Kultur, Was machen wir heute?

Ein Rückblick auf 22 Jahre Backstage

Hans Georg Stocker

In wenigen Tagen ist es soweit und das Backstage München lädt anlässlich seines 22. Bestehens zu einer 3tägigen Feier ein. Geschäftsführer Hans Georg Stocker nahm sich in der Vorbereitungsphase Zeit für ein Interview, in dem er die vergangenen Jahre Revue passieren lässt und einen Blick in die Zukunft wirft.

Was am 11. Januar 1991 aus der Jugendinitiative x-ray e.V. hervorging, ist mittlerweile zu einem echten Wahrzeichen Münchens geworden. Konzerte, Fußballübertragungen, Veranstaltungen wie das Free & Easy Festival sind es, was das Backstage ausmachen und es so zu einem beliebten Treffpunkt – im sonst doch manchmal recht konservativen –  München machen. Wer hätte gedacht, dass sich das Projekt, dass einst unter einem Blechdach in Fürstenried entstand, sich in diese Richtung entwickeln würde?

Aufgeregt ist Geschäftsführer Hans Georg Stocker anlässlich des Geburtstags am Wochenende nicht. „Ich freue mich vielmehr, wenn es endlich soweit ist. Dann fällt die Anspannung weg und man kann genießen. Alle Einladungen sind raus, wie immer hat man wieder jemanden vergessen, kann es dann aber nicht mehr ändern“, sagt der 45-Jährige mit einem Lächeln. „Das Schönste in diesem Jahr ist, dass endlich einmal keine Räumung zum 31. droht.“

Jahrelang immer wieder von der Geländeräumung bedroht kann das Backstage dieses Jahr seinem Geburtstag also zum ersten Mal seit langem wieder entspannt entgegensehen. 2012 war aus Stockers Sicht das wohl entscheidendste in der bisherigen Geschichte des Backstage. „Sehr turbulent, aber letztendlich doch positiv was die Zukunft betrifft“, beschreibt er selbst das vergangene Jahr.

Die Diskussionen um die Umbaupläne, die Räumungsforderungen auf dem Gelände, alles hat sich im Laufe des Sommers unterm Strich zum Guten gewandelt. Von 2013 erwartet er, dass es vielleicht noch besser wird und noch mehr positive Entscheidungen mit sich bringt.

22 Jahre Backstage

Veränderungen gab es in 22 Jahren Backstage zu Hauf. Von der Entstehung in Fürstenried über die Zeit an der Donnersbergerbrücke zu den 8 Jahren an der Friedenheimer  Brücke, bis hin zum jetzigen Standort in der Reitknechtstraße.

Gewachsen ist es. Und zwar gewaltig. Von einem Raum zu mittlerweile 4 Sälen mit Freigelände und auch dementsprechend mehr Belegschaft. Dies alles bietet natürlich auch jede Menge Platz für Erinnerungen. HG Stocker kommt direkt der Umzug 2002 von der Donnersbergerbrücke zur Friedenheimer Brücke in den Sinn. 8 lange Jahre hatte man an der Donnersbergerbrücke verbracht. Veranstaltungen wie das Free & Easy Festival sind hier entstanden.

Dann ging alles sehr schnell. „Ein Viertel Jahr lang hatten wir den Umzug vorbereitet um dann bis zum letzten Abend an der Donnersberger zu feiern. Gleichzeitig öffneten wir an der Friedenheimer unsere Tore. Ein Shuttlebus wurde organisiert um die Leute von A nach B zu bringen, aber letztendlich musste man auf der Straße nur der Masse folgen.“ Die Gegend um das damals neue Backstage wurde an diesem Abend zeitweise sogar von der Polizei abgesperrt. Zu viele Menschen. Erst Vitamin B konnte weiterhelfen um die Straßen wieder frei zu machen. „Ich hab sprichwörtlich geheult als die alten Stammgäste das Gelände betreten haben, das so kurz vorher noch eine reine Baustelle gewesen war. Da war es plötzlich wieder da, das alte Backstage-Feeling“, so Stocker.

Ebenso in Erinnerung geblieben ist ihm das Konzert der damals noch unbekannten Fantastischen Vier in Fürstenried. Er hatte sie im ORF gesehen, im Plattenladen die Bookingagentur erforscht und sie ins Backstage geholt. „Dort gaben sie dann ein stundenlanges Konzert inklusive Jamsession mit den Fans.“ Kurz darauf legten sie mit „Die da“ den Grundstein für die deutsche Hip Hop Szene. Stocker könnte unendlich viele solcher Geschichten erzählen.

Schlussendlich weiß man also nie, wen man im Backstage so antrifft. Altstars, ehemalige Sternchen mit Comebackversuchen, Newcomer, gerade angesagte Bands oder einfach nur nette Leute und Freunde. Für Erinnerungen ist das Backstage auf jeden Fall immer gut. Gefeiert wird am Donnerstag, Freitag und Samstag unter anderem mit jede Menge Livemusik und dem beliebten Popp the Trash.

Mehr Infos dazu hier.

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