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Meine Halte: Westpark – “Jaja an der Theresienwiese. Fast”

Steffi Zilz
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Mein Ziel vor gut einem Jahr war es Stadtluft, statt Vorstadtluft zu atmen. Hat auch geklappt.
Zwar wurde es nicht eines der beliebtesten Viertel, wie die Maxvorstadt, Haidhausen & Co, aber meine Halte ist mir ziemlich ans Herz gewachsen. Dafür gibt es auch ein paar gute Gründe.

Trügerische Stille (zum Glück!)

Um ehrlich zu sein, war ich etwas skeptisch als ich von meinem Balkon aus auf die Kirche gegenüber blickte und den Kindergartentrupp über die anliegende Wiese toben sah. Bevor ich den Sprung nach München geschafft hatte, malte ich mir in meinen Tagträumen aus auf ein Meer von Häuserdächern zu blicken und von den unten liegenden Bars aufgeregtes Stimmengewirr wahrzunehmen. Naja fast.

Wer Freund*innen zu sich „raus“ locken möchte, muss eben kreativ werden. Der vorgegebene Katzensprung zur Theresienwiese (mit dem Rad ca. 10 Minuten und zu Fuß eben etwas länger), kann schmackhaft gemacht werden, wenn man einen kurzen Stopp beim Bauwagencafé Gans am Wasser am Mollsee vorschlägt. Open Air feeling à la Bahnwärter Thiel inklusive.

Zwei Parks sind besser als einer!

Der Westpark der tatsächlich 3 Minuten Gehzeit von mir entfernt liegt, erstreckt sich in zwei Teile, den Ost- und den Westteil. Im Sommer ist in beiden Teilen einiges geboten. Neben ambitionierten Spikeballspieler*innen tummelt sich auf den Wiesen Jung und Alt beim Slacklining oder Pilates.
Das Freizeitsportangebot MUCkis für alle – Fit im Park ist auch im Westpark vertreten und ersetzt mir quasi das Fitnessstudio an warmen Tagen.

Der westliche Teil des Westparks kann mit dem Freilichtkino Mond und Sterne an der Seebühne auftrumpfen, die auch als Veranstaltungsort für weitere kleinere Events dient. Und wenn sich am Sonntag elterlicher Besuch ankündigt, kann man mit diesem im Rosengarten und durch das Ostasien-Esemble mit kleinem Chinagarten und Pagoden flanieren.

Im Gegensatz zu vielen anderen Parks und Grünflächen punkten beide Teile damit, dass es fast überall Grillzonen gibt. Für mich bedeutet das rein zum Metzger um die Ecke und Grillkohlen anheizen – ohne schweren Survivalrucksack schleppen bis zum Flaucher. 1:0 für den Westpark.

Wenn dann mal die Berge rufen

Sollte das Wochenende einmal nicht vollends verplant sein und das Wetter herrlich, dann entpuppt sich die Halte Westpark als Poleposition für geplante Wandertouren oder einen Abstecher an den Starnberger See. Man fährt direkt vom Luise-Kiesselbach-Platz auf die A95 Richtung Garmisch oder die A8 Richtung Rosenheim und spart sich so das lästige Gewusel durch die Innenstadt, Zeit und Nerven! Wer’s nicht glaubt: Mein Rekord zum Starnberger See liegt bei sportlichen 15 Minuten.

Ein Resümee

Ja, ich räume ein: Dreh- und Angelpunkt an der Halte Westpark ist nun mal der Westpark selbst.
Es gibt keine Schellingstraße, aber dafür Ruhe, viel Grün, nahgelegene Einkaufsmöglichkeiten und die U6, wie auch das Radl bringen einen in Minutenschnelle ins Zentrum.

Sollte der ganze Pandemiespuk irgendwann endlich vorbei sein, kann ich meine Freund*innen zum langersehnten Wiesn Warm-up mit Weißwurstfrühstück zu mir einladen. Natürlich mit einem Augenzwinkern, denn die Theresienwiese ist ja bekanntlich nur einen Katzensprung von mir entfernt.

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