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Zwischen Jazzschool und The Voice of Germany – Münchner Gesichter mit Sängerin Hannah Wilhelm

Leila Herrmann

They said I would never make it
But I was built to break the mold
The only dream that I’ve been chasing is my own“ 

Diese Zeilen singt Hannah im Song „Underdog“ von Alicia Keys bei den Blind Auditions bei the Voice of Germany – und gerade mit diesen Lines kann sie sich so gut identifizieren und kämpft nun endlich für ihren Traum, von der Musik leben zu können.

Die 23-Jährige wohnt nun schon seit vier Jahren in München und macht gerade eine Gesangsausbildung auf der Neuen Jazzschool in Pasing. Nebenher verdient sie sich als Kellnerin ihre Brötchen in der Cooperativa im Glockenbach. Nun kannst du den Weg der Wahlmünchnerin bei der diesjährigen Staffel The Voice of Germany verfolgen und Hannah’s Blind Audition am kommenden Donnerstag (15.10.) um 20.15 auf ProSieben anschauen.

Und jetzt zu den wirklich wichtigen Fragen…

Weißwurst oder Leberkas? 

Die veganen Weißwürste vom Viktualienmarkt sind ganz geil. 

Wer oder was inspiriert dich? 

All die besonderen Menschen die ich in meinem Leben habe und musikalisch ganz besonders mein Papa, weil er selber ein toller Musiker ist und für mich einfach den absolut besten Musikgeschmack überhaupt hat. Meine fünf-monatige Reise durch Asien hat mich auch wahnsinnig inspiriert neue Songs zu schreiben und den Weg als Musikerin einzuschlagen. 

Woran arbeitest du gerade abseits von The Voice? 

An mir selbst. Coronabedingt grade noch mehr als sonst haha. Und sonst nimmt meine Ausbildung sehr viel Raum ein und in der Zeit, die mir übrig bleibt, arbeite ich an neuen eigenen Songs. 

Würdest du dich selbst auch als Underdog beschreiben?

Vielleicht würde man, wenn man mich kennen lernt, nicht direkt an das Wort Underdog denken. Ich hab eine tolle Familie, viele tolle Freunde an meiner Seite, bin viel unterwegs und hab Essen und ein Dach über dem Kopf. Ich hatte es aber nicht immer einfach Anschluss zu finden, wurde in der Schule jahrelang ausgegrenzt und respektlos behandelt und weiß dementsprechend was es heißt sich unterlegen zu fühlen und diese Unsicherheiten trägt man natürlich auch heute noch mit sich. Die Musik war da schon immer ein wichtiges Ventil für mich um mir Kraft zu geben und um zu lernen dass es total egal ist was irgendwelche Leute über einen sagen, solange du selber weißt wer du bist und was du kannst und was du willst, so muss man sich dann auch irgendwann selber aus der Rolle des “Underdogs” befreien und v.a. dir selbst beweisen, dass du so viel mehr bist als das – And you find that someday soon enough you will rise up!”

Wie würdest du deinen Stil beschreiben? 

Grundsätzlich singe ich sehr viel Jazz, Soul, Funk und RnB aber meine eigenen Songs gehen eher in die Richtung Singer/Songwriter. 

Was hat dich dazu bewegt, Sängerin zu werden? 

Meine Mama sagt immer, ich hab schon gesungen bevor ich sprechen konnte. Die Entscheidung getroffen, mich voll und ganz auf die Musik einzulassen, habe ich in den sechs Monaten, in denen ich in Thailand gelebt und dort als Sängerin gejobbt habe und jeden Abend in einer anderen Jazzbar gejammt habe. Ich habe zwei Studiengänge angefangen, also versucht „was Gscheites“ zu machen und wurde einfach echt unglücklich weil ich gemerkt habe, dass meine Kreativität und Leidenschaft keinen Raum mehr hatte und ich mich irgendwie verloren gefühlt habe. Deswegen habe ich beschlossen, dass es für mich keine Kompromisse mehr gibt und Sängerin zu sein mein Purpose ist und bisher fühlt sich das verdammt richtig an!

Dort wolltest du schon immer mal singen: 

Times Square wäre nett, haha. Und: Ich bin zwar nicht religiös aber seit ich als Kind Sister Act gesehen habe, ist es mein Traum mal in einem richtigen Gospelchor zu singen irgendwo in den Südstaaten.

Worüber fluchst du am häufigsten in München?

Die Nachbarn wegen denen jegliche Bars schließen müssen. ( zB. unser geliebter Korner Anfang dieses Jahres ) ​ 

Dein bayerisches Lieblingssprichwort? 

Schau ma mo dann seng ma scho!

Das macht dich zur Münchnerin:

Ich bin nie am Marienplatz. 

Wo trifft man dich in der Stadt? 

In der Cooperativa. Ob Arbeit oder frei, tatsächlich meistens dort. 

Diese Band aus der Münchner Musikszene hat mehr Aufmerksamkeit verdient: 

Ich bin ein großer Fan von Caroline Kelley’s Stimme und ihrer Band Malonway. Fleur en Fleur (jetzt Dani DeLion) finde ich auch meeega und ich liebe die Sachen von The NiceNice (haben sich leider aufgelöst aber lohnt sich absolut auf Youtube mal reinzuhören) 

Geht immer: 

Stevie Wonder und Honig-Salz Cashews.

Dein Lieblings- Insta- oder Twitteraccount? 

galerie.arschgeweih auf Insta. Ich lieb’s einfach. 

Wo war deine wildeste Partynacht? 

Thailand vor 2 Jahren. Hab seitdem ein Fingertattoo. Wie sie sonst so war, ist schwammig.

Beitragsbild: Hannah Wilhelm

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