Aktuell, Kultur

Das hat sich getan – Spielzeiteröffnung 2016/17 im Münchner Volkstheater

Nun ist sie endlich vorbei – die Sommerpause des Münchner Volkstheaters – und die Theaterwütigen unter euch können wieder die abendliche Pilgerreise zum Königsplatz antreten. Welche Neuinszenierungen stehen auf dem Programm, welche Stücke sind geblieben? Wie sieht das Ensemble aus und wie steht es eigentlich um den Neubau des Theaters? MUCBOOK stellt euch alle wichtigen Informationen zur neuen Theatersaison vor.

Premieren

Die Spielzeit 2016/17 verspricht eine innovative und spannende Saison zu werden. Fünf Stücke haben bis Mai 2017 Premiere. Zu Beginn wirft Lilja Rupprecht mit „Unschuld“ von Dea Loher einen Blick auf eine Gesellschaft, die sich zutiefst in Schuld verstrickt hat. Im Oktober legt der Intendant des Volkstheaters Christian Stückl selbst Hand an und führt in dem Klassiker „Der Sturm“ von Shakespeare Regie. Einen Monat später thematisiert Abdullah Kenan Karaca, der in der Spielzeit 2015/16 bereits „Die Präsidentinnen“ und den „Katzelmacher“ aufführte, mit „Medea“ eine starke Frauenfigur und fragt sich, wie weit Menschen in Ausnahmesituationen bereit sind zu gehen. Ein zweiter Klassiker wird im Januar mit „Das Schloss“ von Kafka unter der Regie von Nicolas Charaux aufgeführt. Auch der indische Regisseur Sankar Venkateswaran, der bereits in der letzten Saison mit „Tage der Dunkelheit“  eine Episode aus dem indischen Mahabharata zeigte, wird 2016/17 ein weiteres indisches Stück inszenieren. Für die kommende Saison plant Christian Stückl außerdem das Buch „Der IS und die Fehler des Westens“ von Nicolas Henin auf die Bühne zu bringen, für die Umsetzung fehlen ihm allerdings bisher noch die Rechte.

ziegler

Neuzugang Timocin Ziegler

Das Ensemble

Gleich drei neue Mitglieder konnten für das Ensemble in der Spielzeit 2016/17 im Volkstheater gewonnen werden: Die beiden Neuzugänge Pola Jane O´Mara und Julia Richter, die beide 2016 ihr Schauspielstudium in Bochum und Graz abschlossen haben, und Timocin Ziegler, der in der Spielzeit 2015/16 bereits in „Katzelmacher“ und „Tage der Dunkelheit“  am Volkstheater zu sehen war. Paul Behren, der in der letzten Saison in mehreren Stücken wie „Nathan der Weise“ oder „Die Präsidentinnen“ mitspielte, verlässt das Ensemble und findet eine Anstellung im Theater Hamburg.

Neubau im Viehhof

2021 soll es dann soweit sein – das Theater bekommt mehr Platz und eine bessere Ausstattung. Das ehemals als Mehrzweckhalle für einen Fußballverein gebaute Theater zieht vom alten Standort zwischen Stiglmaierplatz und Königsplatz zum Viehhof um. In den vergangenen Wochen waren die Mitarbeiter des Theaters gefragt, den Verantwortlichen eine Vorstellung „ihres“ Theater zu beschreiben. Nun sind fünf Generalübernehmer im Wettbewerb und stellen voraussichtlich im Februar die ersten Entwürfe des neuen Theaters vor.

Gesellschaftliches Engagement

Dass das Theater nicht nur Geschichten erzählen und Menschen in seinen Bann ziehen, sondern auch Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen will, macht sich zum Beispiel daran bemerkbar, dass Lehrplätze für Geflüchtete geschaffen werden. Diese Spielzeit kann ein junger Geflüchteter seine Schneiderlehre im Volkstheater beginnen, was ihm als Ausgangspunkt dient, seinen große Traum – ein Modedesigner zu werden – ein Stück näher bringt.

Fotocredit: Volkstheater München

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