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Hoch über den Dächern der Stadt: Erlebe München als Türmer

Gasteig

+++ Update: Coronabedingt findet die Aktion für’s Erste nicht auf dem Dach des Gasteigs statt. Stattdessen werden die Türmer bei sich zuhause an der Performance teilnehmen und am eigenen Fenster eine Stunde des Innehaltens wahrnehmen. Begleitet werden sie in der Zeit vom Team hinter dem Türmer München Projekt. Sobald dies wieder möglich ist, werden die betroffenen Türmer nachträglich in den Aussichtsraum aufs Gasteig-Dach eingeladen, um auch diese Aussicht einmal zu genießen. Mehr Infos findest du hier. +++

Eine Stunde ganz für dich allein, nur mit München, hoch über den Dächern der Stadt. Dabei zuschauen, wie München ganz im goldenen Licht der auf- oder untergehenden Sonne versinkt und deinen eigenen Gedanken nachhängen. Keine Ablenkung, einfach nur du und die Stadt. Genau das ist der Inhalt der interaktiven Kunstperformance „Türmer München“. Auf dem Dach der Philharmonie im Gasteig wird ein von Benjamin Tovo entworfener Aussichtsraum zwei Mal täglich einer Person die Möglichkeit geben, das zu erleben.

Die erste Anmeldephase dazu startet heute, am 28. Oktober

Werde zum Türmer über der Stadt

Hinter dem Projekt Türmer München steckt die australische Choreographin und Künstlerin Joanne Leighton, die ähnliche Projekte bereits in anderen Städten durchgeführt hat oder gerade durchführt. Konkret sieht das so aus: An einem Punkt, der eine gute Übersicht über die Stadt bietet, wird ein geschützter Raum eingerichtet, von dem täglich für eine Stunde zu Sonnenauf- und Untergang je eine Person als Türmer über die Stadt schaut. In einem Jahr ergeben sich so also 730 Menschen, die zum Türmer in München werden. Der Name erinnert an den mittelalterlichen “Türmer”, der vom Turm aus über seine Stadt wachte und den Menschen so Sicherheit gab.

© Benjamin Tovo

Mit ihrem Projekt möchte Joanne Leighton ein Kunstwerk schaffen, das Stadt und Menschen mit einbezieht, indem einzelne Personen täglich in den Fokus gerückt werden: Die Aussichtsplattform auf dem Dach des Gasteigs ist so prominent angebracht, dass man den darin stehenden Menschen auch von unten aus gut sehen kann. So ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen Türmer und Stadt, das weit über den Raum auf dem Dach hinaus reicht. Damit sollen alle Menschen, die Interesse daran haben, erreicht werden. Genau so soll auch der Aussichtsraum für alle Menschen zugänglich sein, egal von wo und aus welchem Umfeld. Die Anmeldung ist für alle möglich, hier gilt einfach nur „wer zuerst kommt mahlt zuerst“. Es stehen also nur die 730 Zeitslots zur Verfügung, zu denen man sich anmelden kann. 

Eine Stunde ganz allein

Natürlich bist du als Türmer nicht ganz auf dich selbst gestellt. Eine Begleitperson kümmert sich während deiner Teilnahme am Projekt um dich und passt auf deine Habseligkeiten auf, während du im Aussichtsraum bist. Sie empfängt dich bereits vorab und nimmt dir für die Stunde, die du als Türmer mit der Aussicht alleine bist, dein Telefon und andere Gegenstände ab. Ziel ist es nämlich auch, dass die Türmer für eine Stunde wirklich keine anderen Einflüsse als ihre eigenen Gedanken und die Situation spüren – vielleicht also eine kleine Auszeit im hektischen Alltag und für viele von uns ungewohnt und meditativ. Im Anschluss holt dich deine Begleitperson wieder ab, es wird ein Foto für die Dokumentation des Projekts gemacht und du darfst deine Gedanken schriftlich in einer Art Gästebuch vor Ort festhalten, das im Nachhinein auch der Dokumentation des Projekts dient.

Um so vielen Menschen wie möglich die Chance zu geben, einen der Slots zu ergattern, wird die Anmeldung in drei Etappen verlaufen. Heute, am 28. Oktober, wurde die erste Etappe mit Terminen bis in den April eröffnet. Ab März wird dann die zweite Anmeldephase mit Terminen bis in den August starten und im Juli die Termine für die restliche Dauer. 

Über den Kalender auf der Türmer München-Website ist gut einsehbar, wann noch Termine zur Verfügung stehen. Dort findest du auch noch weitere Informationen.

Beitragsbild: © Florian Ganslmeier

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