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Besser bauen, besser leben: Baukulturtag 2026 im Fat Cat

„Gute Baukultur ist keine Frage des Irgendwann – sie ist eine Frage des Hier und Jetzt. Lasst uns ins Handeln kommen – konsequent, mutig und im Bewusstsein, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist”, sagt Max von Bredow. Unter dem Leitmotiv „Hier und Jetzt.“ verwandelt sein Team am Dienstag, den 22. September 2026, das Fat Cat (den ehemaligen Gasteig) mit dem Baukulturtag in einen Think-Tank für die Zukunft unserer gebauten Umwelt.

Beim jährlichen Baukulturtag geht es in der siebten Ausgabe wieder um mehr als nur Bauen und Planen: Es geht um eine Haltung. Über 400 Teilnehmer:innen, darunter Architekt:innen, Bürgermeister:innen, Investor:innen und Stadtplaner:innen, kommen zusammen, um zu zeigen, dass bezahlbare Qualität und nachhaltiger Mut keine Gegensätze sein müssen. Hiermit unterscheidet sich der Baukulturtag von vielen Veranstaltungen rund um das Thema Wohnen, Bauen und Stadtgestaltung. Mit rund 25 Speaker:innen und fast 40 Messepartnern – den „Freunden der Baukultur“ – bietet die Veranstaltung eine Plattform für alle, die gestalten wollen, statt nur abzuwarten.

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Ein Tag voller Impulse

Das Programm ist bunt gefüllt und darauf ausgelegt, Theorie direkt mit der Praxis zu verknüpfen. Schon beim Check-in ab 10:00 Uhr erwartet die Gäste eine besondere Atmosphäre: Pianist Ralph Kiefer begleitet den Tag mit musikalischen Interventionen.

Nach Begrüßung durch den Architekturjournalisten Wojciech Czaja und Gastgeber Max von Bredow werden praxisnah konkrete Projekte vorgestellt. Gespannt dürften viele auf den ehemaligen Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher sein, der erstmals in seiner Funktion als Berater über die Erfolgskriterien der neugestalteten Freisinger Innenstadt berichtet – ein Projekt, das auf vorbildliche Weise zeigt, wie Stadtumbau gelingen kann, wenn die Bürger:innen von Anfang an mitgenommen werden und dadurch das Stadtbild mitprägen dürfen. Von der Kleinstadt in die Großstadt: Aus Potsdam reist Inga Glander der Bundesstiftung Baukultur an, die den neuen Baukulturbericht 2026/2027 „Gestalten – Prozesse, Bauen, Zusammenhalt“ vorstellt, der den strategischen Rahmen für die kommenden Jahre setzt.

Traditionsgemäß widmet sich der Baukulturtag auch gesellschaftlichen Trends: Ein Fokus liegt in diesem Jahr auf der Sichtbarkeit von Frauen in der Baubranche. Im Foyer macht die Ausstellung „FRAU BAUT – HÖRT!“ der Bayerischen Architektenkammer weibliches Architekturschaffen sichtbar und wird am Nachmittag durch die Architektinnen Yvonne Toepfer und Veronika Kammerer vertieft.

Drei Programmtipps für den tiefen Einblick

Damit ihr aus der Fülle an Informationen das Beste für Euch mitnehmt, haben wir hier drei Programmpunkte herausgesucht:

Die Panel-Session: „Low Tech bauen“

In einer Zeit zunehmender technologischer Überfrachtung stellen Christoph von Oefele (Geschäftsführer N-V-O Architekten) und Christian Neuburger (Geschäftsführer nbundm Architekten) bewusst das Thema Reduktion der Haustechnik in den Gebäuden, Praxisbezug anhand zweier Gebäude in den Mittelpunkt. Es geht ihnen darum, Komplexität zu hinterfragen und gezielt zu reduzieren. Unter dem Leitgedanken „Eigentlich ganz einfach: Aufwachen. Weglassen. Genießen.“ zeigt von Oefele, wie ein bewusster Umgang mit Einfachheit neue Qualitäten schaffen kann. Ergänzend dazu stellt Christian Neuburger die radikale Frage: „Wie wenig ist genug?“.

Best Practice: „Wie durch Teilen mehr wird“

Für Johanna Treberspurg (nonconform / co-form) ist Baukultur etwas, wo Menschen Räume gemeinsam weiterdenken und mutig zu lebenswerten Räumen entwickeln – so wie sie selbst. Die Architektin präsentiert das in Niederösterreich realisierte Wohnprojekt „B.R.O.T. Pressbaum“. Es basiert auf gemeinschaftlichem Wohnen mit hohen ökologischen Standards. Im Vordergrund stehen eine lebendige Nachbarschaft, eine nachhaltige Holzleichtbauweise, reduzierter individueller Wohnraum durch geteilte Flächen und gemeinschaftliche Selbstorganisation.

Bürgermeisterforum: Kommunales Engagement für Wohnraum

Wer wissen will, wie Politik vor Ort wirklich etwas bewegen kann, sollte hier zuhören. Hier treffen zwei spannende kommunale Ansätze aufeinander. Doris Baumgartl (Oberbürgermeisterin Landsberg am Lech) präsentiert das Projekt „Die Pfettenwiese“. Ihr Ziel ist es, auf einer innerstädtischen Brachfläche ein klimagerechtes und generationenfreundliches Wohngebiet zu schaffen, das durch Grün- und Freiflächen sowie Angebote für gemeinschaftliches Leben geprägt ist. Für sie ist Baukultur eine öffentliche Aufgabe, die darüber entscheidet, ob Städte ihren Charakter bewahren und Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen. Robert Kühn (Erster Bürgermeister Bad Wiessee) ergänzt die Runde mit Einblicken in die Erneuerung der Ortsmitte in Bad Wiessee und betont dabei die Verantwortung für den Raum und die Menschen, die ihn täglich nutzen.

Über diese Einblicke hinaus greift das Programm weitere drängende Facetten unseres Zusammenlebens auf: So bricht das Panel „Jung saniert Alt“ eine Lanze für den Bestand und zeigt, wie viel graue Energie und Identität wir retten, wenn wir Altem eine neue Zukunft schenken. Gleichzeitig liefert das Forum „Ok, wow!“ neue Impulse für den kommunalen Wohnungsbau, während die Runde zu „Finanzen & Impact Investing“ den Spagat zwischen Nachhaltigkeit und Immobilienfinanzierung beleuchtet. Wie diese Konzepte im Alltag lebendig werden, entschlüsselt schließlich das Podiumsgespräch „Ein Quartier erzählt“ am konkreten Beispiel des Klosterangers Weyarn. Hier berichten Simon Pause, Bürgermeister von Weyarn, Betty Mehrer, Vorsitzende des Weyarner Arbeitskreis Altersplanung, Doris Orthofer, Vorsitzende Gemeinschaftsgarten, und Projektentwickler Max von Bredow über das Vorzeigeprojekt, das eine Dorfgemeinschaft völlig neu denkt und zeigt, wie generationenübergreifende Altersplanung und gemeinsame Räume das soziale Miteinander im Viertel tragen.

All diese unterschiedlichen Vorträge und Panels führen zu einer zentralen Erkenntnis: Die besten Projekte entstehen am Ende immer dort, wo Menschen einander auf Augenhöhe begegnen. Wer diesen Dialog mitgestalten möchte, findet auf dem Baukulturtag den idealen Raum für Austausch und Kennenlernen. Für das eigene Netzwerk ist dieses Treffen im Fat Cat also eine exzellente Gelegenheit.

Es lohnt sich dieses Mal übrigens doppelt: Das Event bietet eine der letzten Gelegenheiten, die Veranstaltungsstätte in ihrem jetzigen Zustand zu erleben, bevor der Gasteig in die große Sanierungsphase geht.

 Alle Fakten zum Event:

  • Termin: Dienstag, 22. September 2026, 9:00 bis ca. 19:30 Uhr.
  • Ort: Fat Cat (ehem. Gasteig), Kellerstraße 8a, 81667 München.

Ticket jetzt sichern, über Eventbrite! Studi-Tickets gibt es ab 44 Euro.

Bilder: © MvB

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