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Scroll dich bunt – München hat eine eigene Graffiti-Webseite entwickelt

Lea Haufler

Hello hello, who is calling?
Mucbook hier, haste Stift und Papier?
Klare Sache, da ist die Lea doch dabei,
War doch immer schon Fan der Schreiberei!
Lea Haufler

Wusstet ihr, dass das erste Graffiti auf einer Münchner S-Bahn 1984 in Geltendorf entstand? Oder dass in den 1970er Jahren plötzlich überall  das Wort „Heiduk“ an Münchens Hauswänden auftauchte und bis heute niemand weiß, was es damit auf sich hat?

Alles Teil der Geschichte Münchens. Der Graffitigeschichte Münchens. München ist zwar nicht Berlin und es prangt einem nirgends in Riesenlettern das Wort PIMMEL auf einer schäbigen Hausfassade entgegen, dennoch hat die Landeshauptstadt so einiges an Graffiti Kultur zu bieten. Und genau deshalb ist nun die Seite muenchengraffiti.de online gegangen, die neben einer allgemeinen Aufklärung über Graffiti auch allerlei Fakten über München Street Art Entwicklung liefert.

muenchengraffiti.de (2)

Scroll dich bunt

Mit einem zufälligen schwarz-weiß Video, meistens mit einem Zug als Protagonisten, begrüßt einen münchengraffiti.de. Eine bunte und höchst kreativ gestaltete Aufmachung hat die Website, die sich der Street Art widmet. Sehr gelungen.

Alles was man braucht ist eine Scrollrad und schon lappen alle wichtigen Info übereinander. So schafft man es, die ganze Seite nur per Scrollrad durchzuforsten und trifft währenddessen auf Bilder, Videos, Karten und sogut wie jeder Farbe im Malkasten.

Sehr erwähnenswert ist auch: münchengraffiti.de wurde vom Kulturreferat München finanziert. Denn Graffitis sind schon lange mehr als eine verhasste Stadtverunstaltung und illegale Schmierereien. Seit 2014 fördert die Stadt München Street Art und Graffiti Projekte jährlich mit einem Budget von 180.000 Euro. Da sagt mal noch einer, dass München spießig ist.

Als Martin und Stefan beim Sprayen erwischt wurden

Überall in München finden sich Orte, an denen man bunte und kreative Graffiti-Kunstwerke bestaunen kann. Ob Viehhof oder Brudermühlbrücke. Der einzige Unterschied: das eine ist eine legale, das andere eine illegale Sprayer-Fläche. Auch zu diesem Thema gibt es auf münchengraffiti.de einiges zu entdecken. Eine Karte mit den wichtigsten legalen und illegalen Sprayer-Flächen, historischen Graffitis oder Shops und Institutionen, bietet allen Münchner Graffiti-Interessierten eine gute Übersicht. Gerade über das illegale Sprayen versorgt die Seite einen mit dem anschaulichen Beispiel von Martin und Stefan, die nachts beim illegalen Sprayen von Herrn Meier entdeckt werden. Inklusive aller rechtlichen Konsequenzen versteh sich.

graffiti

Scrollt man ein bisschen runter, findet man jedoch auch den Graffiti-für-Dummies-Tipp, nicht alle seine illegal gesprayten Kunstwerke auf Instagram zu posten, um genau so etwas zu vermeiden. Oder aber den Verweis auf legale Halls-of-Fame zum Ausprobieren oder die Graffiti-Workshops und Beratungen in der Färberei, Mitherausgeber von münchengraffiti.de. Dann läuft man auch nicht in Gefahr, wie Martin und Stefan, Hausduchsuchungen und Sozialstunden über sich ergehen lassen zu müssen.

Insgesamt ist münchengraffiti.de eine kreative und super anschaulich verpackte Seite, die einem alles über das Thema Graffiti in München liefert. Und vielleicht dem ein oder anderen Lust und Laune macht, sich selbst mal in München nach Street Art umzusehen. Oder sich sogar selbst künstlerisch auszuprobieren. Hauptsache ohne Polizei und bitte kreativer als PIMMEL.


Titelbild: Javier Garcia / unsplash.com

Bilder: (1) Mitch Altman (CC BY-SA 2.0), (2) Screenshot muenchengraffiti.de

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