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Gute Aussichten

Laura Stecher
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Top View

„Ja, was isn des?“, werden sich viele Münchner denken, wenn sie in den nächsten Tagen über den Rindermark in der Innenstadt laufen. Ein Bildschirm türmt auf einer monströsen Stahlkonstruktion. Werbung? Nein, Werbung ist es eben nicht, sondern das Kunstprojekt Top View 29.53 ft. der beiden Künstlerinnen Nevin AladaÄŸ und Beate Engl. Dieses multimediale Projekt auf dem Rindermarkt ist nicht das erste Gemeinsame der beiden Kunstschaffenden, die sich schon seit dem Studium in München kennen. Zusammen haben sie das Café Helga/Galerie Goldankauf realisiert.

Künstlerinnen

Auf dem Bildschirm von Top View 29.53 ft. wird eine Videoarbeit von Nevin AladaÄŸ gezeigt. „Jede Stadt hat ihren eigene musikalische Sprache“, behauptet die Künstlerin. Die Münchens hat sie in 50 Filmsequenzen eingefangen, in denen tanzende Füße zu sehen sind. Für die Aufnahmen hat Nevin AladaÄŸ Passanten in München, zum Mitmachen aufgefordert und so die Füße von verschiedensten Menschen gefilmt. Interessant ist dabei, dass schon allein die Schuhe und der Tanzstil viel über die aufgenommene Persönlichkeit aussagen. Der durch das Klappern der Absätze und Schlürfen der Sohlen entstehende Sound, fügt sich zu einer harmonischen Hintergrundmusik zusammen. Dem Rythmus Münchens.

Beate Engl entwarf das Gerüst für den LED-Bildschirm. Es ist 29.53 ft. hoch, etwas neun Meter. Auf diese Höhe bezieht sich auch der Name des Gerüsts, allerdings steckt mit der Einheit „feet“ auch eine Anspielung auf die Füße mit im Namen. Bei der Konstruktion des Gerüsts war die Künstlerin von überdimensionalen Werbetafeln, wie es sie in jeder großen Stadt gibt, inspiriert. Dem Trend, den öffentlichen Raum nur als Fläche für Kommerz und Werbung zu sehen, wollen Nevin AladaÄŸ und Beate Engl mit ihrem Kunstwerk entgegenhalten und so die Menschen für die Massen an Werbebildern sensibilisieren, die tagtäglich auf sie einströmen.

Den Rindermarkt als Ort für ihre Installation haben die beiden Künstlerinnen bewusst gewählt. Er ist zentral, urban, aber dennoch ein Ort um kurz zu verweilen. Dazu fügt sich das Rauschen des Brunnens gut in den Rythmus der Füße ein. Vorort wird ein Anprechspartner täglich von 11 bis 14 Uhr und von 17 bis 19 Uhr Fragen beantworten und Informationamaterial aushändigen.

Zwischen 10 und 22 Uhr läuft der Sound der Installation, nachts wird der Film ohne Ton gezeigt.
Top View 29.53 ft. ist eines der Projekte für Kunst im öffentlichen Raum, die von der Landeshauptstadt München unterstützt werden. Die Installation kann von 13. – 23. September besucht werden.

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