Kultur, Was machen wir heute?

Geld für drei Münchner Jungautoren

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Max Scharnigg

Der Bayerische Kunstförderpreis in der Sparte Literatur ging in diesem Jahr an drei Münchner. Einer davon ist ein alter Bekannter: Wir gratulieren unserem Kollegen Max Scharnigg von jetzt.de.

Mit seinem Romandebüt gleich einen Preis abgeräumt: Max Scharnigg hat für sein Buch „Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe“ (Verlag Hoffmann und Campe 2011) den Bayerischen Kunstförderpreis bekommen. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.

Der Roman brachte dem Münchner Journalisten und Schriftsteller bereits das Literaturstipendium der Stadt München ein zudem war er für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Die Erzählung kommt fast ohne Handlung aus und ist nach Ansicht der Jury „von rätselhafter Poesie, von zauberhaften Einfällen und kafkaesken Episoden“. Höhepunkt sei die slapstickartige Situationskomik, die sich aus der Parallele zwischen der Besteigung der Eiger-Nordwand und dem Rückzug der Erzählerfigur unter die Haustreppe ergibt.

„Mücke im März“, so heißt der Jugendroman von Veronika Rotfuß (Carlsen Verlag 2008): Eine verliebte Teenagerin, eine demenzkranke Mutter, ein vielbeschäftigter Vater, ein kleiner Bruder. Mit sich abwechselnden Monologen, Dialogen und Rückblenden und ständig rotierendem Erzähltempo beschreibt die Erzählung das Schicksal einer immer chaotischer werdenden Familie. „Ein erstaunliches Debüt“ der in München wohnenden Autorin, meinte die Jury. Der Preis soll die im Schwarzwald geborene Goldschmiedin, Schauspielerin und Schriftstellerin ermutigen weiterzumachen.

In „Alles Verbrecher“ (Verlag btb 2008) von Katharina Eyssen reist eine junge Münchnerin, nach dem Tod des Großvaters, auf der Suche nach der Vergangenheit und sich selbst nach New York. Dabei spielt der verstorbene Opa die Rolle des Bindeglieds zwischen Orten und Zeiten, der sie durch die „Untiefen des Lebens“ führt.
Eyssen studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München Dramaturgie und Spielfilmregie. 2006/07 nahm sie am Manuskriptum-Kurs an der LMU München teil, 2008/09 am textwerk-Seminar des Literaturhauses München. Und jetzt hat die junge Autorin also den begehrten Preis abgeräumt – gleich mit ihrem ersten Roman. Für mucbook hatte sich im März Jana Giola Baurmann mit der Autorin unterhalten.

„Die Kunstförderpreise des Freistaats Bayern in der Sparte Literatur gehen in diesem Jahr an ausgeprägte Erzähltalente, die unverwechselbare eigene Stimmen gefunden haben“, schwärmte Kunstminister Wolfgang Heubisch. Auch in den Sparten Bildende Kunst, Musik und Darstellende Kunst wird der Bayerische Kunstförderpreis verliehen. Am 18. November 2011 werden die Auszeichnungen in der Münchner Residenz an die Gewinner überreicht.

Foto: Christina Maria Oswald ©

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