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Die 10 (wirklich) besten Festivals
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Mit Festivals ist das so eine Sache. Klar, da wären die offensichtlichen Vorteile: viele verschiedene Bands und DJs in kurzer Zeit erleben, der vertraute Gemeinschaftssinn auf dem Campinggelände und die Chance, für eine kurze Zeit in eine zwanglose Parallelwelt abzutauchen. Aber dann sind da eben auch die Nachteile: der Stress, auch wirklich jeden der Lieblingskünstler zu erwischen, das immer drohende Damoklesschwert der Wettervorhersage und die astronomisch gestiegenen Preise für Tickets, Camping und Verpflegung.
Dass die Ticketpreise in den letzten Jahren spürbar gestiegen sind, hat handfeste Gründe: Laut dem European Festival Report des Fachblattes IQ Magazine – über den die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet – steigen die Kosten für Infrastruktur, Personal und Sicherheit immer stärker an, während internationale Headliner mittlerweile Gagen von zwei bis drei Millionen Euro pro Festivalauftritt verlangen. Die Ticketpreise können damit kaum Schritt halten. Die Margen schrumpfen, also muss das Geld an anderer Stelle wieder reinkommen.
Auch unabhängige Festivals geraten dabei zunehmend unter Druck. Der Festivalsommer, den wir kennen, ist also keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso erfreulicher, dass es in und um München jede Menge kleinere Festivals gibt, die das Kunststück schaffen, künstlerische Qualität und Atmosphäre zu liefern. Und das Beste: Ihr spart euch nicht nur eine lange Anreise, sondern unterstützt auch die lokale Kulturszene. Hier sind unsere zehn Favoriten:
Trägertal Festival

Eine der Bühnen beim Trägertal Festival 2025 © Trägertal
Früher ein kleines Fest in der Passauer Kulturszene, heute längst weit über die Region hinaus bekannt: Das Trägertal auf Gut Aichet verbindet intime Festivalatmosphäre zwischen Bäumen und Wiesen direkt oberhalb der Donau mit über 60 Acts auf fünf Floors – von Disco und Funk bis zu House und Techno. 2026 headlinen Szene-Bekanntheiten wie MCR-T und Viko & Penglord, dazu kommen Locals wie Mikey Gee, André Dancekowski, Father Earth oder das Riviera DJ Team. Erstmals gibt es außerdem einen Campingplatz neben dem Gelände.
Wann? 12. und 13. Juni
Wo? Gut Aichet, Aichet 1, 94136 Thyrnau
Geheimtipp: Das Team sucht Verstärkung. Wenn du das Festival mal aus einer anderen Perspektive erleben willst, dann schau doch mal hier.
StuStaCulum
Das StuStaCulum ist eine echte Münchner Institution. Das Besondere daran: Es wird vollständig von Studierenden organisiert, was es zum größten seiner Art in ganz Deutschland macht. Vier Tage lang verwandelt sich das Gelände in der Studentenstadt Freimann in eine Bühne für Musik, Theater, Kabarett und Comedy.
2026 gibt es zudem ein Comeback nach langer Pause: “Die Goldene Weißwurscht”, ein Förderpreis für Nachwuchstalente aus Kabarett, Comedy und Kleinkunst, wird erstmals seit sechs Jahren wieder vergeben.
Wann? 03. bis 06. Juni
Wo? Studentenstadt Freimann
Geheimtipp: Die Verleihung des Preises “Die Goldene Weißwurscht”
Schall im Schilf

Eindrücke aus dem letzten Jahr © Schall im Schilf
Was einmal als Abitur-Grillparty am Garchinger See begann, ist heute ein fester Bestandteil der Münchner Elektronikszene: Das Schall im Schilf der Kellerkind Crew hat seinen Charme als entspannte Gartenparty dabei nie verloren. Drei selbst gezimmerte Bühnen, 13 Stunden Musik, vegetarische Foodtrucks – alles eingebettet in eine idyllische Kulisse direkt am Seeufer.
Wann? 18. Juli
Wo? Garchinger See, Am See 8, 85748, Garching bei München
Geheimtipp: Die Tickets sind bald ausverkauft. Seid lieber zu früh als zu spät.
komod Festival
Wer Festivals lieber entspannt als exzessiv erlebt, ist beim komod in Weilheim in Oberbayern genau richtig. Vier Tage lang verwandelt sich das Gelände am Fluss Ammer in eine bunte Parallelwelt aus Livemusik, DJ-Sets, Workshops und Talks – verteilt auf mehr als ein halbes Dutzend idyllischer Locations. House und Dub prägen den Sound, der Sonntag gehört traditionell den Familien.
Dahinter steckt kein Konzern, sondern ein lokal verwurzeltes Team, das die regionale Kulturszene fördert und feiert. Zelten ist im Ticketpreis inbegriffen, wer mit dem Camper oder dem Auto kommt, zahlt eine Gebühr.
Wann? 09. bis 12. Juli
Wo? Naturfreundehaus, Weilheim in Oberbayern
Geheimtipp: Das Team sucht immer wieder Volunteers.
40 Stunden Gasteig

Sieht aus wie der Todesstern, ist aber Kunst © Sebastian Mayer
Und jetzt zum Kontrastprogramm: kein Camping, keine Gummistiefel – aber dafür absolut kostenlos und mitten in München. Zum 40. Geburtstag des Gasteig HP8 lädt Europas größtes Kulturzentrum zu einem Marathon der besonderen Art. 40 Stunden durchgehend Musik, Tanz, Film, Workshops und Party, von Freitagmorgen bis Sonntagfrüh. Das Programm gestaltet sich, sachte formuliert, abwechslungsreich.
Da ist zum Beispiel ein inklusives Konzert für taube sowie hörende Menschen, eine öffentliche Probe des Münchner Kammerorchesters, Workshops zu Siebdruck, Gebärdenpoesie oder Origami, und so viel mehr, der Platz reicht hier unmöglich, das alles aufzuzählen. Tickets braucht ihr übrigens keine. Einfach vorbeischauen und Neues entdecken ist hier die Devise.
Wann? 05. bis 07. Juni
Wo? Gasteig HP8, Hans-Preißinger-Straße 8
Geheimtipp: Die gigantische Discokugel-Installation der türkischen Künstlerin Ayzit Bostan.
MUNIQ Jazz Festival
Der frischeste Name auf unserer Liste: Das MUNIQ JAZZ FESTIVAL findet 2026 zum allerersten Mal statt – kuratiert vom niq kollektiv, einem Zusammenschluss junger Münchner Musiker:innen, die der freien Jazzszene der Stadt eine neue Bühne geben wollen. Im Kreativquartier am Leonrodplatz spielen international gefragte Acts wie die Band Fazer und die für den Deutschen Jazzpreis nominierte Pianistin Svetlana Marinchenko, daneben entstehen im Rahmen zweier Freestyle-Formate völlig neue Ensembles.
Wann? 19. & 20. Juni
Wo? Dachauer Str. 110c, Kreativquartier (ZIRKA & SpaceforSkate)
Geheimtipp: Das Festival selbst ist schon ein ziemlicher Geheimtipp.
Zamanand Festival

Die Ludwigstraße als geschäftige Flaniermeile © Sarah Jansky
Zweites kostenloses Festival auf unserer Liste – und wieder ein echter Münchner Sonderfall: Beim Zamanand verwandelt sich die Ludwigstraße zwischen Odeonsplatz und Siegestor an einem Wochenende in ein autofreies Festivalgelände, auf dem München kollektiv neu gedacht wird. Musik, Workshops und Mitmachaktionen rund um Themen wie Nachhaltigkeit, Mobilität und soziales Miteinander – und das vor der wohl beeindruckendsten Kulisse der Stadt.
Wann? 20. & 21. Juni
Wo? Ludwigstraße zwischen Odeonsplatz und Siegestor
Geheimtipp: Die Siegestor-Projektion am Samstagabend von Visual-Künstler Genelabo.
Greenfields Festival
Zugegeben, ein Festival mit Campinggelände und Übernachtung ist das Greenfields nicht. Trotzdem bietet Münchens ikonischer Rave auf der ehemaligen Galopprennbahn bei Riem typische Festivaldimensionen: rund 19.000 Quadratmeter, zwei Bühnen und über elf Stunden Musik von internationalen Acts wie Peggy Gou, Richie Hawtin, Sven Väth, Ben Klock oder &ME. Wer einmal dabei war, weiß: Die Kombination aus Sommerluft, wummernden Bässen und dem besonderen Flair der Rennbahn ist schwer zu toppen.
Wann? 01. August, ab 11 Uhr
Wo? Galopprennbahn, Riem (S2 Richtung Erding)
Geheimtipp: Laut Website soll es eine “zusätzliche Wasserversorgung an allen Theken” geben. Ob das “Gratis Trinkwasser für alle” bedeutet, konnte uns auf Anfrage bisher kein Sprecher des Festivals beantworten. Wir bleiben dran.
PHRE FESTIVAL
Noch einmal Festival-Action im Kreativquartier. Das PHRE Festival ist wahrscheinlich die internationalste Adresse auf dieser Liste. Das Format ist etwas ungewohnt:
Nicht an einem Wochenende, sondern über drei Wochen hinweg bringt das Import-Export diverse und progressive Popmusik aus Griechenland, Sudan, Frankreich, Kolumbien, dem Libanon und weiteren Ländern auf die Bühne. Rund 20 sorgfältig kuratierte Acts präsentiert das Festival an elf Abenden. Der Zündfunk, der das PHRE präsentiert, nennt es “ein Festival für außergewöhnliche Klänge”. Wir sind gespannt!
Wann? 31. Juli bis 22. August
Wo? Import-Export, Schwere-Reiter-Str. 2h
Geheimtipp: Mit dem PHRE Pass erlebt ihr fünf Abende eurer Wahl zu einem reduzierten Preis.
SUPERBLOOM

Der Olympiapark während des SUPERBLOOM 2025 © Fabian Stoffers
Der Klassiker zum Abschluss – aber 2026 in neuem Gewand: Weil das Olympiastadion bis 2029 zur Baustelle wird, erfinden sich die SUPERBLOOM-Veranstalter kurzerhand neu. Statt zwei Festivaltagen gibt es eine ganze Woche Musik im Olympiapark: ein Festivalwochenende mit mehreren Bühnen und Acts wie SDP, Zartmann und Tash Sultana, gefolgt von fünf einzelnen Konzertabenden mit internationalen Hochkarätern wie Lorde, Lewis Capaldi und Paul Kalkbrenner.
Wann? Festival: 29. und 30. August, Konzerte: 31. August bis 04. September
Wo? Olympiapark
Geheimtipp: Gar nicht so geheim, aber trotzdem wichtig: 2026 gibt es ausschließlich Tagestickets, kein Wochenendticket.
Beitragsbild: Joey Thompson via unsplash