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News vom Radentscheid: 20 neue Routen für München

Leila Herrmann

Parcours zwischen fahrenden Autos, spontan aufspringende Autotüren, lästiges Warten an jeder Kreuzung. Leider ist Radfahren in München teilweise so angenehm wie ein Spaziergang in der Kaufingerstraße am Samstagvormittag. Daher entscheiden sich noch immer viele Münchner*innen gegen das Fahrrad. Das soll sich jetzt aber ändern. Denn gerade jetzt, in Zeiten von Corona, will die Stadt mehr auf den Radverkehr setzen und ergreift Maßnahmen zur Umsetzung des Bürgerbegehrens Radentscheid: 20 neue Radwege sollen entstehen.

Radweg-Offensive bis 2025

Der neu gegründete Mobilitätsausschuss des Stadtrats ist die Folge des Bürgerbegehrens Radentscheid. Demnach ist in ganz München bis zum Jahr 2025 ein großflächiger Ausbau vorgesehen. Nach dem Radentscheid 2019 hatte der Stadtrat beschlossen vier Pakete, mit jeweils zehn Einzelmaßnahmen pro Quartal, umzusetzen. Dann kam Corona und stellte die Planungen kurzzeitig auf den Kopf. Deshalb stimmt der Stadtrat nun gleich über 20 Maßnahmen ab, die dieses Jahr noch ausgearbeitet werden können. Das Planungsreferat hat schon Vorschläge erarbeitet, an welchen Straßen der Radentscheid umgesetzt werden könnte. Insgesamt geht es um 17 Kilometer neue Radwege.

Radfahrern geben, Autofahrern nehmen 

Der Radentscheid sieht ein flächendeckendes Radwegenetz mit in der Regel von mindestens 2,30 Meter breiten Radwegen vor. In dem Entscheid geht es in erster Regel um die Sicherheit der Radfahrer*innen, da an sehr vielen Stellen der Stadt die alten Radwege einerseits extrem schmal sind, andererseits Radfahrer*innen auch oft von abbiegenden Autofahrer*innen übersehen werden. Es sollen breitere und sichere Fahrradwege entstehen, dafür werden Autofahrer*innen Fahrspuren und Parkplätze gestrichen. Der Stadtrat hat sich bei dem Maßnahmenpaket außerdem zum Ziel gesetzt, dass der ÖPNV nicht beeinträchtigt wird, möglichst keine Bäume gefällt oder Autospuren verlagert werden müssen.

Eine neue Route entlang der Isar? 

Das wäre bitter nötig. Denn: Alleine auf der Nord-Süd-Achse werden zu Stoßzeiten täglich bis zu 12.000 Radfahrer*innen gezählt. Die Isarparallele ist ein Verkehrs-Hotspot mitten in München, der auf zwei winzigen Spuren, neben der Autospur der Radverkehr, verläuft und der von Jahr zu Jahr immer weiter an Verkehr zunimmt. Um diesem Anstieg entgegenzukommen, will die Stadt, im Rahmen der 20 Maßnahmen, nun den Radlern zwischen der Reichenbachbrücke und der Luitpoldbrücke mehr Platz einräumen. Dieser Radweg soll beispielsweise auf 2,80 Meter verbreitert werden.

Um welche 20 Routen es sich handelt, kannst du hier nachlesen. 


Beitragsbild: Unsplash/ Claudio Schwarz

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