Harry klein
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Bald senden auch Münchens Clubs live via #unitedwestream in die Republik

Marco Eisenack

Einst erster Mann an Bord von MUCBOOK – bricht mit der Crew noch immer gerne auf zu neuen Ufern der Medienwelt. Genießt dabei viel zu selten die schöne Aussicht, weil er so oft im Maschinenraum an den Motoren werkelt.
Marco Eisenack

Nach einigen Telefonaten mit Berlin steht fest: Das in der Hauptstadt des Techno entstandene Crowdfunding-Projekt United We Stream kommt auch nach München. Im Moment versammeln David Süß und Peter Fleming aus dem Harry Klein gerade die Münchner Läden hinter dem Spendenprojekt. Sobald die verwaltungsrechtlichen Fragen geklärt sind, werden neben dem Harry Klein auch Pacha, Rote Sonne, Bahnwärter, Neuraum, 8Below, Muffathalle, Milla ihre DJs in Netz und auf ARTE stellen. Der TV-Sender überträgt seit ein paar Tagen einen Stream pro Abend. So soll Geld für die geschlossenen Clubs gesammelt werden.

Das Projekt ist durchaus langfristig angelegt: So sollen Regionen wie Südbayern und Hamburg künftig eigene Unterseiten auf dem Portal bekommen, um unabhängig von ARTE gleichzeitig mehrere DJ-Sets zu streamen. Auch MUCBOOK hat sich bereits als Streamingpartner angeboten. 

Das von der Berliner Club-Kommission gegründete Format soll Clubs, Künstlern aber auch den Technikfirmen helfen, die Corona-Krise zu überleben. David Süß verspricht sich durch die Reichweite des Medienpartners Arte und die gegenseitigen Verlinkungen der Clubs durchaus relevante Spendeneinnahmen: „Ich finds eine mega Möglichkeit. Deshalb hängen wir uns in München rein“, so David Süß.

Die Zahlen sehen in der Tat vielversprechend aus. Das Video von gestern Nacht hatte auf Facebook mehr als eine viertel Million Zuschauer. Laut Betterplace, wo die Spenden eingehen, sind bereits rund 250.000 Euro eingegangen – das Fundingziel ist derzeit bei eine Million Euro. 

Während die technischen Herausforderungen wie Streaming, Spendentool und Plattform schnell gelöst waren, geht es jetzt vor allem um die Klärung der behördlichen Themen. Der Verein will für das Projekt die Gemeinnützigkeit beantragen. Ein Verteilschlüssel und eine Jury als Gremium für die Verteilung der Gelder sind offenbar wichtige Schlüssel dafür. So sind zum Beispiel 8 Prozent der Spenden für soziale Projekte wie die Seenotrettung vorgesehen.  

Die Initiatoren des Projekts arbeiten derzeit ehrenamtlich. Harry-Klein-Gründer David Süß zeigt sich von der Kraft der Crowd beeindruckt. „Es ist eine Solidargemeinschaft aus Clubs entstanden, die sich gegenseitig helfen. Das finden wir gut.“ 

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