tagebook von Grün&Gloria

Sum Sum: Süße Post aus der Nachbarschaft

Gruen und Gloria

Das Münchner Social Startup nearBees bietet eine neue Onlineplattform, die Hobby-Imker aus München und an Nachhaltigkeit und Regionalität orientierte Kunden zusammen bringt. Bestellt auf einer richtig schön und übersichtlich gestalteten Website landet der Honig dann frisch aus dem Bienenstock im Briefkasten des Kunden.

Bienen sind sprichwörtlich bekannt für ihren Fleiß und fleißig war auch das Team von nearBees bei der Realisierung der Idee den Honig von nebenan den Münchnern auf den Tisch zu bringen – ohne lange Transportwege. Aus dem Wunsch die vielen Hobby-Imker zu unterstützen, die mit ihrer Arbeit im Großraum München das Überleben der Bienen sichern und nebenbei die Bestäubung von Obstbäumen und anderen Pflanzen überhaupt erst möglich machen, ist 2014 das Social Startup nearBees entstanden.

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Die Onlineplattform ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie mit innovativen Ideen der Handel von regionalen Lebensmitteln nachhaltig und kundenfreundlich funktionieren kann. Denn im Supermarkt steht importierter Honig aus vielen Ländern der Welt, doch frischer Honig vom Stadtimker um die Ecke fehlt: Hobby-Imker haben kaum Möglichkeiten der Vermarktung, noch verfügen sie über handelsübliche Großmengen. Wer als Münchner Kunde auf www.nearbees.de seine Postleitzahl eingibt, findet ohne Umstände den Imker in seiner unmittelbaren Nachbarschaft und erfährt zusätzlich interessante Details über das jeweilige Bienenvolk wie Rasse und Sammelort, der durchaus auch der eigene Balkon oder Garten sein kann.

Diese Idee soll jetzt Schule machen: Dazu sammelt das nearBees-Team derzeit über die Crowdfunding-Plattform startnext.com Startkapital für einen deutschlandweiten Launch. Aktuell (Stand: 22. Juni) ist man nur noch wenige Euros vom Mindestziel „Fundingschwelle“ bei 20.000 EUR entfernt. Das gesamte Fundingziel ist mit 40.000 EUR hoch angesetzt, und es bleibt abzuwarten, wie viel Dynamik die Kampgane in den letzten vier Tagen noch aufnimmt. Im Gespräch mit Grün&Gloria haben wir das Gründerteam vor einiger Zeit schonmal zum Projekt befragt. Aus aktuellem Anlass gibt es das Gespräch hier nochmal zum nachlesen:

 

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Christian, wie kann ich den Honig von nebenan bei euch bestellen?

 Wie du an leckeren Honig aus deiner direkten Nachbarschaft kommst, ist ganz einfach. Gib deine Postleitzahl auf unserer Onlineplattform ein und wähle deinen Lieblingshonig von Bienen aus deiner direkten Umgebung. Dort findest du auch Bilder und genaue Informationen über den jeweiligen Bienenstandort oder kannst auf der Karte weitere Gebiete erkunden.

Weil wirklich jeder Honig einen individuellen Geschmack bietet, verzichten wir dabei auf eine Mindestbestellmenge oder Lieferkosten. So kannst du die geschmackliche Vielfalt deiner Nachbarschaft probieren.

Wer liefert den Honig und wie wird er verpackt?

Dein Honig wird direkt vom Imker geliefert. Entweder per klimaneutralen Briefversand oder persönlich durch den Imker. Den Honig deiner Lieblingsbienen findest du dann bequem in deinem Briefkasten, auch wenn du nicht persönlich Zuhause sein solltest.

Der Honig wird von unseren Imkern ähnlich wie ein herkömmliches Honigglas selbst befüllt, versiegelt und etikettiert. Die Verpackung schützt den Honig dabei optimal vor äußeren Umwelteinflüssen, wodurch die Frische bis zum Genuss erhalten bleibt.

Und wie ist das mit der Ökobilanz eurer Tütenverpackung im Vergleich zum herkömmlichen Glas?

 Mit unserem Honigbeutel wollen wir nicht die klassische Glasverpackung unterwandern. Das Honigglas ist für den häuslichen Gebrauch immer noch wichtig, aber für den Onlinehandel nicht wirklich geeignet. Hier ein kleiner Vergleich: Unser aktueller Honigbeutel enthält ca. 5g Kunststoff und 50g Karton und das inklusive dem kompletten Versandmaterial Ein konventionelles Honigglas aus dem Supermarkt schlägt hier mit ca. 15g Kunststoff und ca. 250g Glasanteil zu Buche – ohne die benötigte Versandmaterialien. Im Vergleich lassen sich fast 90 Prozent Abfall einsparen. Und da unser Honig nicht aus weit entfernten Ländern importiert werden muss, spart man dank kurzer Transportwege und geringem Gewicht auch sehr viel CO2 ein. Wir arbeiten daran, den genauen ökologischen Fußabdruck unserer neuen Honigverpackung zu bestimmen.

Wie funktioniert die Bezahlung?

Die Bezahlung ist einfach und bequem direkt auf unserer Plattform möglich. Neben der Zahlung mittels Paypal und Sofortüberweisung werden wir auch bald Vorkasse und weitere Möglichkeiten anbieten können. Sobald der Kunde die Bestellung abgeschlossen hat, leiten wir diese an unsere Imker weiter und stellen so sicher, dass der Honig von Nebenan schnellstmöglich in deinem Briefkasten landet und unsere Imker auch ihr Geld erhalten.

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Bienen sind ja viel unterwegs. Woher wisst ihr so genau, dass der Honig wirklich aus München ist?

Jedes Bienenvolk ist aus Sicherheitsgründen leicht verfälscht mit seinem Standort eingetragen. Bienen sammeln ihren Nektar in einem ca. 3km großen Umkreis. So können wir relativ genau bestimmen, in welchen Stadtgebieten unsere Honigbienen den Nektar für ihren Honig sammeln. Mit allen unseren teilnehmenden Imkern haben wir uns dabei persönlich getroffen.

Honig aus der Großstadt – da denkt der ein oder andere auch an Schadstoffe…..

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Honig aus der Stadt bedenkenlos genießbar ist. Bienen sammeln ihren Nektar immer aus frisch aufgeblühten Blüten, sodass dieser kaum Zeit hatte, Schadstoffe aufzunehmen. Falls doch Schadstoffe im Nektar vorhanden sein sollten, werden sie von den Bienen herausgefiltert. Dadurch schützen die Bienen ihre Brut vor möglicher Schadstoffbelastung und stellen sicher, dass ihre Nachkommen nur einwandfreien Honig als Nahrung bekommen. Ein weiterer Punkt ist die geringe Pestizidbelastung in urbanen Gebieten. Während in ländlichen Gegenden großflächig Insektizide zum Einsatz kommen, ist das in der Stadtregion kaum der Fall. Allgemein kann man sagen, dass Bienen auch unter schwierigen Umweltbedingungen sauberen Honig herstellen. Ein weiteres Argument für Stadthonig ist die hohe Qualität, die durch die Vielfalt von unterschiedlichen Nektarquellen entsteht. Das ist für uns genauso gut, wie für die Bienen, da diese einen abwechslungsreicheren Speiseplan vorfinden, als das in ländlichen Anbauflächen mit vielen Monokulturen der Fall wäre.

Wie viele Stadtimker sind bei euch angemeldet? Können Imker noch bei euch mitmachen?

Den Online-Honigverkauf für München konnten wir mit fünfzehn teilnehmenden Imkern starten. Selbst wenn unser Angebot momentan noch auf den Großraum München beschränkt ist, kann sich bereits jeder Imker aus Deutschland in unserer Onlinedatenbank einfach und unkompliziert eintragen. Wir haben bereits Anfragen von Imkern aus ganz Deutschland erhalten und werden unser Angebot ab Ende des Jahres auf weitere Regionen in Deutschland erweitern.

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Wie seid ihr im Internet zu finden?

 Ihr findet uns unter www.nearbees.de. Dort könnt ihr entweder direkt eure Bienen und ihren Honig aus dem Großraum München entdecken, oder erfahrt über unseren Newsletter, wenn wir in weiteren Regionen aktiv sind und bleibt über tolle Angebote und Aktionen auf dem Laufenden. Auf facebook, twitter und Co. gibt es regelmäßig interessante Infos zum Thema Bienen und Honig von uns.

 

Ihr liebt offenbar Bienen und ihren Honig. Seid ihr selbst Imker?

Ich persönlich habe meine Liebe zu den Bienen mit unserem Projekt entdeckt und habe mich zu einem regelrechten „Honigschleckermaul“ entwickelt. Unsere Gründerin Viktoria Schmidt hält bereits seit einigen Jahren Bienen und ist auch Ansprechpartnerin für unsere Imker. Um jeden unserer Mitarbeiter einen direkten Bezug zur Honigbiene zu ermöglichen, starten wir im nächsten Bienenjahr einen Imkerkurs für alle unsere Teammitglieder.

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