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Fake News rund um die Schliessung des MMA

Jojo Schön

liebt lange verschachtelte sätze, vegane donuts und flohmärkte.

Die Nachricht, dass das MMA Ende März schließt, hat sich seit letzten Donnerstag wie ein Lauffeuer verbreitet (auch bei uns). Flugs wurde eine Petition gestartet, die das ganze verhindern sollte. Die wird seither fleißig geteilt und unterschrieben (2074 Unterstützende, Stand 29.1., 11.30 Uhr).

Die Petition lockte allerdings mit Fake News: Statt wie von den Petitions-Macherinnen beklagt planen die Stadtwerke dort nicht Hotels und Bürogebäude, sondern sie schaffen neuen Wohnraum: 85 Werkswohnungen und normale Wohnungen und eine Kindertagesstätte für 75 Kinder sollen in der Katharina-Von-Bora Straße entstehen.

Petitionsbeschreibung wurde abgeändert

Die beiden Münchnerinnen hatten sich offenbar schlecht informiert und zu schnell reagiert, denn es steht bereits seit Jahren fest, was die Stadt auf dem Gelände vorhat. Gegen Werkswohnungen hätten sie keine Petition gestartet, verriet uns eine der beiden – deswegen haben sie nun, nach zwei Tagen und 2000 Unterschriften die Petitionsbeschreibung geändert und ihren Fehler richtig gestellt.

Screenshot via Openpetition

Vom Netz nehmen wollen sie die Petition trotzdem nicht: Sie hoffen, dass das MMA an einem neuen Ort weiter bestehen kann oder man das Bebauungskonzept überdenkt, so der neue Informationstext.

Die ersten Bauarbeiten vor Ort haben bereits während der letzen zwei Jahre stattgefunden, im Sommer wird es nun ernst: Das alte Heizkraftwerk wird abgerissen und der Bau begonnen, die Fertigstellung ist bereits für 2022 geplant.

Stadtwerke haben aus ihren Fehlern gelernt

Dass dort keine Luxuswohnungen hinkommen, so wie sonst sehr oft geschehen, hat einen Grund: 2011 haben die Stadtwerke ein anderes ehemaliges Heizkraftwerk in der Müllerstraße an die Firma Alpha Invest verkauft und die haben prompt den Luxus-Wohnturm “ The Seven“ da hingebaut. Daraufhin hatte Alt-OB Christian Ude (SPD) den Verkauf des Anwesens an der Katharina-Von-Bora Straße gestoppt und die Stadtwerke angewiesen, ein „sozial durchmischtes Gelände“ zu entwerfen, wie die Abendzeitung damals bereits berichtete.

Die Stadtwerke haben ihr Wort gehalten und wollen nun bezahlbaren Wohnraum für ihre Mitarbeiter schaffen. Und trotzdem droht ein erneuter Shitstorm: Die Petition wird weiter fleißig geteilt und die Zahl der Unterstützer wächst. Die Medien scheinen die Tatsache zu ignorieren, dass dort keine Büro- und Hotelgebäude geplant sind und zitieren die ursprüngliche Petition Wort für Wort.

Aufhören, wenn’s am schönsten ist

Natürlich war die zentrale Lage und die außergewöhnliche Location im alten Heizkraftwerk für einen Club eine Besonderheit, aber mal ehrlich: Würde es den Zauber nicht ein wenig zerstören, wenn das MMA keine zeitlich begrenzte Zwischennutzung mehr wäre? „Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist“, würde meine Oma sagen.

Deshalb haben die Betreiber für den letzten Monat noch große Pläne: Für Ende März haben sie Adam Beyer vom Drumcode-Label angefragt, wie Mitbetreiber Mathias Arifin der in München verriet. Also genießt die letzten Wochen und drückt die Daumen, dass das MMA-Team bald eine neue Location findet!


Beitragsbild: © 03 Architekten

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