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Kate Tempest: Let Them Eat Chaos!

Caroline Giles

"Likes: Katzenbabies, Leopardenprint und Augustiner.
Dislikes: Spinnen, High Heels und Königsberger Klopse."
Caroline Giles

Poetin, Rapperin, Künstlerin oder doch eher „spoken word artist“? Wer oder was genau sie sein soll, lässt sich nicht so leicht definieren, denn so einfach lässt sich Kate Tempest nicht in eine Schublade stecken. Im Londoner Lewisham aufgewachsen machte Kate schon immer ihr eigenes Ding – wohnte in besetzten Häusern, legte sich mit Polizisten an und schrieb ihre eigenen Texte. Mit 16, als sie gerade mit der Schule fertig war, fing sie damit an, diese selbstgeschriebenen Texte auf  „open mic nights“ zu performen. Bald darauf folgten die ersten Touren als Support Act solch poetischer und musikalischer Größen wie John Cooper Clarke und Billy Bragg. Inzwischen, knapp 15 Jahre später, und nach Auftritten mit der Royal Shakespeare Company und auf dem Glastonbury Festival, hat sich Tempest ihren eigenen Platz in der „spoken word“- Szene redlich verdient  – und ist zu einem regelrechten Phänomen geworden.

„Becky is a Young Woman/ Heart full of Earth /Eyes Full of Mornings / Spent without Sleeping”

Tempest – ob nun Poetin, Rapperin oder Künstlerin – erzählt vor allem Geschichten. In ihrem Debüt-Album Everybody Down, das sogar 2014 für den heiß begehrten Mercury Prize nominiert wurde, erzählt sie so zum Beispiel die Story von Becky und Harry, zwei jungen Londonern, die mit sich und dem Leben kämpfen: mit dem Alltag, der Arbeit, der Einsamkeit, der Liebe und Drogen. Die Story der beiden (unglücklich?) Verliebten kam bei Fans und Kritikern gleichermaßen so gut an, dass Tempest daraufhin gleich noch einen Roman (The Bricks That Built The Houses) verfasste, der das Leben der beiden Figuren weiter verfolgt.  Tempests Kunst lässt sich schwer greifen – die Übergänge von Rap zu Literatur sind fließend, verschwimmen, und erschaffen etwas völlig Einzigartiges.

„It’s a Big Business Baby and its Smile is Hideous / Top Down Violence, a Structural Viciousness“

Ihre Werke sind ehrlich, direkt, intelligent. Sie handeln von Menschen, ihren ganz persönlichen Kämpfen und Schicksalsschlägen, aber sind auch gesellschafts-kritisch und -politisch. So hat die Involvierung im Irak-Krieg, die großenteils gegen den Willen der britischen Bevölkerung durchgesetzt wurde, tiefe Spuren in Tempests Vertrauen in die Gesellschaft, in der sie lebt, hinterlassen. Sie spricht über den Kapitalismus, die Erderwärmung, Politik – wortgewandt, originell und eindringlich. Mit ihrem neuen Album Let Them Eat Chaos geht sie nun auf große Tournee, und wird ihre neuen Stücke (Songs? Gedichte? Kunstwerke?) am 03. November in der Muffathalle präsentieren.


In aller Kürze:
Was? Konzert von Kate Tempest
Wann? 03. November 2016
Wo? Muffathalle
Wieviel? 25 Euro, Tickets gibt es hier.

Fotocredit: © konzertbüroschonenberg

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