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Auf Banksys Spuren: Street Art im Schlachthofviertel

Thomas Schex

Thomas bloggt auf WHAT THE MUC und wirft einen Blick zwischen die Zeilen der Stadt: Auf das Leben zwischen Sendling und Subkultur, zwischen Gentrifizierung und Garage-Bands, zwischen Radlhauptstadt und ständig reservierten Cafétischen. Also eigentlich alles, wofür man München lieben oder hassen kann. Mehr davon unter whatthemuc.wordpress.com.
Thomas Schex

München war einmal Hauptstadt des Graffiti. Kaum zu glauben, denn längst haben Städte wie Hamburg oder Berlin uns diesen Rang abgelaufen. Wer durch München läuft, sieht jetzt sehr viele, sehr ordentlich verputzte Fassaden. Wer aber etwas genauer hinsieht, entdeckt auch heute eine Street-Art-Szene, die sehenswerte Werke hinterlässt.

Graffiti an der Tumblingerstraße

Ein Eldorado für Sprayer scheint das Schlachthofviertel zu sein. Unübersehbar die Ziegelmauern an der Tumblingerstraße, die legal besprayt werden dürfen und immer wieder in neuem Angesicht erstrahlen.

Selten legal, aber geduldet

Aber auch wer mit offenen Augen durch die Straßen im Dreimühlenviertel streift, entdeckt an fast jeder Ecke kleine Schablonen-Graffitis, sogenannte Stencils. Selten legal, aber zum Teil von Hausbesitzern geduldet, fristen sie meist einige Wochen lang unbeschadet ihr Dasein. Besonders häufig: Motive im Stile Banksys, der es mit seinen politischen Graffitis längst in die renommierten Museen geschafft hat.

Per Smartphone zu den schönsten Kunstwerken

Wer ein Smartphone und Ansätze zum Nerd besitzt, kann sich per GPS zu den kleinen Kunstwerken führen lassen. Geocaching nennt sich diese moderne Form der Schnitzeljagd. Der Geocache Banksy II wird regelmäßig aktualisiert und führt auf einer abwechslungsreichen Route zu den schönsten Street-Art-Kleinoden im Schlachthofviertel.

PestalozzistraßeAm SchlachthofIm SchlachthofviertelAm Roecklplatz

Street Art als Botschaft

Das ist vielleicht auch das Reizvolle an Graffitis: Genau hinzuschauen, die kleinen Katzen, Figuren und anderen Kunstwerke zwischen all dem öden Gekritzel zu finden, den Blick für ein Viertel, seine Häuser und Straßen zu schärfen. Und zu realisieren, dass das Stadtbild nicht nur von jenen bestimmt wird, denen mustergültig renovierte Fassaden gehören. Sondern dass es auch andere Menschen gibt, die ihrem Viertel einen Stempel und ihre Sichtweise aufdrücken – in Form von Graffitis.

Dabei machen sie sich fremdes Eigentum zunutze, kapern Hauswände für ihre Botschaft. Das wird immer für Konflikte sorgen. Andererseits gibt es kaum Freiräume für Street Art in München, obwohl die Szene da wäre und auch interessiertes Publikum. Doch die Stadt hat die Zeichen erkannt. Gerade sucht München einen “Sachbearbeiter Street Art”. Es tut sich was.

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Mehr Fotos findest du im Originalbeitrag vom 07. November 2014: „Auf Banksys Spuren“ auf WHAT THE MUC.

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