Kultur, Live

„Standing is better“ – Jamie Cullum als Tollwood-Abschluss

Gestern begeisterte der kleine Engländer mit dem riesigen musikalischen Talent das Publikum in der ausverkauften Musikarena des Tollwood-Festivals.

Bereits beim Aussteigen aus dem 99er Sonderlinien-Bus waren die ersten Schilder mit „Ich-suche-Karten-für-Jamie“ Hilferufen unübersehbar.
Das größte Musik-Zelt des Tollwoods war von vorne bis hinten bestuhlt – an sich komisch für so einen, oft popig-fetzigen, Jazz. Wie soll da nur mitgetanzt werden? Simples Mitwippen mit Fuß und Kopf war also angesagt.
JamieCullumByBerndWackerbauer
Jamie, der absolut sympathisch wirkende Kerl mit dem wirren Haar, ist mit seinen fast 35 Jahren ein musikalisches Universalgenie. Den schwarzen Flügel brachte er, ob mit den Fingern auf den Tasten, der Hand im Kasten, den Füßen auf dem Deckel, egal wie, mitreißend zum Klingen.
Das Münchner Publikum traute sich jedoch nicht aufzustehen, so verführerisch es auch war, den rythmischen Klängen tanzend zu folgen…
Bei einer leisen Stelle, zischte sogar ein empörtes „Tschhh!“, als sich zwei Freundinnen lachend unterhielten.
Endlich verstand Jamie nach einer halben Stunde: München braucht eine Aufforderung, um sich von den starren Stühlen in die Aufrechte zu bewegen. Seinem „Please stand up!“-Aufruf folgte man schnell und glücklich – tanzend ist die Musik einfach noch schöner!
Und siehe da, die Bitte-Ruhe-Gesellschaft von vorhin war verschwunden.
Am Ende wurde der strahlende Jamie Cullum mit lautem „Ououuouu“ klangvoll verabschiedet und das Publikum konnte sich noch einen letzten Schoko-Döner gönnen, bevor das Sommertollwood seine Türen bis zum Winter schließt.
JamieCullumByBerndWackerbauer

1Comment
  • Renate von Bemberg
    Posted at 21:17h, 30 Juli

    Interessanter Artikel , diesen Künstler sollte man sich merken

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