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Meine Halte: Lothstraße-Stiglmaierplatz oder doch Theresienstraße?

Nina Zöpnek

Österreichische Weltenbummlerin mit momentanem Sitz in München. Akribische Chaotin und oft enttäuscht, dass ein Tag nur 24 kurze Stunden hat.
Nina Zöpnek

Für jemanden, der erst vor kurzem nach München gezogen ist, war die Aufgabe, über meine Halte zu schreiben, echt spannend. Ich sah mich durch die Straßen meiner neuen Nachbarschaft streunen, auf der Suche nach neuen Lieblingsplätzen, Cafés für das gelegentliche schnelle Frühstück außer Haus und Imbissbuden für kochfaule Sonntagabende.

Allerdings gestaltete sich das Vorhaben ein wenig komplexer als erwartet.

Streng genommen ist meine Halte Hochschule München (Lothstr). Doch je nachdem, woher ich komme oder wohin ich fahren möchte, könnten es auch Theresienstraße oder Stiglmaierplatz sein. Also übersetze ich meine Halte einfach mit „my hood“, was sich eben genau aus dem Dreieck dieser Haltestellen ergibt.

Kulinarische Köstlichkeiten, die sich in Steine verwandeln…

An der Hochschule München könnte ich von den müden Gesichtern der Studenten erzählen, die jeden Morgen in Scharen gähnend an mir vorbei zu ihren ersten Vorlesungen laufen. Ich könnte von der stets befahrenen Dachauerstraße erzählen, die gesäumt ist von kleinen sterilen Läden namens Chilli Asia, Memo’s Imbiss oder Call a Pizza. Genau richtig für jene, die ihren Hangover-Heißhunger stillen wollen und minutenspäter Steine im Magen haben. Diese schweren, kulinarische Köstlichkeiten könnten es bestimmt leicht mit jenen im Magen des Wolfes im Märchen der sieben Geißlein aufnehmen.

Ich könnte euch schildern, wie sich unzählige Fitness-Begeisterte zu abendlichen Stunden bereitwillig unter die Neonlichtröhren des mehrstöckigen Fit Stars begeben um dort hinter einschüchternd großen Schaufenstern zu trainieren. Das alles hört sich jedoch nicht so verlockend an, richtig?

Viele, kleine Versprechen, die meine Wochenenden versüßen

Glücklicherweise gibt es im Dreieck „meiner Hood“ auch viele schöne Versprechen, die stets meine Wochenenden versüßen. Ich erinnere mich an die letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres 2017 auf den Stufen der Glyptothek am Königsplatz, an verregnete Sonntage mit einer cremigen Tasse Cappuccino im Café Joon und an ziellose Spaziergänge durch die kleinen und großen Straßen der Maxvorstadt, die immer neue Ziele für das nächste freie Wochenende bereithalten.

Klein und vielfältig

Es ist diese Vielfältigkeit auf so kleiner Fläche, die Kontraste, die Buntheit des Stadtviertels, die mich meine Halte so sehr schätzen lässt.

Das nächste verregnete Wochenende, der erste laue Abend dieses Jahres sind schon verplant: Ich mache Urlaub in meiner Hood.

 

 

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