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Genießbares Pathos – Moderat live im Zenith

Markus Michalek

Markus ist Literaturagent und schrieb mal unter dem Namen "Kapinski". Zusammen mit Freunden gibt er seit 2010 ""das prinzip der sparsamsten erklärung" heraus: Ein Literaturmagazin, das keiner Prügelei aus dem Weg gehen würde, aber noch nie eine erlebte und deswegen auch noch nie verlor. Im Herzen ein pazifistischer Bergfex, schätzt Markus lange Tafeleien mit Freunden, Reziprozität und Alltagshedonismus.
Markus Michalek

Eine schöne lange Schlange hat sich vor dem Zenith eingefunden – gerufen haben Moderat: Gernot Bronsert und Sebastian Szary (Modeselektor) sowie Sascha Ring (Apparat). Und gekommen sind viele Freunde der intelligenten elektronischen Tanzmusik und des ätherisch eindringlichem Gesangs, fast-forward-feeling:
Musik darf Pathos haben; was im Alltag manchmal schwer im Magen liegt, wird von Moderat mit einer Leichtigkeit transportiert, die Pathos genießbar werden lässt.

Mit A New Error als zweites Lied auf der Setliste sind die Weichen auch gleich richtig gestellt. Das ist elektronische Herzschlagmusik feinster Machart. Und so gleichen auch die Songs vom neuen Album III, die Moderat an diesem Abend spielt, ebenso wie deren „Klassiker“ einem schönem Schauer mit wechselhafter Intensität, dessen Ende gern noch ein wenig länger hätte auf sich warten lassen dürfen.

IMG_5656Die zugehörige Lightshow wechselt von futuristischen  Lichtsäulen zu Amplitudengrafiken, von Stier-Sternbildern und vielfach besetzter planetarischer Symbolik, über einen zersplitterten Minimalismus hin ins fast schon opulent wirkende Renaissancehafte; das wirkt gleichzeitig zurückgenommen und pathetisch aufgeladen, wie es eben auch die Songs von Moderat sind. Eine in Ton und Bild spürbare und sich selbst bewusst seiende Erhebung im immer lauter werdenden Rauschen: Meditation, medication. I’m eating the hooks that tear me.
Das Zenith mag für Akustikpuristen dank des leicht verschwimmenden Bass an jenem Abend nicht als der perfekteste Ort für ein elektronisches Konzert mit Gütesiegel gelten – die Stimmung in der gut gefüllten Halle leidet darunter ebenso wenig wie die Lust der drei Musiker, zwei Zugaben zu geben und schlussendlich auch zur Gitarre zu greifen. Und so festigt sich bei aller Begeisterung doch auch ganz unaufgeregt aufs Neue der Eindruck, dass ein Liveerlebnis immer noch ein anderes Verstehen für Musik bewirken kann. Spätestens mit bad kingdom – aufgespart für die Kür – stellt sich eine ganze Freude ein, weil unsere Hoffnungen auf einen guten Abend erfüllt wurden. This is not what we wanted, not what we had in mind. 

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Und es wird spürbar die Melange aus kleiner Traurigkeit und Glück // dass schöne Stunden so schnell vergangen // auf dem Weg in die Nacht.


Fotos: Kapinski / C.h.r.i.s.m.a.

DJ Premier, kurz „Premo (bürgerlich Christopher Edward Martin), erlangte Anfang der 90iger, als Teil des New Yorker HipHop-Duo „Gang Starr“, Weltruhm. Seitdem wuchs er zu einem der einflussreichsten DJs und Produzenten der amerikanischen Ostküste heran. Seine Jazz- und Soulsamples machen seinen Sound unverkennbar und somit bediente er Größen des Business wie Dr. Dre, Jay-Z und Notorious B.I.G. mit seinen Beats.

Den vergangenen Sonntag gab sich der Altmeister die Ehre und kam, anders als vor vier Jahren bei „Rockin with the Best“ (https://www.mucbook.de/2011/06/06/rockin-with-the-best-munchen-zu-gast-im-hiphop-tempel/) mit einer Liveband für einen Gig nach München in die Muffathalle.

„Rockin with the Best“

Mit einer gemütlichen halben Stunde Verspätung startete der Abend, wobei keinem zu Beginn genau klar war, wie die Live-Band in das Konzept passen sollte. Die Zuschauer sollten jedoch angenehm überrascht werden, denn anders wie bei NAS mit Band (https://www.mucbook.de/2012/07/09/er-hat-uns-nass-gemacht/) wurde es nicht zu einem Rockkonzert, sondern einer coolen Jam-Session, wobei die Band bestehend aus einem Drummer, einem Bassisten, einem Trompeter und einem Posaunist, Premos Beats spielten oder begleiteten. Immer wieder kam es zu kleinen Improvisationen, was dem Ganzen zu einer ausgelassenen Stimmung verhalf.

DJ Premier spielte samt Zugabe gute zwei Stunden jeden Hit, den das durchaus ältere Publikum hören wollte und heizte den Leuten immer wieder ein – normaler Weise der Job eines MCs. Weniger wäre auch OK gewesen, aber die leicht in die Jahre gekommenen Premier-Anhänger haben die eine oder andere Motivation gut vertragen.

Die Live-Band sorgte für einen angenehmen frischen Wind ohne jedoch das Genre zu vermischen und so war es am Ende ein unaufregendes, aber rundum schönes Konzert.

DJ Premier, kurz „Premo (bürgerlich Christopher Edward Martin), erlangte Anfang der 90iger, als Teil des New Yorker HipHop-Duo „Gang Starr“, Weltruhm. Seitdem wuchs er zu einem der einflussreichsten DJs und Produzenten der amerikanischen Ostküste heran. Seine Jazz- und Soulsamples machen seinen Sound unverkennbar und somit bediente er Größen des Business wie Dr. Dre, Jay-Z und Notorious B.I.G. mit seinen Beats.

Den vergangenen Sonntag gab sich der Altmeister die Ehre und kam, anders als vor vier Jahren bei „Rockin with the Best“ (https://www.mucbook.de/2011/06/06/rockin-with-the-best-munchen-zu-gast-im-hiphop-tempel/) mit einer Liveband für einen Gig nach München in die Muffathalle.

„Rockin with the Best“

Mit einer gemütlichen halben Stunde Verspätung startete der Abend, wobei keinem zu Beginn genau klar war, wie die Live-Band in das Konzept passen sollte. Die Zuschauer sollten jedoch angenehm überrascht werden, denn anders wie bei NAS mit Band (https://www.mucbook.de/2012/07/09/er-hat-uns-nass-gemacht/) wurde es nicht zu einem Rockkonzert, sondern einer coolen Jam-Session, wobei die Band bestehend aus einem Drummer, einem Bassisten, einem Trompeter und einem Posaunist, Premos Beats spielten oder begleiteten. Immer wieder kam es zu kleinen Improvisationen, was dem Ganzen zu einer ausgelassenen Stimmung verhalf.

DJ Premier spielte samt Zugabe gute zwei Stunden jeden Hit, den das durchaus ältere Publikum hören wollte und heizte den Leuten immer wieder ein – normaler Weise der Job eines MCs. Weniger wäre auch OK gewesen, aber die leicht in die Jahre gekommenen Premier-Anhänger haben die eine oder andere Motivation gut vertragen.

Die Live-Band sorgte für einen angenehmen frischen Wind ohne jedoch das Genre zu vermischen und so war es am Ende ein unaufregendes, aber rundum schönes Konzert.

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