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FENGEL’SCHER BILDATLAS #4 MIT WORTEN VON AYZIT BOSTAN

Josephine Musil-Gutsch
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mucbook

Der Münchner Fotokünstler Martin Fengel begleitet unser Jubiläumsjahr mit einer Fotoschau im Museum. Parallel zu der Bilderwelt in der Empfangshalle, die jede Woche um ein Fengel-Bild ergänzt wird, entsteht im Blog der Villa Stuck und auf mucbook der Versuch einer textlichen Erklärungswelt. Diesmal hat sich Modedesignerin, Künstlerin und DJ Ayzit Bostan ihre Gedanken zu Martin Fengels Foto gemacht.

Das Bild erinnert mich an Martins erste Fotoserie ‚Laim‘ von 1992. Es kommt mir vor wie ein damals vergessenes Foto aus dieser wunderschönen Serie, das aber alleine nachgereift ist, und jetzt von mir beschrieben werden soll. Wir kennen uns schon sehr lange und ‚relativ‘ gut. Martin war es mit dem ich damals Bildersehen – und -lesen gelernt habe.

Unsere Bekanntschaft und Freundschaft hat mein Leben, die Sicht auf Dinge und Situationen, meine Wahrnehmung und meinen Blick auf die Welt geändert und geschärft.
Als ich kürzlich von Martin zum Villa Stuck-Blog eingeladen wurde, habe ich mich sehr gefreut und gleichzeitigeinen großen Druck verspürt, dass meine Worte seiner Arbeit nicht genügen könnten. Mir fällt es schwer, dieses Bild zu beschreiben, da es mich an ein junges Grab erinnert und mich an diesem Sonntag etwas traurig werden lässt.

Ayzit Bostan, (* 1968 in Torul/Gümüşhane) lebt seit 1972 in München und gehört heute zu den bekanntesten Modedesignerinnen der Stadt. Noch bis 21. Oktober ist im Hofgarten ihre Stoff-Installation „Replika“ zu sehen. Auf „Ligastudios“ erklärte Ayzit Bostan kürzlich in einem Interview das mit Gerhardt Kellermann entwickelte Konzept:

„Bei der Installation Replika sollen die Hofgarten Arkaden ähnlich dem Markusplatz in Venedig mit Vorhängen versehen werden. Die Verschiebung von Bauwerken aus Italien nach München hat Tradition, beispielsweise ist die Münchner Feldherrnhalle eine Replikation der Loggia dei Lanzi aus Florenz. Die Installation spielt mit Verhüllung und Enthüllung, mit Durchblick und Verschleierung, mit einer neuen Wahrnehmung der bestehenden Architektur und des öffentlichen Raumes an der Schnittstelle zwischen Park und gebauter Architektur.“

Die Hintergründe zum Projekt „Wachs“ von Martin Fengel:
Martin Fengel schickt jede Woche einem Künstler, Autor und anderen Menschen, dessen Arbeit oder Werk er besonders schätzt, ein Foto mit der Bitte, dies zu betrachten ein paar Zeilen über die einströmenden Assoziationen aufzuschreiben. So entsteht zu dem optischen auch ein textliches Kompendium, was sowohl die Möglichkeit der Interpretation oder einfach nur der Beschreibung birgt.

Auf mucbook und im Blog der Villa Stuck zeigen wir künftig jeden Montag – wenn das neue Bild aufgehängt wird – was sich eine Person dazu dachte. Gerne ist auch jeder Leser des Blogs dazu eingeladen, in der Kommentarzeile frei und ungestüm weiter zu assoziieren. Begleitet wird Fengel‘scher Bildatlas durch vier Veranstaltungen, allesamt musikalischen Ursprungs, die in enger Zusammenarbeit mit Martin Wöhrl, Bernd Zimmer, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Münchner Label GOMMA entstehen.

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