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Die Wildnis in der Stadt – CRY WOLF

Isabelle Karlsson
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Mitten im Univiertel, Adalbertstraße/Ecke Türkenstraße: ein kleiner Showroom, dessen grünes Licht mit dem Sonnenuntergang stärker nach außen leuchtet. Innen zwei ebenfalls grünen Gemälde, die fast die ganzen Wände einnehmen und ein Baumstumpf in der Mitte des Raumes.

Foto: Alexa von Arnim

Betritt man den Showroom super+CENTERCOURT fühlt man sich, wie an der Schwelle zu einer schönen, fremden Welt. Das grüne Licht um die Fenster beleuchtet Wände und Decke und übt eine angenehm beruhigende Wirkung auf den Betrachter aus. Wobei man nicht nur die Betrachterrolle einnimmt – man ist auch Zuhörer. Denn im Hintergrund läuft permanent ein Wasserplätschern, das die Künstlerin Lisa Solberg selbst aufgenommen hat.

Die aktuelle Ausstellung mit dem nach Wildnis klingenden Namen CRY WOLF zeigt zwei großformatige Malereien, deren Motive angetrieben sind von einer Distanz, der Differenz zwischen dem, was sie kennt und dem, was außerhalb ihres Erfahrungshorizontes liegt. Dem sozusagen fetischisierte Fremden begegnet sie mit ihrem Unterbewusstsein, das dadurch einen gewissen Grad an Autonomie erlangt, und das dann in einen Dialog tritt mit ihrem kognitiven Ich. Die Künstlerin bezeichnet ihren Stil als „Schizophrenen Abstrakten Expressionismus“. Das Resultat dieses Dialoges ist Lisa Solbergs zu Papier, bzw. Leinwand, gebrachte Kunst.

Foto: Alexa von Arnim

Mit ihrer in Grüntöne getauchten Ausstellung CRY WOLF thematisiert die Künstlerin das strukturell oppositionelle des Stadtraumes – die Natur. Sie untersucht sozusagen die Konfrontation, die Überlagerung und das gegenseitige aufeinander Einwirken der beiden Elemente. Dafür eignet sich der Englische Garten besonders, er steht für die Natur in der Stadt. Dank GoPro konnte Lisa Solberg die verschiedenen Phasen des Entstehungsprozesses ihrer Arbeiten filmen. Sie selektiert das Rohmaterial, um später noch einen experimentellen Kurzfilm zu schneiden. Dadurch wird es auch im Nachhinein möglich sein, den Schaffensprozess nachzuvollziehen: Der Prozess wird zum Produkt.

Foto: Alexa von Arnim

super+, die Veranstalter der Ausstellung und Leiter des Ausstellungsraumes super+CENTERCOURT, ist eine Künstlergemeinschaft. Seit 2012 haben die drei Gründer Alexander, Bildhauer und Multimedia Künstler, Konstantin, Produktdesigner und Innenarchitekt, und Christian, Maler, bereits viele tolle Kunstprojekte auf die Beine gestellt. Sie leiten neben dem Showroom in der Adalbertstraße ein Atelierhaus in der Pappenheimstraße.

Die Ausstellung CRY WOLF wird noch bis 12. Oktober, immer samstags von 12-16.00 und nach Vereinbarung, zu sehen sein.

 

 

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