Münchenschau, Stadt

Gemeinsam gegen Naziterror

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Der NSU-Prozess läuft nun nach einem etwas holprigem Beginn. Doch die Gefahr von Rechts ist damit noch lange nicht gebannt: in den letzten Wochen kam es vermehrt zu nächtlichen Angriffen auf Gebäude, in denen linke Initiativen untergebracht sind. Mit einer antifaschistischen Demonstration am Mittwoch soll dagegen ein klares Zeichen gesetzt werden.

Viermal kamen die Angreifer zum Wohnprojekt Ligsalz8 im Westend. Einmal bewarfen sie Bewohner tagsüber mit Eiern, die anderen Male schlugen sie in der Nacht zu. Sie zerstörten die Fensterscheiben, bewarfen die Fassade mit roten Farbbeuteln, ritzten „Anti-Antifa“ in ein Fenster.
Ähnliches passierte beim Bayerischen Flüchtlingsrat in der Augsburgerstraße. Nach der großen antirassistischen und antifaschistischen Demonstration zum Auftakt des NSU-Prozesses mit bis zu 10.000 Teilnehmern ließen Neonazis ihrer Wut freien Lauf und warfen eine Scheibe ein. Zuvor hatten sie bereits großflächig neonazistische Propaganda verklebt, danach kamen sie noch einmal und hinterliessen Parolen.
Mitte Mai wurde dann die Kanzlei der Anwältin der Witwe eines Opfers des NSU massiv mit Fäkalien verdreckt. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, die Polizei wertete die Häufung der Angriffe als Einzelfälle und teilte dem Blatt mit: „Wir nehmen nicht wahr, dass die rechte Szene insgesamt aktiver wird.“
Jüngst traff es den ebenfalls im Westend ansässigen Kurt-Eisner-Verein und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Auch hier wurden alle vier Fensterscheiben mit Steinen attackiert, so dass sie zu Bruch gingen.

Antifaschistinnen und Antifaschisten rufen deshalb am Mittwoch, 29.05. zu einer Demonstration auf. Sie wollen sich um 19 Uhr am Georg-Freundorfer-Platz an der Schwanthalerhöhe treffen und gemeinsam durch das Westend über den Hauptbahnhof bis zum Mahnmal für die Opfer des Oktoberfestattentats ziehen. Eins wollen sie klar machen: „Gegen Nazigewalt hilft nur ein Mittel – ein konsequenter Antifaschismus.“
Die Demonstration ist hierzu ein erster Schritt. Aufhalten lassen sich die Neonazis aber sicherlich davon nicht. Es gilt, immer wachsam zu sein, in der Nähe von antirassistischen, antifaschistischen, linken oder einfach nur alternativen Einrichtungen die Augen und Ohren offen zu halten. Dann kann diese Gewalt gemeinsam unterbunden werden.

Demonstration „Let’s fight them back – Getroffen hat es einige, gemeint sind wir alle“
Mittwoch // 29.5.13 // 19:00 // Georg- Freundorfer- Platz (direkt an der U- Bahnstation Schwanthalerhöhe)

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