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Kreaschief? Ein Kopf voller Ideen – Designerin Yelena Vakker im Interview

Johanna Rollenmiller

Johanna Rollenmiller

Ganz große Liebe für fabelhafte und oder außerordentliche Adjektive.
Johanna Rollenmiller

Welten zu gestalten, zu verändern und schlussendlich für immer unter eine Glaskuppel zu bannen – Traum oder Wirklichkeit? Die Designerin Yelena Vakker hat uns schon bei ihren Workshops auf der Heim+Handwerk gezeigt, dass dieser Traum zur Realität werden kann: kleine Winterlandschaften unter Glashauben, Canyons unter Wolkendecken oder bewegte Wasserwelten, die mit Segelbooten bedeckt sind, zauberte sie ganz einfach zum Nachbasteln.

Die kleinen Miniaturen – Dioramen genannt – können ganze Welten unter ihrer Glaskuppel beherbergen und dann verschenkt oder selbst behalten werden. Aber auch sonst ist Yelena mit ihrem Label kreaschief mehr als umtriebig. Wir haben sie zum Interview getroffen.

MUCBOOK: Liebe Yelena, stell dich doch kurz nochmal vor!

Ich bin freiberufliche Designerin und Künstlerin. Geboren und aufgewachsen in Kasachstan in Zeiten von Tamagotchi, Spice Girls und Sega Mega Drive. Kreativ, positiv-realistisch, ambivert (also das Zwischending von intro- und extrovertiert). Nach meinem Studium in den Bereichen Media Design und Game Design sammelte ich in den verschiedensten Branchen Erfahrungen, um mich dann Ende 2015 selbstständig zu machen. Inzwischen arbeite ich an Projekten der UI/UX, Visual Design und Branding Bereichen. Als Künstlerin zeichne ich abstrakte, geometrische Bilder, bastle mit verschiedenen Materialien und experimentiere mit New Media.

MUCBOOK: Woher kommt der Name für dein Projekt?

kreaschief ist ein Wortspiel – kreativ, bloß schief. kreaschief steht für sonderbare oder besondere Ideen, Kreativität mal anders, etwas Ungewöhnliches, eine andere Art von Design und Produkten.

MUCBOOK: Was ist neu, anders und einzigartig an kreaschief?

kreaschief ist ein Label, das alle meine Leidenschaften und Interessen unter einem Dach vereint. Es steht für schräge Ideen, die ich auf unterschiedliche Arten verwirkliche, ganz egal ob das nun häkeln, Miniaturen erschaffen, musizieren oder Geschichten schreiben ist. Oder etwas komplett anderes. Ich habe eine Vielzahl von Ideen, die ich unbedingt ausprobieren und mit der Welt teilen möchte. Derzeit liegt mein Fokus auf dem Kreieren von Miniaturen und Kunstlandschaften, ebenso wie auf dem Designen von Ansteck-Rucksäcken oder geometrischen Abstraktionen. All meine Kreationen bestechen durch ihre variablen Größen, Farben und Formen und sind dadurch einzigartig und persönlich.

MUCBOOK: Wie viel Zeit investierst du in kreaschief? 

kreaschief ist mein nebenberufliches Projekt. Ich wende all die Zeit dafür auf, die von meinen hauptberuflichen Design-Projekten übrig bleibt. Normalerweise sind das so ein bis zwei Tage die Woche, meistens allerdings nur der Samstag.

MUCBOOK: Wo findet man dich in München?

Wenn ich nicht gerade arbeite oder handwerkle – dann oft in der Bibliothek, im Museum, in Bücherläden oder dem Englischen Garten, denn hier sammle ich am liebsten meine Inspirationen. Manchmal auch auf Events oder Parties, das ist aber eher selten der Fall. Denn Zeit ist wertvoll und es gibt einfach viel zu viele spannende Sachen zu tun, zu kreieren oder zu lesen.

MUCBOOK: Wer unterstützt dich bei deinen kreativen Ideen?

Am meisten mein Mann. Er ist immer für mich da, ob mit einem guten Rat oder einfach nur einer Umarmung. Natürlich auch meine Verwandten und Freunde. Inzwischen konnte ich mir eine kleine Fangemeinde aufbauen und Kooperationspartner finden, die mich unterstützen. Das bedeutet mir viel. So wurde der Diorama-Modellbau Workshop auf der Heim+Handwerk Messe etwa von den Firmen NOCH GmbH&Co. KG/ Busch GmbH&Co. KG unterstützt und die Materialen zur Verfügung gestellt.

MUCBOOK: Was machst du, wenn du nicht an einem Projekt arbeitest?

Meistens arbeite ich dann doch. Oder höre Musik, lese. Gerne probiere ich auch neue Ideen aus oder setze mich mit anderen kreativen Menschen zusammen. So entstehen neue Anreize, wir schreiben zum Beispiel Sci-Fi Geschichten oder treffen uns zum Brainstorming, am liebsten mit Sebastian Martin von advantarium. Da werden dann Ideen zusammengeworfen, Projekte erarbeitet oder Kurzgeschichten geschrieben.

MUCBOOK: Was liebst du an München besonders?

Für mich ist München riesengroß und winzig klein zur gleichen Zeit. Man braucht manchmal in der Stadt von A nach B über zwei Stunden und kennt dann wiederum den Bäcker für die Sonntagsbrötchen fast persönlich. Großstadtfeeling und völlige Ruhe im Englischen Garten. Dieser Kontrast bewegt mich und die Stadt.

MUCBOOK: Wenn dein Projekt eine Person wäre, wie wäre diese Person?

Das ist eine spannende Frage. Wahrscheinlich sehr neugierig und evtl. etwas zu aufgebrezelt für den Anlass. Sehr höflich und schüchtern. Vielleicht sogar ein wenig anhänglich, wie einer dieser  Straßenhunde, die einem bis nach Hause folgen und einen in Gedanken nicht mehr loslassen.

 
MUCBOOK: Wo findet man dich im Internet?

Gerne auf meiner Webseite, auf Instagram, Twitter und Facebook, immer über @yelenavakker oder @kreaschief. Bald gibt es auch einen kleinen Onlineshop, wo man meine Produkte – handgearbeitet, handgezeichnet oder selbst Designtes, erwerben kann.

MUCBOOK: Ein Song, der mit deinem Projekt zu tun hat?

Der Song „Cut My Hair“ von Mounika ist sehr entspannend, hilft, sich zu konzentrieren und spiegelt die Laune beim Arbeiten.


Beitragsbild: © Christin Hume via Unsplash/ Artikelbilder: Yelena Vakker

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