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Oh wie süüß!

Gruen und Gloria

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Gruen und Gloria

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So manch einer der „Tierheim“ hört, denkt an süße Kätzchen und Babyhunde. Doch was passiert mit Affen, die zu alt sind, um im Zirkus zu turnen? Schafen, die bockig werden, oder Hühnern, die nicht mehr genug Eier legen? Auch für die gibt es Platz im Tierheim.

Doch wie lange noch? Das Münchner Tierheim hat immer mehr mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.

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Dieses Huhn kommt aus einer Legebatterie mit Bodenhaltung. Es ist erst ein Jahr alt und obwohl es schon einige Zeit im Tierheim ist, hat es sich noch nicht von seinen Verletzungen erholen können. Es legt nicht mehr genügend Eier am Tag – das heißt weniger als drei. Für so ein Huhn ist kein Platz in der Legebatterie. Aber im Tierheim: Für das Hühnchen vermutlich das größte Glück.

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Die finanzielle Unterstützung der Stadt beträgt etwa ein Zehntel des insgesamt benötigten Geldes im Jahr. Gespendet wird nur wenig. Obwohl man von einer Stadt wie München doch erwarten sollte, dass genug Leute zu finden sind, die das Tierheim mit kleinen Beiträgen unterstützen möchten. Die spenden aber eher für Tierschutzvereine, die in der Kaufingerstraße auf das Leid der Tiere aufmerksam machen. Vorallem der teure Unterhalt einer solchen Gemeinschaft zehrt aber an den Spenden und lässt nur wenig für die Tiere übrig.

So kommt es, dass immer weniger Spendengelder dem Tierheim zukommen.
Rund 30 % der Arbeit, die dort zu erledigen ist, wird allein von freiwilligen Helfern verrichtet, die teilweise täglich vorbeikommen, um die Pfleger zu unterstützen. Ohne die, wären die Tore des Tierheims schon lange geschlossen, die Käfige leer.

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Diese mürrisch dreinblickende Katze ist frisch tätowiert und nicht in einen Farbtopf gefallen.

Insgesamt leben rund 200 Katzen im Münchner Tierheim. Davon kann man als Besucher allerdings nur einen Bruchteil sehen. Eben die, die sich vielleicht noch an den Mann bringen lassen. Die anderen sind im Keller oder auf der Quarantäne-Station untergebracht. Denn das ursprünglich geplante Katzenhaus, das den Katzen mehr Bewegungsfreiheit geben sollte, konnte aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden.

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Außerhalb der Besucherzeiten, kann eine Katze, oder wie hier ein Kater schon mal einen kleinen Spaziergang durch die Räumlichkeiten machen.

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Es ist bemerkenswert, mit wie viel Hingabe und Zuwendung sich das Personal um die verlassenen Tiere kümmert- auch wenn diese übermütig oder wild sind. Für viele der Tiere war das Tierheim sicherlich eine glückliche Fügung.

Diese flauschig weiche Hundedame musste von ihrem Besitzer abgegeben werden, weil er obdachlos wurde.

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Die größeren, oftmals gefährlicheren Hunde haben einen eigenen geräumigen Käfig für sich. Oft sind es Herdenhunde, die dazu ausgebildet wurden, ihr Herrchen zu beschützen. Eine Hundetrainerin versucht diese Hunde zu erziehen, damit sie bedenkenlos an einen Städter weitergegeben werden können.

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Der nächste Raum ist erfüllt vom hohen Gequieke der vielen Meerschweinchen, die fröhlich zwischen den Kaninchen umher flitzen.

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Darüber zwitschern die vielen verschiedenen Vögel um die Wette.

Und Vögel gibt es in diesem Tierheim genug!
Viele Tierfreunde machen den Fehler, einen kleinen Vogel mit vermeindlich gebrochenem Flügelchen vom Boden auf zu heben. Damit reduziert er aber die Lebenserwartung des Vogels um gute 50 %. Seine gefiederten Eltern hätten das Jungtier auch am Boden weiterernährt, wenn der erste Flugversuch in die Hose gegangen wäre.

Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.

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Wer den kleinen Rackern kein zu Hause schenken kann, aber trotzdem unser Münchner Tierheim retten mag: Spenden sind dringend erwünscht!

Fotos: Carla Scholz

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