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E-Scooter Update: Pilotprojekt am Schwabinger Tor läuft seit dem 11. April

Wir haben bereits darüber berichtet, dass es in München ein neues Mobilitätskonzept gibt: E-Scooter. Inzwischen hat sich einiges getan, denn die AnwohnerInnen des Schwabinger Tors können seit dem 11. April die E-Scooter testen. Auch wir haben letzten Freitag auf der Pressevorstellung ein paar Runden mit den neuen E-Scootern gedreht.

The Mobilitäts-Future is now

Als Pilotprojekt hat die Firma Hive bereits E-Scooter auf der Fläche des Schwabinger Tors verteilt, die zunächst allerdings nur für AnwohnerInnen und Angestellte zur Verfügung stehen. Hive ist Teil von FreeNow, einem Jointventure von Mercedes und BMW, dass die Automobilität in den deutschen Großstädten innovativ und nachhaltig prägen will. Ein Teil des Konzepts ist die Verlagerung von kurzen Strecken auf E-Scooter, die eine Alternative zum Auto bieten sollen und außerdem mit nachhaltig produzierter Energie betrieben werden.

Bequem per App buchen und überall abstellen

Per App kannst du dir einen der E-Scooter buchen und somit freischalten. Das Freischalten soll einen Euro kosten, jede Minute Fahrt zusätzlich weitere 15 Cent. Mithilfe der App sollst du zusätzlich auch sehen können, wo im Moment freie E-Scooter verfügbar sind. Dadurch kannst ihn auch an beliebigen Orten abstellen.

Spezielle Teams sorgen dann dafür, dass leere Scooter wieder an die dafür vorgesehene Ladestationen gebracht werden, denn eine Akkulaufzeit der E-Scooter bringt dich nur ca. 50 Kilometer weit, was aber bei einer Akkuladezeit von 3 Stunden und der geplanten Nutzung von Kurzstrecken zwischen 0,5 und 2,5 Kilometer genug sein sollte.

They see me rollin, …

Und für solche Strecken sind die Roller wirklich super geeignet. Die anfängliche Skepsis, ob man tatsächlich Geld zahlen würde, um vom kostenlosen Rad auf einen E-Roller umzusteigen, für den man bezahlen muss, war schnell verflogen. Die Bedienung der E-Scooter ist sehr intuitiv, wodurch man sehr schnell Spaß am Fahren hat. Mit einem Knopf am Lenker gibt man Gas (bzw. Strom) und kann wahlweise mit einem weiteren Knopf oder einer Rücktrittbremse bremsen. Bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h (schneller habe ich mich nicht getraut), ist die Helm-Empfehlung von Hive durchaus legitim und ein gutes Verkehrskonzept notwendig, wenn man die E-Scooter flächendeckend in der ganzen Stadt verteilen will.

Wann kann man die E-Scooter in ganz München fahren?

Ob und wie man die E-Scooter in Zukunft nutzen kann, ist allerdings noch nicht klar. Das Pilotprojekt läuft zunächst nur für die Anwohner des Schwabinger Tors. Wie das Projekt allerdings für die gesamten Stadt umgesetzt wird, hängt noch stark vom endgültigen Gesetzesentwurf ab. Bis zum 17. Mai wird eine Entscheidung des Bundesrates darüber erwartet.

Wie, wo, wann, wie schnell?

Der bisherige Verordnungsentwurf des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) bekam aber bereits einiges an Gegenwind. Kritisiert wurde unter anderem, dass bisher auf Fußgängerwegen eine Geschwindigkeit von bis zu 12 km/h erlaubt sein soll. Dadurch würde das Risiko für Fußgänger laut DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) und DVW (Deutsche Verkehrswacht) enorm gesteigert werden. DVR und DVW fordern deshalb eine Änderung des bisherigen Entwurfs.

Wie eine unkontrollierte Einführung von öffentlich nutzbaren E-Scootern aussehen kann, konnte man bereits letztes Jahr in San Francisco beobachten, wo die Einführung zu Unfällen und Chaos auf den Straßen führte. Die Stadt musste die Scooter zwischenzeitlich wieder komplett verbieten.

Auch in München sind die Erinnerungen an die Obikes noch im kollektiven Gedächtnis präsent. Hier und dort kann man die gelben Räder sogar noch in Baumkronen oder an seichten Stellen der Isar entdecken.

Mit dem E-Scooter zur Arbeit

Die Einwände der Kritiker sind demnach durchaus berechtigt und eine entsprechende Infrastruktur für eine geregelte Einführung der E-Scooter sollte gewährleistet sein. Mit dem Radentscheid läuft momentan gerade eine Bürgerinitiative, die sich für bessere Radwege in München einsetzt.

Auf sicheren und gut durchdachten Radwegen würde das Fahren mit den E-Rollern bestimmt auch den trettfaulsten Menschen dazu bewegen können, auf das Auto zu verzichten. Der Wille ist also da, um den Umstieg zu einer nachhaltigeren Mobilität zu schaffen.

Wenn alles gut läuft, kannst du also in Zukunft bequem mit dem E-Roller, Münchens neue Radwege erkunden oder bequem zur Arbeit rollen.


Was? Pilotprojekt für E-Scooter

Wer? Das Unternehmen Hive, Teil einer Kooperation von BMW und Mercedes

Wo? Zunächst nur am Schwabinger Tor, ab Ende Mai vielleicht in ganz München

Wann? Seit dem 11. Mai am Schwabinger Tor, die Entscheidung des Bundestages wird am 17. Mai erwartet

Wie viel? Voraussichtlich Einen Euro für die Freischaltung + 0,15 Cent für jede Minute


Fotos: © Christian Schmidt

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