Aktuell, Kultur, Was machen wir heute?

Warum ihr euch diesen Donnerstag endlich eurem alltäglichen Konsum stellen solltet

Julius Zimmer

Mich fasziniert das Absurde im Alltag. Das ist einer der Gründe, warum ich mich in meiner Wahlheimat München so wohl fühle: Hier erwachen Widersprüche zum Leben. "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Herz auszufüllen. Wir müssen uns den Münchner als einen glücklichen Menschen vorstellen."
Julius Zimmer

Bevor ich mich hinsetze, um diesen Text zu verfassen, schießt mir ein Gedanke durch den Kopf: „Halt, dieser Moment, er ist noch nicht perfekt. Es fehlt etwas, etwas sehr grundlegendes. Etwas kühles, erfrischendes zu trinken. Ein …, ein Bier.“

Ich springe auf, krame etwas Kleingeld aus der Hosentasche meiner 49,95 Euro Muji Hose, streife mir meinen 129,99 Euro Zara Mantel über, schlüpfe in meine 70 Euro Romika Schuhe und tigere rüber zur Tankstelle. Im Kühlregal, eisgekühltes Tegernseer Bier. Hach, traumhaft. Da nehm ich gleich drei.

Zurück am Schreibtisch, brainstormen: „Okay, im neuen Magazin der Hochschule München geht es um Konsum. Wie geh ich das am besten an? Wer beschäftigt sich schon ernsthaft mit seinem alltäglichen Konsum? Und wo bleiben eigentlich die Uhr und die Tasche, die ich vor fünf Tagen (!!!) bei Asos bestellt habe?“

„Konsum, das ist immer negativ, fast schon schuldig“

Die Konnotation des Wortes Konsum sagt viel über unser Verhältnis dazu aus. Ich denke dabei an koksende Investmentmanager in Nadelstreifen-Anzügen. Oder Junkies mit schwarzen Augenringen am Münchner Hauptbahnhof. Und an grausige Szenen aus der Dokumentation „We feed the World“. Konsum, das ist irgendwie immer negativ, ja fast schon schuldig.

Doch ist das wirklich so? Wie manifestiert sich der „Drang-nach-Mehr“ in unserem Alltag? Was bedeutet er uns? Eines ist zumindest klar: Unser Konsum verändert das Leben von Milliarden von Menschen maßgeblich.

Wir selbst spüren es nur selten, doch überall auf der Welt – ob in den Coltan-Mienen Zentral-Afrikas oder den Kleiderfabriken Vietnams – müssen Menschen für unseren Konsum gerade stehen.

Grund genug also, dem Thema ein eigenes Magazin zu widmen. Und genau das hat die Münchner Hochschule in ihrer neusten Ausgabe getan.

Das Ergebnis sind mehr als 100 Seiten geballte Auseinandersetzung. Teils witzig, teils ernsthaft, teils absurd. Doch allemal lesenswert.

Ihr wollt das Magazin dringend konsumieren und euch mit dem Thema endlich auseinandersetzen? Glück gehabt! Denn das Team feiert diesen Donnerstag (09. November) im Lovelace Hotel ab 21 Uhr die Veröffentlichung ihrer 18. Ausgabe. 

Natürlich wird auch vor Ort fleißig konsumiert. Getränke am Tresen zum Beispiel. Oder Musik von VELI & VIWO und Moritz Beldig. Oder einige Runden Ping Pong an der hauseigenen Tischtennisplatte.

Und, ja: Auch das Magazin und einige Goodiebags wird es vor Ort geben. Aber natürlich nur solange der Vorrat reicht. Immerhin soll der Konsum ja einen vernünftigen Anreiz haben!

Also: Kommt vorbei und lernt einige Dinge über Konsum, die ihr vorher garantiert nicht wissen wolltet. Es wird höchste Zeit.


In aller Kürze:

Was? MHM Release Nr. 18

Wann? Donnerstag, 9. November 2017, ab 21 Uhr

Wo? The Lovelace, Kardinal-Faulhaber-Straße 1, 80333 München

Wieviel? Eintritt frei


Beitragsbild: Magazin der Hochschule München. 

No Comments

Post A Comment

Die Start-up Ausgabe

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons