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Die Provinz schlägt zurück – Performance-Kunst auf dem Bauernhof

Sebastian Huber

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Weniger als eine Autostunde von München steht ein alter Bauernhof, den Thomas Angermeier 2013 aufgekauft und so vor dem Verfall gerettet hat. Wie die Jungfrau zum Kind kam das Dorf Winden so zu einer Galerie. Das Projekt Angermeiers: „Abseits und doch unweit der Großstadt soll die Kombination der Kunstsparten und des Nachtlebens diesen gewissen Mehrwert ergeben, den die Bohème schon immer ihrem Umfeld – ob es das wollte oder nicht – eingehaucht hat.“ Auf dem Hof treffen so unterschiedlichste Welten aufeinander – Münchner Mäzene, Windener Bauern, junge Künstler, Möbeldesigner, die Schoppenstuben-Gerti und immer auch Tom Angermeier. Er kümmert sich noch persönlich um alles und versucht an den Öffnungstagen, wenn Leben in den Bauernhof kommt, sich so gut wie möglich um alle Gäste zu kümmern und außerdem zu schauen, dass die Holzofen nicht ausgehen. „Ich möchte in meiner Galerie den ästhetischen und sinnlichen Genuss mit der Herausforderung verbinden, die die zeitgenössische Kunst bisweilen ihrem Betrachter abverlangt“, sagt er. Herausforderung und Kunstgenuss sind auch das Thema der aktuellen Ausstellung ‚Close to Action – Performance Documentary 1961 – 1985‘, die nur noch am nächsten Samstag besucht werden kann.

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Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal in Deutschland eine Sammlung fotografischer Zeugnisse Performance-Kunst der 60er, 70er und 80er Jahre. Die Schwarzweiß-Fotografien dokumentieren die ersten Performance- Aktionen der Avantgarde in Metropolen wie New York, Tokyo, Paris und Rom. Sie stammen aus einer umfassenden Sammlung, die in den 80er und 90er Jahren von Giuseppe Casetti, dem damaligen Besitzer der Galerie Maldoror und engen Freund der Fotokünstlerin Francesca Woodman, aus Zeitungs- und Privatarchiven in Rom und Turin zusammengetragen wurden. Seit der Jahrtausendwende wurden Auszüge davon unter anderm in der Galerie Il museo del Louvre und L’attico di Fabio Sargentini in Rom, bei Henrique Faria, im MOMA in New York und auf den Kunstmessen Arco in Madrid, ArteBo in Bogotá und der Frieze in London gezeigt.

Nun kommen die Fotografien der Performances nach Bayern, also nutzt die Chance am Samstag. Neben der schönen Landpartie ist die Ausstellung die Fahrt mehr als wert.

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Galerie Angermeier
Dorfstraße 14
83527 Winden (bei Haag in Oberbayern)

www.galerie-angermeier.de

Wer kein Auto hat:
Ab München Ostbahnhof, Bus 9410 Richtung Bräuhausplatz in Haag (Obb.)
Haltestelle: Winden, Dorfstraße 12 (direkt gegenüber des Kirchmoarhofs)
Abfahrt samstags 13:20 Uhr oder 18:30 Uhr, Rückfahrt samstags: 16:35 Uhr – Fahrzeit jeweils ca. 50 Min.

Alle Bilder (c) Galerie Angermeier.

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