude lassen wir mit Licht-Installationen, grafischen Werken, virtuosen Klängen und einer einladenden Bar den bewährten Orangerie-Charme entstehen. Handverlesene Medienkunstwerke können die Besucher in den Räumen der alten Schlosserei bestaunen und den kleinen Scheibengasbehälter beleben wir mit experimenteller Performance-Kunst. Daneben gibt es vereinzelt künstlerische Interventionen an spontanen Uhrzeiten und Orten auf dem Gelände. In der Mitte des großen Gaswerk-Areals gestalten wir auf dem Außengelände das Festival-Zentrum.

3840Die Künstlergruppe 38/40 aus dem Kulturpark West profiliert sich vor allem durch immaterielle, momentbezogene Darbietungen. Anna Winter z.B. zeigt eine Trapezperformance im Gaskessel, Kathrin Knöpfle ihren Ausdruckstanz Kobané – Zustand 2. Wer schon immer selbst Sujet eines modernen Kunstwerks werden wollte, hat als Besucher die Chance, sich im Oevre von Christian Dolleschel zu verewigen. Unter dem Motto Eine Minute für die Kunst wird er titelgetreu sekundenschnelle Portraitskizzen vom Publikum anfertigen und daraus eine Collage gestalten. Des Weiteren zeigt die Künstlergruppe Rauminstallationen sowie Live-Musik.

inyourfaceIN YOUR FACE ist eine private Initiative zur Förderung junger, urbaner Kunst, die eine Plattform für junge Kunst jeder Couleur schaffen möchte. Ob Fotografie, Malerei, Grafik oder Graffiti, Streetart, Bildhauerei, digitale Kunst oder Musik – alle Ausdrucksformen sind vertreten und werden einem breiten Publikum vorgestellt.

cityclub

Im Rahmen der Veranstaltungen rund um das hundertjährige Jubiläum des Gaskessels und dem dazugehörigen „Asche zu Farbgut – Festival“ wird der City Club die Aftershow-Partys am 16. und 17. September organisieren und dafür den Scheibengasbehälter neu gestalten. Bars, Bühne, Dj-Pult und Garderobe werden gebaut, das Innenleben des Gebäudes neu gestaltet. Auf dem Außengelände wird durch Essensstände, überdachte Sitzgelegenheiten, originelle Gestaltung und Beleuchtung eine entspannte Atmosphäre zum Verweilen, Ruhen und Zusammensein geschaffen.

diebuntenDie Kunst erobert den Raum – beispielhaft für die kreativorientierte Neugestaltung des alten Industriegeländes zeigen Sebastian Giussani und Daniel Man vom Verein Die Bunten e.V. spielerisch, wie Kunst den Raum durchsetzen kann. Irgendwo zwischen Rauminstallation und Aktionskunst laden die beiden Augsburger Künstler mit ihrem interaktiven Werk Wollfront die Besucher ein, selbst mit Wollknäulen auf Stacheldraht zu schießen und es so weiterzuführen.

Das Musikangebot ist riesig an dem Wochenende. Hier trotzdem drei kleine Beispiele, was euch dort erwartet:

egopusherGegensätze stehen im Zentrum von EGOPUSHER, dieser kongenialen Verschmelzung von mürrischer, poetischer Geige und dem erdigen, wuchtigen Charakter des Schlagzeugs. Oder ist es genau umgekehrt? Vermutlich ist diese Musik deshalb so unmöglich einzuordnen, weil sie sämtliche auf ihre Instrumente bezogene Klischees in den Hintern tritt und uns das liefern, wovor wir uns fürchten: Das Rätselhafte, das Geheimnisvolle, das Hermetische.

 

 

Press-Foto-Dot-2Produzent DOT arbeitet aber schon länger auch an instrumentalen Projekte, die sich sehen lassen können. 2014 veröffentlichte er mit „Alice“ sein gefeiertes Debüt-Album, das umgehend ausverkauft war. Ein jahr später schob der Beat-Tüftler sein zweites Solo-Release hinterher. „Erratica“ heißt die Scheibe und erschien im Juli 2015 ebenfalls auf AnetteRecords (Berlin). Der Sound – stabil und progressiv. Harte Drums, entspannte, jazzige Klänge, aber auch mal ein staubiger Synthiesound oder zerhackte Samples. Live entsteht das Ganze auf der Bühne und klingt dabei ziemlich gut: In das Set reihen sich Songs des vorangehenden Albums, wie auch noch unveröffentlichte Tracks und Remixe.

 

image2CATS & BREAKKIES haben sich 2013 gegründet. Nach einigen Konzerten in ganz Deutschland hat das Sextett seine erste EP „Organic Electro“ im Berliner Traumton-Studio aufgenommen und sich seither in der Berliner Clubszene etabliert. Wenn man das mit Labels formulieren wollte, klänge das etwa so: Spezielle Musik, irgendwo zwischen Electro, House, Techno und Jazz.

Aber das ist nur eine klitzekleine Auswahl vom gesamten Programm. 17 Musiker, DJs und Klangkünstler*innen performen über das ganze Wochenende verteilt. Dazu kommen eine Vielzahl an visuellen Künstler*innen und Performer*innen. Das komplette Programm gibt es hier.


Damit ihr dabei den Überblick nicht verliert – So sieht das gesamte Areal von oben aus:

1 Ofenhaus
Die Bunten — Installation
Orangerie — Medienkunst

2 Schwabenwand
Die Bunten — „Maler am Werk“

3 Kleiner Scheibengasbehälter
Orangerie und 38/40 — Performance

4 Schlosserei
Orangerie — Medienkunst

5 Festival-Zentrum
Orangerie — Gestaltung, Aussengelände, Konzertbühne
CityClub — Essen und Trinken
In your Face — Essen

6 Reinigergebäude
38/40 — Ausstellung
In your Face — Urban Art Ausstellung

7 Gaskessel
38/40 — Performance

8 Klubkeller
CityClub — Konzerte, Aftershow-Party und Theater

9 Apparatehaus
38/40 — Ausstellung

10 Kühlergebäude
Orangerie — Medienkunst, Grafik, Bar und Bühne

11 Museum
Gaswerksfreunde — Historische Ausstellung

Anfahrt

Die Veranstalter haben sich sogar für die Anfahrt zum Festival etwas spezielles überlegt: Die Fahrradliebhaber von der BikeKitchen Augsburg zeigen euch nämlich den Weg und fahren mit euch gemeinsam hin. Eine halbe Stunde vor Abfahrt treffen sich alle Mitfahrer am Rathausplatz. Von dort aus startet die Bikekitchen-Radltram zum Gaswerksgelände zu diesen Zeiten:

Donnerstag: 16:30 | Freitag/Samstag:  14:30 & 20:00 | Sonntag: 10:30 & 14:30

Wer lieber selber hinfahren möchte, kriegt hier alle nötigen Anfahrtsbeschreibungen (die Adresse ist: August-Wessels-Straße 30, 86156 Augsburg-Oberhausen).

Öffnungszeiten

Das Gelände ist an den Festivaltagen wie folgt geöffnet:
Donnerstag: 17-05 Uhr
Freitag & Samstag: 15- 05 uhr
Sonntag: 11 – 20 Uhr

Das ist aber noch nicht alles!

Das Festival wird umrahmt von zwei speziellen Events:

  • Zum Start kommen Jazzmusiker von Weltrang, mit Uri Caine und Theo Bleckmann, am 11. September.
  • Den Abschluss bildet der Elektronik-Künstler Schiller, der mit der „Klangwelten“-Show am 20. Oktober eine exklusive Reise durch sein musikalisches Schaffen präsentiert.

Fotos: Thomas Hosemann

1Comment
  • Bernd
    Posted at 16:08h, 06 September

    Danke MUCBOOK für die ganzen Informationen.
    Ein wunderbares Industrie-Ensemble … dieses Gaswerk!
    Ich freu mich auf das Kunst-Festival und alle Aktionen der Künstlerinnen und Künstler…lassen wir uns überraschen!
    Bernd

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