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Die Kunst und Antiquitäten München: nicht verstaubt, sondern Bling-Bling

Carolin Dithenhof

Münchner Kindl wieder zurück in der Heimat. Liebe zum Wiener Schmäh und Kaffeehäusern mit ausgelegten Zeitungen. Marillenknödel for life.
Carolin Dithenhof

Die Kunst und Antiquitäten München ist gar nicht so verstaubt, wie du es dir vielleicht erstmal vorstellst. Die Silberstücke funkeln, die Spotlights sind perfekt auf die Gemälde abgestimmt und die Art-Déco-Möbel sind auf Hochglanz poliert. 

Seit 50 Jahren schon

Dieses Jahr feiert die Kunstmesse ihr 50-jähriges Jubiläum und zählt neben der „Highlights“, die ebenfalls gerade in der Residenz zu sehen ist, zu den größten Kunstmessen Süddeutschlands. Wir waren auf dem Presserundgang dabei, durften also schon vorab in die Kleine Olympiahalle schauen und Kunst und Antiquares aus fünf Jahrhunderten bestaunen. 

Wer sich schon einmal in dieser Szene bewegt hat – gerne aristokratisch, behangen mit auffallenden Schmuckgegenständen und viel Liebe zum Münchner Traditionshaus Eduard Meier, weiß, wie schnell man ohne die richtige Garderobe als eines Gespräches „nicht lohnenswert“ abgetan wird. Schließlich verkauft man hier ja keinen Trödel, sondern Objekte, die nicht selten mit einem fünfstelligen Verkaufspreis gekennzeichnet sind.

Dieses Gefühl der Überlegenheit mussten wir heute nicht mit erleben. Wir durften uns glücklich schätzen, uns in einer elitären Gruppengröße an JournalistInnen zu befinden und dabei waren wirklich alle Aussteller sehr sympathisch. 

Was gibt es denn zu sehen? 

Wie fast alle Messen ist die Halle in kleine Séparées unterteilt. Über 67 ausstellende Galerien und Kunsthändler zeigen ihre Meisterstücke und hoffen natürlich auf ein gutes Geschäft!

Das ein oder andere Highlight stellen wir euch hier vor:

Gemälde von Oskar Mulley

Geboren in Kufstein, liebte Mulley die Berge. Um seinen Bildern einen dramatischeren Kick zu verpassen, malte er gerne Berghöfe, die wie ein Adlerhorst über dem Abgrund ins Tal hingen.

Gut zu wissen: Bilder, die er in seiner Schaffensperiode vor dem 2. Weltkrieg malte, sind gut das doppelte Wert (dieses hier: 54.000 Euro), als jene die danach entstanden. Grund dafür ist seine unverkennbare Spachteltechnik, welche später in weichere, fließendere Techniken überging.

Madonna mia!

Ein bisschen traurig schaut sie ja, aber wenn man schon seit 1420 sein Dasein fristet, ist es vielleicht verständlich. Aus dem Lindenbaum geboren und im romanischen Stil würde sie – für 24.000 Eur –  gerne einer lieben Familie mit Villa in Alt-Bogenhausen ihren Segen spenden. 

Finden wir eher gruselig – der Galerist nannte es „beruhigend“ !

Das Gemälde der Lebendmaske von Beethoven. Gemalt vom umstrittenen österreichischen Künstler Gottfried Helnwein im Jahr 1995. Erinnert uns irgendwie an Gollum…

Takjab fürs Tierchen

Noch nie gehört? Wir auch nicht! Takjabs sind traditionelle tibetanische Schmuckstücke für Tiere. 

Auf die Stirn gebunden, sollten sie böse Geister und andere feindliche Tiere abhalten. Wer sich aus irgendwelchen Gründen kein Yak im Innenhof hält, kann es auch als Wandschmuck verwenden. Für das gewisse Ethno-Flair.

Hallo i Bims !

Tut uns leid für die abgedroschene Floskel, aber das kam uns wirklich in den Sinn!

Miro, Balwé, Chagall, Warhol, Picasso

Die sind übrigens auch alle vertreten, sind nur zu schön um skurril zu sein.

Wer sich seine lang ersehnte Bauhaus-Sitzgruppe von Marcel Breuer endlich gönnen möchte oder nur lustige Zwerge aus Elfenbein geschnitzt anschauen möchte, kann dies noch bis zum 21. Oktober 2018 in der Kleinen Olympiahalle tun.


In aller Kürze:

Was? Kunst und Antiquitäten München

Wann? 18. -21.10.2018

Wo? Kleine Olympiahalle, Spiridon-Louis-Ring 21, 80809 München

Wieviel?  9,00 € / Ermäßigt: 6,00 € (Studenten,Schwerbehinderte) / Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: frei


Fotos: © Carolin Dithenhof

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