#InstaMunich mit..., Aktuell, aus dem Magazin, Kurios, Leben, Stadt

#instamunich mit @noticingmunich

Wir lieben Instagram. Und ganz besonders lieben wir München-Content. Denn egal wie oft wir die Motive ‚Spezi am Flaucher‘ oder ‚Sonnenuntergang auf der Hackerbrücke‘ schon gesehen haben, sie zaubern uns jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht und ein #HachMünchen in die Kommentarspalte.

Um deinen Alltag mit München-Content zu bereichern und weil wir dir unsere liebsten Münchner Instagrammer nicht vorenthalten möchten, haben wir die Serie #InstaMunich mit… gestartet. Hier erfährst du, wer hinter dem @-Zeichen steckt.

Jan Rauschning-Vits ist @noticingmunich

Wieso gibt es eigentlich kein Notes of Berlin für München, ein Notes of Munich? Ganz klar, weil es @noticingmunich gibt. Anderer Name, selbes Program: Auf diesem Account findest du alles, was Münchens Straßen so an Kuriositäten zu bieten haben. Sticker, Tags, Gekritzel auf Plakaten, Graffitis an Häuserwänden und was es sonst noch alles zu entdecken gibt.

Hinter dem Account steckt Jan Rauschning-Vits, den viele vielleicht aus unserem „Mensch, München!“ Podcastals Autor bei Mucbook, ganz bestimmt aber von früher aus dem Awi, beziehungsweise jetzt aus dem Goldenen Reiter kennen, wo er vom Tresen aus die Meute mit Blutgrätschen versorgt.

#Nachgefragt…

#therealme – Jan Rauschning-Vits, 25, Vorstadtmigrant (geduldet)

#wieallesbegann – Ich hatte den Schuss nicht gehört und kam Anfang 2017 zu Instagram. Mir war es irgendwie zuwider die Plattform mit noch mehr Content aus einem langweiligen Leben zu fluten. Also postete ich das, was ich sah und liebte – kleine Botschaften von Fremden an Fremde, instantaneous aufgenommen und uninszeniert.

#notinmybackyard – Menschen. Menschen sind nur Nebendarsteller auf den Straßen. Zumindest auf den ersten Blick. Sie hinterlassen natürlich Spuren und die zeige ich. Das Individuum ist dabei anonym. Es ist wie im Wald, der maßgeblich von Ameisen und Vögeln und was weiß ich für Tieren geformt wird. Am Ende interessieren sich aber alle nur für die Bäume.

#wasichmag – Ich liebe das Einzigartige. Dieses kleine Detail, das du nur genau hier findest und diese Ecke, dieses Gebäude deswegen besonders macht. Es geht glaube ich um Situationskomik, denn witzig sollte es mindestens sein oder traurig oder episch.

#favoritefollower – In meiner ersten Podcastfolge von „Mensch, München“ erzählte mir David Muallem @dmuallem beiläufig, dass er mir folgt. Er ist für die Entwicklung meines eigenen Musikgeschmacks sehr wichtig gewesen. Mit seinem Blitz Club hat er der elektronischen Musik einen Tempel errichtet. Da wurde mir das erste Mal bewusst, dass ich mit meinem Content nicht nur Leute aus meinem direkten Umfeld erreiche.

#guiltypleasure – Ich kann mich stundenlang bei @geile_tiefgaragen_einfahrten verlieren. Dieser Account ist absurd, das Thema allein kommt maximal bescheuert daher. Es ist ein Joke, ein Nicht-Witz. Dann entdeckt man aber die mehr als 1.500 Posts und realisiert, dass da echte Passion für Tiefgarageneinfahrten dahinterstecken muss. Mittlerweile bin ich wöchentlich auf dem Account und spüre die pathetische Sogkraft, wenn eine Tiefgarageneinfahrt nach der anderen vor meinen Augen vorbeizieht. Das Objekt – die „betonierte Einfahrt in den Untergrund“ – wir aufgelöst und zurück bleibt die Verwunderung über die Mechanik an sich – dass wir Menschen tatsächlich Abstellhallen für Kraftfahrzeuge unter der Erde bauen. Der Account zeigt das absurde im Alltag am Beispiel des Konzepts Tiefgarageneinfahrt. Einfach geil.

#lieblingshashtag – Ich finde Hashtags unnötig und benutze sie nur selten.

https://www.instagram.com/p/BU1QK7blnVn/

#filterornofilter – Meine dreckige Kameralinse ist Filter genug.

#favoriteigers  -@ti_amo_hubi für die Stories (R.I.P.), @abstractsunday für den Content, @drunkpeopledoingthings für die LoLs.

#instadetox – Fahrrad fahren und immer die Augen offen halten.

#wenigerbussibussi – Wiesn abschaffen.

#mehramore – München ist ständig unzufrieden mit sich selbst. Es ist uns direkt wurscht, dass irgendwelche Magazine aus viel hipperen Städten uns zur lebenswertesten Stadt der Welt erklären. Für die MünchnerInnen ist immer alles nicht cool, billig, schön, laut oder aufgeräumt genug. Wir baden im Selbstmitleid und finden unsere Stadt scheiße. Ich glaube, wenn das mal nicht mehr so ist, wird München ganz schnell nicht mehr zu ertragen sein. Zufriedenheit ist Stillstand.

https://www.instagram.com/p/BjAQ_rhnpFA/

Übrigens: Noch mehr #HachMünchen und ganz viel #Viertelliebe findet ihr im MUCBOOK Magazin: Die 10. Ausgabe widmet sich ganz den Münchner Stadtvierteln – ob langweilen in Laim, von einer Kneipe in die nächste fallen in der Maxvorstadt, den Gentrifizierungs-Irrsinn ertragen im Glockenbachviertel oder mit einem Feierabendbier an der Isar abhängen in Untergiesing: Wir haben uns in München umgesehen und dabei natürlich auch die schönsten und lustigsten Stadtviertel-Instagram-Accounts entdeckt.

Die neue Ausgabe kannst du hier bestellen!


Bilder: © Jan Rauschning-Vits

Giulia Gangl

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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Das Heft über „Wohnen trotz München“

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