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Die 10 (wirklich) besten Ausstellungen im Herbst und Winter

Es ist tiefster Herbst – und ehe man sich versieht, hat es unter zehn Grad und man liegt zu Hause in der Kuscheldecke. Um dem Schlechtwetter-Blues entgegenzuwirken, hilft eines ganz besonders: Freund*innen schnappen, Brille auf und ab ins Museum! Hier sind zehn Ausstellungen in Museen und Galerien, die dir den Rest des Jahres 2023 versüßen.

„William Turner – Three Horizons“ im Lenbachhaus

Der Erfinder des Lichts – warum der britische Künstler so genannt wird, ist nach diesem Ausstellungsbesuch klar. Seine Landschaften wirken manchmal fast abstrakt, so atmosphärisch und reduziert sind sie. Turner gilt nicht nur heute als Wegbereiter der Moderne, sondern war schon zu Lebzeiten ein viel diskutierter Künstler. Die Ausstellung widmet sich insbesondere Turners Werdegang und seiner Selbstinszenierung. Was wurde zu Lebzeiten veröffentlicht, was bewusst unter Verschluss gehalten? Auch unvollendete Werke und Studien werden gezeigt. Die Ausstellung wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser Kunstikone.

Wann? 28.10.23-10.03.24 (Die-So 10-18 Uhr, Do & Fr 10-20 Uhr)
Wo? Kunstbau des Lenbachhaus: im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs Königsplatz

„Kafka: 1924“ in der Villa Stuck

Auch in der Villa Stuck geht es in diesem Winter um ein Jubiläum, nämlich den 100. Todestag des Schriftstellers Franz Kafka. Figuren wie Gregor Samsa aus der „Verwandlung“ sind den meisten schon einmal begegnet. Die zentralen „kafkaesken“ Themen bleiben auch nach Jahrzehnten aktuell. Kein Wunder, dass sich zahlreiche Künstler*innen von ihm inspirieren ließen. Die Ausstellung zeigt unterschiedlichste Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert, die sich mal mehr, mal weniger explizit auf Kafka beziehen. Das Ganze ist dabei erfrischend niedrigschwellig gestaltet und bereitet auch Besucher*innen Freude, die nicht Germanistik studiert haben.
Wann? 26.10.23-11.2.24 (Die-So 11-18 Uhr)
Wo? Villa Stuck, Prinzregentenstraße 60

„Sarah Morris“ im Espace Louis Vuitton

Zentral und doch versteckt liegt der Kunstraum der Louis Vuitton Foundation – über einen Seiteneingang an der Maximilianstraße gelangt man in die Ausstellung. Trotz seines hochkarätigen Programms ist der Espace noch ein Geheimtipp. Derzeit sind Videoarbeiten der amerikanischen Künstlerin Sarah Morris zu sehen. Sie setzt sich mit politischen Themen, kapitalistischen Strukturen und dem urbanen Raum auseinander. Begleitet werden die bis zu 45 Minuten langen Videos von eindrucksvollen Soundtracks des Künstlers Liam Gillick. Da der Eintritt immer frei ist, kann man auch einfach mehrmals vorbeischauen.

Wann? 08.09.23-07.01.24 (Mo-Fr 12-19 Uhr, Sa 10-19 Uhr)
Wo? Espace Louis Vuitton, Maximilianstraße 2a

„Damien Hirst – The Weight of Things“ im MUCA

Das Museum of Urban and Contemporary Art zeigt erstmals eine umfassende Retrospektive des britischen Künstlers Damien Hirst. Neben legendären Werken wie dem zerteilten Hai oder dem mit tausenden Diamanten besetzten Schädel ist Kunst aus den wichtigsten Werkgruppen des Künstlers zu sehen. Am besten noch vor Ende Januar hingehen, denn nur solange ist der Diamanten-Schädel in dem Museumsbunker zu sehen. Eine Werkschau, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Wann? Ab 26.10.23, „For the Love of God“ bis 28.01.24 (Mi-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr)
Wo? MUCA, Hotterstraße 12

„In anderen Räumen“ im Haus der Kunst

Ist das Architektur, Design oder Kunst? Die Werke dieser Ausstellung bewegen sich irgendwo zwischen diesen Begriffen. Environment – das ist Kunst, die in Räume eingreift. Kunst, die spielerisch dazu einlädt, sich mit ihr zu beschäftigen. Oder sogar dazu, sie zu betreten und zu berühren. Was sonst im Museum streng verboten ist, macht den Museumsbesuch zu einem echten Erlebnis. Gezeigt werden Environments von 11 Künstlerinnen aus Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. Die Ausstellung konzentriert sich bewusst auf Künstlerinnen und erzählt damit ein Stück Kunstgeschichte neu.

Wann? 08.09.23-10.03.24 (Mi-Mo 10-20 Uhr, Do 10-22 Uhr)
Wo? Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1

„Maria Lassnig“ in der Galerie Jahn und Jahn

Maria Lassnig gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Die Österreicherin gehört zu den Gründer*innen der informellen Malerei. Im Zentrum ihres Schaffens steht der künstlerische Ausdruck körperlicher Empfindungen, etwa in ihren „Körpergefühlszeichnungen“. Die abstrakte Figuration ist dabei ihre künstlerische Handschrift. Jahn und Jahn zeigt eine Retrospektive dieser ausdrucksstarken Zeichnungen.

Wann? 27.10.23-13.01.24 (Die-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr)
Wo? Galerie Jahn und Jahn, Baaderstraße 56 C

„Venezia 500<< Die sanfte Revolution der venezianischen Malerei“ in der Alten Pinakothek 

Venedig im Umbruch! Gezeigt werden Gemälde der venezianischen Renaissance. Tizian, Tintoretto & Co – neben 15 Werken aus der eigenen Sammlung konnten 70 Leihgaben für die Ausstellung gewonnen werden. Die Errungenschaften und Besonderheiten dieser Epoche werden spannend inszeniert und kontextualisiert. Vino, Arte, Musica – bereichert wird die Ausstellung durch Events wie After Work, bei dem venezianischer Wein zu klassischer Musik ausgeschenkt wird, zum Beispiel am 07.12.23.

Wann? 27.10.23-04.02.24 (Die-So 10-18 Uhr, Die & Mi 10-20 Uhr)
Wo? Alte Pinakothek, Barer Straße 27

„Mythos Spanien“ in der Kunsthalle 

Ab in den Süden – zumindest für den Besuch dieser Ausstellung. Die Kunsthalle zeigt Werke des spanischen Malers Ignacio Zuloaga, dem „Maler der spanischen Seele“. Vom Torero bis zum Flamenco-Tanz: Der Künstler prägte das Bild Spaniens um 1900. Trotz Modernisierung und Industrialisierung schuf Zuloaga Kunst, die spanische Tradition und Kultur thematisiert. Ein spannender Einblick in das vielschichtige Schaffen einer spanischen Größe.

Wann? 15.09.23-04.02.24 (täglich 10-20 Uhr, jeder dritte Mittwoch des Monats bis 22 Uhr)
Wo? Kunsthalle, Theatinerstraße 8 

„Glitch – Die Kunst der Störung“ in der Pinakothek der Moderne

Pixel, Rauschen oder eingefrorene Bilder – was als technische Störung nervt, kann als künstlerischer Ausdruck durchaus spannend sein. Glitch Art spielt mit Störungen und Fehlfunktionen. Und tatsächlich beschäftigt das Thema die Kunst schon länger, als man denkt: Seit der Erfindung der Fotografie nutzen Künstler*innen Glitches, um das Perfekt-Unperfekte zu zeigen und brisante Themen des jeweiligen Zeitgeistes aufzuzeigen. Die Ausstellung versammelt Werke aus rund 100 Jahren Kunstgeschichte, unter anderem von Nam June Paik, Wolfgang Tillmans und Peter Weibel.

Wann? 01.12.23-17.03.24 (Die-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr)
Wo? Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40 

Beitragsbild: © Galerie Walter Storms

Simone Rupprecht

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3 Comments
  • Stefan
    Posted at 06:24h, 14 November

    LeHnbachhaus – wie peinlich ….

  • Florian Kraus
    Posted at 09:28h, 14 November

    Danke für den aufmerksamen Hinweis.

  • Khoa Nguyen
    Posted at 08:02h, 20 November

    Vielen Dank für die Hinweise. Wird mal wieder Zeit für ein Museumsbesuch.

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