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Förderpreis für junge Kunst – Wer sind eigentlich die Münchner Kunststars von morgen?

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Die PLATFORM ist eine kulturelle Dienstleistungsagentur für den kreativen Sektor, die für die Stadt, öffentliche Institutionen und Unternehmen kulturelle Konzepte entwickelt und realisiert.
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Der Kunstclub13 e. V. vergibt dieses Jahr wieder einen Förderpreis für junge Kunst. Nominiert sind fünf junge KünstlerInnen aus München: Lea Grebe, Lou Jaworski, Florian Lechner, Frauke Zabel und Andrea Zabric.

Am Abend des 20. Juni eröffnet die Gruppenausstellung „Perspektiven“ in der PLATFORM und gleichzeitig wird der Förderpreis im Gesamtwert von 6.500 Euro vergeben. Nominiert werden können nur KünstlerInnen, die am Anfang ihrer Karriere stehen und schwerpunktmäßig in München oder Umgebung arbeiten. Gesucht werden also echte Münchner Nachwuchstalente.

Frühere Preisträger sind unter anderen Franz Wanner, Frank Balve oder Anna McCarthy. Nominieren dürfen nicht nur Mitglieder des Kunstclubs, sondern auch jeweils zwei namenhafte Gäste. In diesem Jahr waren das Michael Buhrs vom Museum Villa Stuck und Eva Huttenlauch von der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau.

Im Interview verraten die aktuell nominierten KünstlerInnen nicht nur was sie inspiriert, sondern auch was sie mit dem Preisgeld machen würden.

Was würdest du mit dem Preisgeld machen?
Florian Lechner: In einen Pen Plotter investieren, um meine grafischen Arbeiten weiterzuentwickeln.
(Anm. d. Red. Ein Pen Plotter ist ein Drucker für Vektorgrafiken – gibt es bei Ebay ab circa 300 Euro)

Was darf in deinem Atelier nicht fehlen?

Lea Grebe: Alles ist wichtig in meinem Atelier – es funktioniert wie ein ganz eigenes Ökosystem.

Florian Lechner: Die Ruhe zum künstlerischen Arbeiten und der Stromanschluss für WLAN, Laptop und Kaffeemaschine.

Frauke Zabel: Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man ein Atelier hat und das ist für viele Menschen nicht selbstverständlich in einer Stadt wie München. Ich werde ab 2019 den Luxus haben ein städtisches Atelier für einige Jahre nutzen zu können.

Dein/e LieblingskünstlerIn?

Frauke Zabel: Für mich war und ist etwa die Beschäftigung mit feministisch künstlerischen Positionen der 60er/70er Jahre bis heute sehr relevant, welche nicht auf einen Namen zu verkürzen sind.

Florian Lechner: Die Künstler der Minimal Art und aktuelle Positionen wie Katharina Grosse.

Ein besonderer Preis für besondere Münchner KünstlerInnen

So unterschiedlich wie ihre Antworten auf unsere Fragen, sind auch die Arbeiten der KünstlerInnen. Während sich Frauke Zabel hauptsächlich mit Performance- und Videokunst beschäftigt, experimentiert Andrea Zabric mit purem Pigment. Lea Grebe lässt aus toten Insekten filigrane Bronzegüsse entstehen. Florian Lechner stellt den Raum in Frage: Mit Licht und Schatten verbindet er digitale und reale Flächen zu einer Skulptur. Lou Jaworksi fertigt aus Ferrit-Magneten eindrucksvolle Objekte.

Rauminstallation von Florian Lechner.

Wirklich spannend ist der Abend, da sich die Künstler öffentlich – also auch vor dir – vorstellen, ihre Kunst präsentieren und Fragen beantworten. Also alles was sonst hinter verschlossenen Türen stattfindet, wird hier nachvollziehbar. Auf was basiert eine Jury-Entscheidung? Wie gut kann sich ein/e KünstlerIn präsentieren? Und was wird verlangt? Wer hat das größte Potential? Nach den fünf Präsentationen zieht sich die Jury zurück und fällt die Entscheidung. Auch ihr dürft mitentscheiden, denn es gibt einen Publikumspreis.

Außerdem gibt es Kunst, Talk und kostenfreien Crémant.


Infos in aller Kürze:

Wann? Vernissage am 20. Juni ab 18 Uhr, Ausstellungsdauer: 20. Juni bis 4. Juli
Was?
Gruppenausstellung „Perspektiven“ und die Verleihung des Förderpreises für jung Kunst
Wo? 
PLATFORM, Kistlerhofstraße 70 Haus 60 3. Stock
81379 München

 

Bilder: Beitragsbild- Lea Grebe, Grashüpfer, Bronze, 2017 © Lea Grebe, zweites Bild: Florian Lechner, Raumskizze Sanddepot Aichach, 2015 © VG Bild-Kunst Bonn.

 

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