Kultur, Live

„I’ve played the Clown for you“ | Maribou State kommen nach München

Gloria Grünwald

Gloria Grünwald

Gloria ist ein Münchner Kindl, das leider kein Bayrisch sprechen kann. Hört, macht und schreibt gerne über: Musik.
Gloria Grünwald

Dass London ein Creative Hub ist für Musik aller Art, insbesondere auch elektronische Musik, ist selbstverständlich kein Geheimnis. Aber ein echter Geheimtipp, den wir euch nicht vorenthalten wollen, ist das junge britische Produzenten Duo Chris Davids und Liam Ivory, das als Maribou State die englische Weltmetropole zu seiner kreativen Heimat erklärt hat und uns im Oktober in München besuchen kommt.

Geboren in der nördlich von London gelegenen Grafschaft Hertfordshire zwischen den äußersten Stationen im U-Bahn-Netz und einem der fünf Flughäfen im Umkreis der Stadt, wuchsen Chris und Liam – trotz unmittelbarer Nähe zu London – in eher ländlicher Umgebung auf. Den beiden Musikern wird aufgrund ihrer Herkunft in der Netzcommunity besondere Naturverbundenheit nachgesagt. Das erinnert auf den ersten Blick stark an den hierzulande häufig gezogenen München-Stadtgebiet vs. Dachauer Hinterland-Kontrast. Ohne Maribou State denselben Stempel wie so viele andere Blogs aufdrücken zu wollen… ein bisschen was scheint dran zu sein an der Bezeichnung der beiden Soundtüftler als Naturburschen.

 

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Auf dem abstrakten Cover-Artwork ihres ersten Albums Portraits könnte – nun nicht mehr ganz unvoreingenommen betrachtet – durchaus ein sonnenbeschienenes Waldstück abgebildet sein. Tatsächlich bringt der Mix aus gedämpften Farben, umrahmt von kühlem Schwarz, den Sound der beiden ziemlich genau auf den Punkt. Maribou State machen melodische elektronische Musik, bei der der Beat auf natürliche und unangestrengte Weise mit Synthies, Gitarren Licks und gesampelten Vocals verschmilzt. Das ist angenehm für’s Ohr und gleichzeitig betörend geheimnisvoll.

Die beiden Briten lernten sich in der Schule kennen, tüftelten zunächst mit Band(s) und später nur noch zu zweit an eigener Musik. Seit 2011 haben sie schon einige EPs veröffentlicht. Besonders ihre Remixes von Kelis, Fat Boy Slim oder Lana Del Rey haben ihnen online zu einiger Bekanntheit verholfen, bevor Maribou State im Mai diesen Jahres ihren ersten Longplayer „Portraits“ mit der Welt teilten. Liebevoll nennen sie ihr selbst gebautes Homestudio, in dem sie ihr Debüt aufgenommen haben, ‚Shack in the Back‘.

Die Stärke von Maribou State liegt darin, mit Dynamik und dem Übereinanderlegen einzelner Klangelemente Atmosphäre aufzubauen. Anders als beim kühlen Sound anderer Genre-Kollegen, verbreiten die Songs auf „Portraits“ eine natürliche Wärme, die die Musik von Maribou State nicht nur für eine Nacht innerhalb der nackten Betonwände eines Clubs, sondern ebenso gut auch für einen Rave unter freiem Himmel geeignet macht. Wenn die Chöre in „Rituals“ erst leise, dann immer durchdringender erklingen, kann man sich für diesen Track keinen passenderen Titel mehr vorstellen. Chris‘ und Liams Sound kommt ohne Hektik aus, die teils in den Arrangements auftauchende Schwerfälligkeit ist dabei ebenso entspannend wie berührend schön.

Kein Wunder also, dass das kreative Doppel von BBC Radio-Legenden Zane Lowe, Huw Stephens oder Annie Mac in deren Sendungen gefeiert und von Bloggern und Fans mit Genre-Stars wie James Blake, Gold Panda oder Jamie XX in einem Atemzug genannt werden. Maribou State sind ab Oktober auf #PortraitsLiveTour und kommen für einen ihrer nur zwei(!) Live-Auftritte in Deutschland am 16. Oktober nach München. Neben weiteren Highlights im Herbst beehren Maribou State das Ampere. Vorverkauf läuft!

 

Was? Maribou State Live
Wann? 16. Oktober
Wo? Ampere, Muffatwerk
Tickets? 18,50 €, z.B. hier erhältlich

 

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