Kultur, Leben, Was machen wir heute?

Performance im Fluss: Das Isarsprudel-Festival 2015

Ella Tiemann

Kunstgeschichte-Studentin // Musikredakteurin bei M94.5 // Autorin bei MUCBOOK // Mein Herz schlägt für Bildende und Darstellende Künste, beat-lastige Musik, düstere Film Noir-Frauencharaktere, Konkrete Poesie, Pferdeseelen und das bayerische Voralpenland.
Ella Tiemann

Isarsprudel präsentiert in seiner 4. Ausgabe im August 2015 an verschiedenen Orten an der Isar zwischen Weideninsel und dem Deutschen Museum unterschiedliche situative Performance-Projekte aus Zürich, Berlin, Hamburg und München und will dadurch aktuelle Formen und Haltungen der Performance Art einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Streifen um die Reichenbachbrücke ist neben dem Flaucher einer der meist belebtesten Isarabschnitte der Stadt. Ein öffentlicher Raum – einer jahreszeitlichen Veränderung unterworfen, im immerwährenden Fluss. Das Team hinter Isarsprudel, möchte diesem Raum einen Perspektivenwechsel anbieten und veranstaltet dieses Jahr zum 4. mal ein Performance-Festival im Freien. An eben diesem Streifen zwischen Weideninsel und Deutschem Museum wird am 21. und 22. August ein künstlerischer Disukurs um die Stadt geführt – in unterschiedlichsten Darbietungen, Aufführungen und Aktionen. Eines haben alle diese Künstler gemeinsam: Ihre Performances stehen unter dem Motto: Kunst im Fluss.

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Programm

  • „Zmiz drin“ von Livia Krummenacher und Frederike Dengler, Zürich
  • „Supercargo River-tours“ von Luis von Schwadron, München
  • „TOYs“ von Paul Wiersbinski, Berlin
  • „INTERMEZZO.3CENTS“ der Brassband Štós, Slowakei
  • „Maschinenwesen“ von Foolpool, München
  • „Trafostation“ von Kulturkonsorten, München
  • „KBB kompakt“ von Schulz (ohne Harder), Hamburg

 

Das Künstlerinnen-Duo „Zmiz drin“ setzt alles auf Anfang bzw. in den Fluss: In einer Art Haube wird der Betrachter ins Flussbett geführt – an den Ursprung – und dort seinen Seh- und Höreindrücken ausgesetzt.

Foolpool veranstalten einen Almabtrieb der ganz besonderen Art. Eine Herde mechanischer Tiere, zusammengesetzt aus alten Fahrrad-Teilen rattert, brummt und krächzt. Die beiden Künstler haben eine eigene Sprache entwickelt um mit den Maschinenwesen zu kommunizieren und sie zu lenken.

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Die Kulturkonsorten greifen mit ihrer Trafostation das Thema Raum noch einmal auf. Die Isar ist öffentlicher Raum, natürlicher Lebensraum und Erholungsraum. Da ist der digitale Raum ebenfalls allgegenwärtig. Die Trafostation dient in diesem Zusammenhang als Schnittstelle: Alles was über soziale Netzwerke wie Twitter, Instagram oder Facebook in den digitalen Raum gelangt, wird von den Kulturkonsorten analogisiert – auf im Isarwasser geschöpften Papier. Und so gelangt auch die virtuelle Welt in analogen Teilen an die Isar.

 

Infos in Kürze:

Freitag 21. und Samstag 22. August: 15-21 Uhr

Sonntag 23. August: 13 Uhr Roundtable im i-camp, Entenbachstraße 37, München-Au.

Mehr Infos dazu auch hier.

So findet ihr das Gelände

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Photocredits

Titelbild: Künstlerische Interventionen eröffnen neue Betrachtungsweisen auf den städtischen Isarraum (hier: Ausgabe 2014), Copyright: Stewis Media

Künstlerische Interventionen eröffnen neue Betrachtungsweisen auf den städtischen Isarraum (hier: Ausgabe 2012), Copyright: Reinhardt Oefele

Die Herde der Maschinenwesen, eine Performance von foolpool (München), Copyright: Birgit Bode

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