Aktuell, Leben

#dico16: die perfekte Branchenmischung

Natalie Adel

Ist München-Liebhaberin, weil es sich hier so herrlich mit dem Rad durch die Stadt düsen lässt und fast nichts über einen Sommerabend an der Isar geht. Ansonsten Theaterfan und immer dabei, neue Dinge auszuprobieren.
Natalie Adel

Wir waren dabei: Auf der Dico 16, der neuen Medien-und Verlagskonferenz in München. Vom frühen Vormittag bis in den späten Abend hinein, war das Programm fest durchgetaktet. Jeder der 17 eingeladenen Speaker hatte 25 Minuten Zeit, sich auf der Bühne zu präsentieren. Das Konzept der Direttissima beinhaltet, dass die Sprecher aus den verschiedensten Branchen kommen – auch aus solchen, die auf den ersten Blick erstmal gar nichts mit Medien zu tun haben – und von ihrer Arbeit erzählen. So bekommt man eine Menge an Input innerhalb kürzester Zeit.
Besonders spannend war der Beitrag von Tobias Schwarz: The Fourth Space. Er hat sich gemeinsam mit seiner Freundin die Vorteile unserer globalisierten und digitalisierten Welt zugunsten gemacht und ist zu einer Reise durch Europa aufgebrochen. Beide arbeiten im Social-Media-/ Freelancing- Bereich. Beide legten in 63 Tagen 7815 Kilometer zurück, besuchten 19 Städte und 9 Länder. Und beide haben die ganze Zeit über gearbeitet. Schwarz ist sich sicher: „Grenzenlos“ arbeiten geht. Dem Internet sei Dank!

Das Co-Working ist die Zukunft der Arbeitswelt.

Während seiner Reise hat er sich 29 verschiedene Co-working spaces angeschaut und war begeistert. Er betont die Vorzüge dieser Art des Arbeitens. Eine Community, Freiheit, Selbstbestimmtheit und nicht zuletzt auch „Power“ und „Wifi“ haben ihn schwer begeistert, das wird spätestens dann deutlich, als er das Wort „Serendipität“ fallen lässt: Er hat etwas gefunden, nachdem er nicht gesucht hat. Die Medienbranche wird sich seiner Meinung nach immer mehr von genau diesen Co-working Spaces profitieren. Die Aussichten für digitale Nomaden sind also recht rosig.

Fiona Krakenbürger hingegen liegt ein ganz anderes Thema am Herzen: „Woman in Tech“. In ihrem Beitrag schlüsselt sie verschiedene Punkte auf, warum Frauen in der Tech-Branche immer noch nicht gleichberechtigt vertreten sind. Ganz deutlich plädiert sie dafür, Frauen den Rücken zu stärken und den Weg freizumachen.

Frauen, lernt programmieren!

Der Vortrag mit dem vielversprechenden Titel: „Schnitzel oder Blow-Job?“ war sicherlich derjenige, auf den sich alle am meisten gefreut haben. Theresa Lachner, die Betreiberin des Sexblogs „Lvstprinzip“ spricht über Emotional Branding und rät allen, keine Angst vor Nischen zu haben. Je „nischiger“, desto besser ist es sogar.

Insgesamt war die Veranstaltung bestens organisiert und die Stimmung sehr entspannt. Der Saal war nicht komplett ausverkauft und die Veranstalter bemühten sich, im Zeitplan zu bleiben. Dadurch verkürzte sich dann doch die ein oder andere Kaffeepause in dem dichten Programm.

dico
Die Qualität der Beiträge unterschied sich jedoch ziemlich. Inhaltlich scheinen die meisten Speaker recht gut vorbereitet, wenn auch nicht immer das auf dem Programm angekündigte Thema ausführt wird. Auch die Bühnenpräsenz und Vortragsweise ist nicht immer gleich gut. Versuche, das Publikum zum Mitmachen, sprich, zum lauten Aufsagen von an die Wand projezierten Sätzen zu bewegen, scheitern meistens. Das beteiligt sich dann doch lieber über die Kanäle, die sie auch beherrschen. So ist die #dico16 auf Platz eins der deutschen Twitter-Hitparade.

Alles andere wäre auch komisch, sitzen hier doch die Social-Media-Profis schlechthin beisammen.

No Comments

Post A Comment

Die Start-up Ausgabe

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons