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Neuorientierung und Redefinition

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Elena Bajos Praxis ist vom Zufall sowie von vorgefundenen, formalen Bedingungen beeinflusst. Sie erzeugt Räume, die das soziale und politische Potential von Architektur ausloten. „Ein Raum“, sagt Elena Bajo, „bietet die Rahmenbedingungen für die Umdeutung und Neubelegung der in ihm enthaltenen Gegenstände.“

PLATFORM3 lädt Elena Bajo nun ein, in München eine ortsspezifische Arbeit zu entwickeln.

Konzeptuell sind ihre Arbeiten nicht etwa, weil sie die Dematerialisierung des (Kunst-)Objektes behandeln, sondern aufgrund ihrer Beschäftigung mit intellektueller Arbeit: Arbeit, die weder evaluiert noch gemessen werden kann und sich daher den neoliberalen Kriterien der Wirtschaftlichkeit und des Profits verschließt.

Ihren Aufenthalt in München nutzt Elena Bajo zur Erforschung von Momenten des Bruches und der Neupositionierung – in historisch-politischer ebenso wie in anthropologisch-kulturgeschichtlicher Hinsicht. Guattaris ökosophischer Ansatz dient dabei als verbindendes Element zwischen politischen Systemen und singulären Individuen. Anlässlich des Gastaufenthaltes von Elena Bajo in München erscheint eine Publikation.

Wer versucht, die Intentionen der Künstlerin zu verstehen, wird in der im Juni 2012 in Basel gezeigten Performance „Absence of Work“ ein zu dem von Palais Schaumburg und Nena bekannten „Gibst du mir Steine, geb ich dir Sand, komm wir bauen eine neue Stadt“ passendes, Raum bestimmendes, weil stark choreographisches und tänzerisches Element entdecken. Ein Blog macht die Entwicklungsschritte hin zu ihrer momentanen Ausdrucksform klarer.

Vita: Elena Bajo (*Madrid) studierte Architektur in Barcelona sowie Malerei und Skulptur an der Central Saint Martins School of Art, London. Jüngst zeigte sie die Einzelausstellung „The Factory of Forms“ bei Manifesta 9 Parallel Events Genck sowie an der Jan van Eyck Academie Maastricht. Bei D+T Project Gallery, Brüssel präsentierte sie „Reconstructing of the Common“ und war bei Frieze Frame Art Fair in London vertreten. Sie nahm an der Performa 11 Biennale New York (2011) teil, und zeigte Arbeiten bei der David Roberts Art Foundation, London; im MUHKA, Antwerpen und bei LAXART, Los Angeles. Soeben erschien das Künstlerbuch »The Factory of Forms«, bei Onomatopee, Eindhoven, NL (2012). Elena Bajo lebt und arbeitet in LA und Berlin.

PLATFORM3 has invited the international artist Elena Bajo (ES/USA/) to develop a site-specific work in Munich. Her itinerant practice produces spaces in which the social and political potential of architecture is realized. Her work refuses the normalized dialectic of space and instead reestablishes its discourse according to the conditions of chance and contingency. Bajo’s works are conceptual in the sense that they are linked to cognitive labor; a labor that cannot be valued and has no limits, as it is the condition of precarious work in today’s neoliberal economy. Yet, her work does not simply express the dematerialization of the art object, but is a refusal of »work« and »object« altogether.

Webauftritt der international bekannten Künstlerin

„THE ABSENCE OF WORK“//ARTISTS IN RESIDENCE//PLATFORM 3

Elena Bajo bei Parallel Events

Elena Bajo in der D+T Project Gallery

Elena Bajo ||artist in residence|| absence of work || Platform 3 (Kistlerhofstr. 70) || Die Einzelausstellung wird am 9. Oktober um 19 Uhr eröffnet und ist bis 21. November (Mo-Di und Do-Sa 11-19 Uhr, Mi 12-20 Uhr) zu sehen.

Text und Bild: Platform3

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