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„Skulpturale Handlungen-Sculptural Narration“

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Still aus einer Performance von Nezaket Ekici, Schülerin von Marina Abramovic

Still aus einer Performance von Nezaket Ekici, Schülerin von Marina Abramovic

Das interkulturelle Ausstellungsprojekt „Skulpturale Handlungen – Sculptural Narration“, das von 2006 bis 2010 vier europäische Stationen durchlief (München 2006, Palanga/Klaipėda in Litauen 2007, Istanbul 2009, Athen 2010) findet nun in der whiteBOX in München seinen Abschluss.

Das Projekt führte 15 internationale Künstlerinnen und Künstler zusammen, die die Aktion des eigenen Körpers als Bestandteil des Kunstwerks begreifen. Die Ausstellungsreihe umfasste Ansätze von der skulpturalen Performance bis hin zur interaktiven Skulptur, die in Form von Fotografien, Videoarbeiten, Installationen, Objekten und Life-Aktionen präsentiert wurden. Ziel war es, den Entwicklungen performativer Strategien in der aktuellen Kunst nachzugehen und zu zeigen, wie sich in jungen künstlerischen Positionen der performative und experimentelle Charakter der traditionellen Aktionskunst mit zeitgemäßen Fragestellungen und skulpturalen Formulierungen verbindet, und diese in den Kontext des interkulturellen Austauschs zu stellen:

Zur Kerngruppe der in München und Berlin lebenden Künstlerinnen und Künstler wurden an jeder internationalen Station zwei Künstlerinnen und Künstler des Gastlandes eingeladen, die von einem Co-Kurator oder einer Co-Kuratorin ausgesucht wurden. Auf diese Weise entstand ein dialogischer Prozess zwischen den KünstlerInnen, der – auf der Basis einer Idee von performativer Skulptur – unterschiedliche künstlerische Ansätze sichtbar machte, Auseinandersetzungen einleitete und den interkulturellen Dialog förderte.

In der abschließenden Ausstellung in der whiteBOX werden alle Künstlerinnen und Künstler – sowohl die Kerngruppe als auch ein Teil der GastkünstlerInnen – mit einer Auswahl ihrer bisherigen sowie neuer Arbeiten, die im Kontext von „Skulpturale Handlungen“ stehen, zusammengeführt, um das Projekt in seiner Gesamtheit, seiner Entwicklung und seinen Ergebnissen und Erfahrungen zu präsentieren. Dabei werden auch Prozesse, die sich im Lauf der Projektzeit auf verschiedenen Ebenen vollzogen haben, sichtbar gemacht.

Das interkulturelle Ausstellungsprojekt wurde von Patricija Gilyte und Anne Wodtcke mit der Idee konzipiert, künstlerische Positionen in einem sich erweiternden und lokal verändernden Prozess zu zeigen. So präsentierten die Künstlerinnen und Künstler an jeder Ausstellungsstation neue bzw. abgewandelte Arbeiten, die auf die entsprechenden lokalen Gegebenheiten Bezug nahmen und/oder mit dem jeweiligen kulturellen und gesellschaftspolitischen Umfeld in Dialog traten. Viele der Arbeiten sind dabei erst vor Ort auf Basis der örtlichen Gegebenheiten neu oder in ihrer endgültigen Form entstanden oder vor Ort variiert worden. Etliche performative Projekte wurden für den öffentlichen Raum konzipiert und per Foto oder Video dokumentiert.
In der Realität am jeweiligen Ausstellungsort erwies sich jedoch nicht alles als umsetzbar: So stießen einzelne Projekte auf Widerstände bei der gastgebenden Institution, oftmals aufgrund der zu erwartenden restriktiven Maßnahmen seitens des politischen Systems. Fertig mitgebrachte Arbeiten erfuhren im veränderten kulturellen Kontext in der Rezeption gelegentlich eine überraschende Umcodierung und Neuauslegung. Einige Aktionen und Objekte, die bewusst und provokativ-ironisch nationale Klischees thematisierten, stießen auf starke Ressentiments bei den Besuchern. Umgekehrt erwiesen sich künstlerische Aktionen als problemlos, bei denen größerer Widerstand zu erwarten gewesen wäre.

Von Beginn an wurde das Ausstellungprojekt vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und jeweils von den kooperierenden ausländischen Institutionen unterstützt. Für Kulturreferent Dr. Georg Küppers „erfüllt es doch geradezu idealtypisch unsere Vorstellungen
von internationaler Kulturarbeit: Ein Projekt, das nicht statisch bleibt, sondern sich in einem längeren Prozess, gemeinsam mit internationalen Partnern, entwickelt und verändert, durchlässig bleibt für Einflüsse von außen, für Einflüsse anderer Kulturen und anderer Orte. Neben künstlerisch-ästhetischen Kriterien ist gerade auch die Qualität der Zusammenarbeit, der interkulturellen, künstlerischen Begegnung ein wichtiger Faktor für die Wirkung und die Nachhaltigkeit des Projektes.“

Zur abschließenden Ausstellung in der whiteBOX entsteht eine reich bebilderte Publikation, die das Projekt in seiner Gesamtheit mit allen Ausstellungsstationen in Text und Bild spiegelt. Sie wird zur Finissage vorliegen und präsentiert werden.

Beteiligte Künstler:
Heike Döscher (*1967), München; Nezaket Ekici (*1970 Türkei), Berlin; Christian Engelmann (*1970), München; Patricija Gilyte (*1972 Litauen), München; Isabel Haase (*1975 Österreich), München; Hacer Kiroglu (*1985 Türkei), Istanbul; Andrius Pulkauninkas (*1973 Litauen), Vilnius; Kostas Sahpazis (*1977 Griechenland), Athen; Benas Sarka (*1963 Litauen), Klaipeda; Vassiliea Stylianidou (*1967 Griechenland), Berlin; Stefan Wischnewski (*1974), München; Anne Wodtcke (*1954), München; Mohac Yücel (*1985 Türkei), Istanbul; Mary Zygouri (*1973 Griechenland), Athen

Initiatorinnen des Projekts: Patricija Gilyte, Anne Wodtcke
Kuratorin: Dr. Erika Wäcker-Babnik

SKULPTURALE HANDLUNGEN – SCULPTURAL NARRATION
Ein interkulturelles Ausstellungsprojekt 2006 – 2013

Das interkulturelle Ausstellungsprojekt „Skulpturale Handlungen – Sculptural Narration“, das von 2006 bis 2010 vier europäische Stationen durchlief (München 2006, Palanga/Klaipėda in Litauen 2007, Istanbul 2009, Athen 2010) findet nun in der whiteBOX in München seinen Abschluss.

Das Projekt führte 15 internationale Künstlerinnen und Künstler zusammen, die die Aktion des eigenen Körpers als Bestandteil des Kunstwerks begreifen. Die Ausstellungsreihe umfasste Ansätze von der skulpturalen Performance bis hin zur interaktiven Skulptur, die in Form von Fotografien, Videoarbeiten, Installationen, Objekten und Life-Aktionen präsentiert wurden. Ziel war es, den Entwicklungen performativer Strategien in der aktuellen Kunst nachzugehen und zu zeigen, wie sich in jungen künstlerischen Positionen der performative und experimentelle Charakter der traditionellen Aktionskunst mit zeitgemäßen Fragestellungen und skulpturalen Formulierungen verbindet, und diese in den Kontext des interkulturellen Austauschs zu stellen:

Zur Kerngruppe der in München und Berlin lebenden Künstlerinnen und Künstler wurden an jeder internationalen Station zwei Künstlerinnen und Künstler des Gastlandes eingeladen, die von einem Co-Kurator oder einer Co-Kuratorin ausgesucht wurden. Auf diese Weise entstand ein dialogischer Prozess zwischen den KünstlerInnen, der – auf der Basis einer Idee von performativer Skulptur – unterschiedliche künstlerische Ansätze sichtbar machte, Auseinandersetzungen einleitete und den interkulturellen Dialog förderte.

In der abschließenden Ausstellung in der whiteBOX werden alle Künstlerinnen und Künstler – sowohl die Kerngruppe als auch ein Teil der GastkünstlerInnen – mit einer Auswahl ihrer bisherigen sowie neuer Arbeiten, die im Kontext von „Skulpturale Handlungen“ stehen, zusammengeführt, um das Projekt in seiner Gesamtheit, seiner Entwicklung und seinen Ergebnissen und Erfahrungen zu präsentieren. Dabei werden auch Prozesse, die sich im Lauf der Projektzeit auf verschiedenen Ebenen vollzogen haben, sichtbar gemacht.

Das interkulturelle Ausstellungsprojekt wurde von Patricija Gilyte und Anne Wodtcke mit der Idee konzipiert, künstlerische Positionen in einem sich erweiternden und lokal verändernden Prozess zu zeigen. So präsentierten die Künstlerinnen und Künstler an jeder Ausstellungsstation neue bzw. abgewandelte Arbeiten, die auf die entsprechenden lokalen Gegebenheiten Bezug nahmen und/oder mit dem jeweiligen kulturellen und gesellschaftspolitischen Umfeld in Dialog traten. Viele der Arbeiten sind dabei erst vor Ort auf Basis der örtlichen Gegebenheiten neu oder in ihrer endgültigen Form entstanden oder vor Ort variiert worden. Etliche performative Projekte wurden für den öffentlichen Raum konzipiert und per Foto oder Video dokumentiert.
In der Realität am jeweiligen Ausstellungsort erwies sich jedoch nicht alles als umsetzbar: So stießen einzelne Projekte auf Widerstände bei der gastgebenden Institution, oftmals aufgrund der zu erwartenden restriktiven Maßnahmen seitens des politischen Systems. Fertig mitgebrachte Arbeiten erfuhren im veränderten kulturellen Kontext in der Rezeption gelegentlich eine überraschende Umcodierung und Neuauslegung. Einige Aktionen und Objekte, die bewusst und provokativ-ironisch nationale Klischees thematisierten, stießen auf starke Ressentiments bei den Besuchern. Umgekehrt erwiesen sich künstlerische Aktionen als problemlos, bei denen größerer Widerstand zu erwarten gewesen wäre.

Von Beginn an wurde das Ausstellungprojekt vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und jeweils von den kooperierenden ausländischen Institutionen unterstützt. Für Kulturreferent Dr. Georg Küppers „erfüllt es doch geradezu idealtypisch unsere Vorstellungen
von internationaler Kulturarbeit: Ein Projekt, das nicht statisch bleibt, sondern sich in einem längeren Prozess, gemeinsam mit internationalen Partnern, entwickelt und verändert, durchlässig bleibt für Einflüsse von außen, für Einflüsse anderer Kulturen und anderer Orte. Neben künstlerisch-ästhetischen Kriterien ist gerade auch die Qualität der Zusammenarbeit, der interkulturellen, künstlerischen Begegnung ein wichtiger Faktor für die Wirkung und die Nachhaltigkeit des Projektes.“

Zur abschließenden Ausstellung in der whiteBOX entsteht eine reich bebilderte Publikation, die das Projekt in seiner Gesamtheit mit allen Ausstellungsstationen in Text und Bild spiegelt. Sie wird zur Finissage vorliegen und präsentiert werden.

Beteiligte Künstler:
Heike Döscher (*1967), München; Nezaket Ekici (*1970 Türkei), Berlin; Christian Engelmann (*1970), München; Patricija Gilyte (*1972 Litauen), München; Isabel Haase (*1975 Österreich), München; Hacer Kiroglu (*1985 Türkei), Istanbul; Andrius Pulkauninkas (*1973 Litauen), Vilnius; Kostas Sahpazis (*1977 Griechenland), Athen; Benas Sarka (*1963 Litauen), Klaipeda; Vassiliea Stylianidou (*1967 Griechenland), Berlin; Stefan Wischnewski (*1974), München; Anne Wodtcke (*1954), München; Mohac Yücel (*1985 Türkei), Istanbul; Mary Zygouri (*1973 Griechenland), Athen

Initiatorinnen des Projekts: Patricija Gilyte, Anne Wodtcke
Kuratorin: Dr. Erika Wäcker-Babnik

SKULPTURALE HANDLUNGEN – SCULPTURAL NARRATION
Ein interkulturelles Ausstellungsprojekt 2006 – 2013

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