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Bildungslücke schließen: „Dopplereffekt“ im Blitz

Als ich das erste Mal mit dem Begriff „Dopplereffekt“ in Berührung gerate, ist das wohl beim Schauen einer Folge „The Big Bang Theory“. Sheldon verkleidet sich im Rahmen einer Halloween-Party nämlich als (Überraschung) physikalisches Phänomen mit eben jenem Namen.

Um den Chefnerd zu zitieren: „Das ist die wahrnehmbare Frequenz einer Welle, die sich auf einen Beobachter zu und dann wieder fort bewegt.“

Etwas später wird mir klar, dass ich es hier eigentlich mit einer Bildungslücke im doppelten Sinne zu habe. Als „Dopplereffekt“ ist nämlich seit Mitte der 90er Jahre auch ein Elektro-Kollektiv aus Detroit um Gerald Donald bekannt, das auf einige wegweisende Veröffentlichungen zurück blicken kann.

Als persönliches Magnum Opus darf wohl das 1999 auf DJ Hells renommierten International Deejay Gigolos-Label veröffentlichte „Gesamtkunstwerk“ gelten. Seitdem machte man sich eher rarer, Interviews sind generell Mangelware, Live-Auftritte und neue Releases folgten im überschaubaren Rahmen.

Die Welle schwingt wieder

Die oben zitierte Welle scheint sich momentan aber wieder hochfrequenter gen Beobachter zu bewegen. Zum einen erschien dieses Jahr ein neues Album in Form von Cellular Automata. Zum anderen gibt es aktuell einige der eher seltenen Liveauftritte: Dem Blitz Club ist ein kleiner Coup gelungen, indem man den Act für kommenden Samstag in die eigenen vier Wände nach München buchen konnte.

Ist das schon Hochkultur?

Den naturwissenschaftlichen oder auch biopolitischen Bezug lassen Dopplereffekt in ihrem Werk selten vermissen, auch etwa im Hinblick auf die visuelle Ebene, die verwendeten Sprachsamples und die Songtitel.

Zudem scheinen sie ein gewisses Faible für deutsche Kultur zu besitzen. Das fängt bei deutschsprachigen Pseudonymen an und zeigt sich auch in teilweise deutlich hörbaren Anleihen an die hiesigen Elektro-Pioniere Kraftwerk.

Der Live-Auftritt von Dopplereffekt dürfte eine sehr spannende Sache werden. Um 22 Uhr geht’s los auf der Museumsinsel im Blitz. Einlass ist bereits um 21 Uhr  und das Konzert ist auf eine Stunde angesetzt.

Zur Afterparty mit den Zenker Brothers, La Staab, Julietta und vielen mehr, also dem eher regulären Betrieb, sind alle Besucher natürlich weiter gern gesehen. Dann kann man vom Staunen ein bisschen mehr ins Tanzen geraten.

Zur Einstimmung hier noch das neue Album komplett mit Visualisierungen:

 


In aller Kürze:

Was? Dopplereffekt !Live! (& Afterparty)

Wann? Samstag, 02.12.2017

Wo? Blitz Club

Wieviel? 15 EUR inkl. Gebühr bei Resident Advisor


Beitragsbild: © LittleBig 2017 All Rights Reserved.

Florian Kraus

Für MUCBOOK unterwegs in der Stadt, meist wenn's um Kultur oder Politik geht.
Florian Kraus
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