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Giesinger Bräu und der Bavarian-Dream

MUCBOOK Redaktion
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Ein Artikel von Sebastian Bader

Nein, das ist kein Artikel aus dem Silicon Valley, über ein Start-up aus der Garage, das ganz groß wird … aber immerhin so ähnlich. Der ein oder andere kennt es vielleicht schon, das Giesinger Bräu aus München, bekannt für seine interessanten Craftbiere und selbstverständlich die Giesinger Erhellung, ein naturtrübes Helles mit der Giesinger Heilig-Kreuz-Kirche auf der Flasche. Die Geschichte der Brauerei ist beinahe so erfrischend wie das Bier selbst.

Ausnahmsweise keine Geschichte aus dem Paulanergarten

Die Idee kam Gründer Steffen Marx im Biergarten und so hat er sich 2006 seine erste eigene Brauerei in einer umgebauten Doppelgarage in Untergiesing eingerichtet. Im Schatten der Giesinger Heilig-Kreuz-Kirche reifte somit der erste Gerstensaft heran und begeisterte schnell die ersten Biergenießer. Bereits 2007 wurden hier 300 Hektoliter Bier produziert und 2009 sogar 750 Hektoliter, was umgerechnet 75.000 Mass Bier entspricht. Eine stolze Zahl, doch nicht groß genug für den ambitionierten Brauereigründer, denn Steffen Marx denkt gerne groß. Nach sechs Jahren in der heimischen Garage zogen die Giesinger mit Sack, Pack, Hopfen und Malz in ihre erste Brauerei, die endlich auch einen eigenen Ausschank besaß. Das Stammhaus am Giesinger Berg. Damit begann nicht nur eine neue Ära für die Brauerei, sondern auch für all die treuen Fans des hochgelobten Biers.

Das schlägt dem Fass den Boden aus.

Wer glaubt, der ambitionierten Brauerei reicht es mittlerweile, der hat sich getäuscht. Denn seit 2019 verfügt das Giesinger Bräu am neuen Standort WERK2 über einen eigenen Brunnen in München und darf sich somit nun offiziell als eine der sieben Münchner Brauereien bezeichnen. Das ist eine der Grundvoraussetzungen, um Bier auf der Wiesn ausschenken zu dürfen. Für Steffen Marx ist das zwar noch Zukunftsmusik, doch nichts, was nicht zu schaffen wäre. Apropos WERK2: 2020 verzeichnete die Brauerei einen weiteren Meilenstein. Denn in der Lerchenau, einem Viertel im Münchner Norden, hat das Giesinger Bräu Anfang Juni seine brandneue Brauerei eröffnet, womit der Bierausstoß etwa verdreifacht wird: Von bisher 12.000 auf mehr als 30.000 Hektoliter.

Einer für alle, alle für einen.

Und was macht diese Brauerei nun so besonders? In erster Linie natürlich das fantastische Bier. Trotz moderner Technik wird das Giesinger Bräu noch handwerklich hergestellt, zum Beispiel veredeln die Braumeister die Hefe noch selbst, ein Mehraufwand, den man schmeckt! Besonders hervorzuheben ist auch das Miteinander in der Giesinger Community. Die steht nämlich geschlossen hinter dem Brauereigründer und seinem Herzensprojekt. Sogar investieren können die treuen Fans in das Unternehmen. So kann man sich namentlich auf dem Brunnen oder den Tanks verewigen lassen, doch es geht noch​besser. Ein Investment im Zuge mehrerer Crowdfunding Projekte lohnte sich dank einer satten Dividende von 6% in Form von Bier oder Verzehrscheinen. Ein Modell, das alle glücklich macht und die Brauerei und ihre Fans noch enger zusammenschweißt. Kurz gesagt, das Giesinger Bräu ist eine Brauerei zum Anfassen, schön persönlich und lokal. Es wundert daher kaum, dass Gäste auch das Sudhaus betreten können und regelmäßige Führungen dazu einladen, das liebste Bier noch ein wenig besser kennenzulernen.

Und wo gibt es das?

Das kultige Giesinger Bräustüberl ist angesichts der Coronakrise leider noch geschlossen, doch der Stehausschank am Viktualienmarkt ist bereits wieder offen. Auch auf der eigenen Couch oder dem Balkon lässt sich ein Giesinger Bier gut genießen, denn die feinen Brauerzeugnisse gibt es auch in so manchem Getränkefachgeschäft und nun auch im Onlineshop vom Giesinger. Also dann, Prost!


Fotos: © Giesinger Bräu

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