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The Making Of Americans – Gertrude Steins epochaler Roman als Theaterinszenierung

Juliane Becker

9 Jahre Entstehungszeit für 1000 Seiten – „The Making Of Americans“ ist Gertrude Steins literarisches Meisterwerk, gilt als „unlesbar“ und uninszenierbar sowieso. Eineinhalb Jahre hat es deshalb gedauert, bis Regisseur Marcel Schwald und sein Team einen Weg gefunden haben, den epochalen Roman zu adaptieren. Das Ergebnis ist vom 16.-19. März im Pathos München zu sehen.

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Stein nennt ihren Roman im Untertitel „a history of a family’s progress“. Er folgt über drei Generationen zwei fiktiven, europäischen Familien, die Mitte des 19. Jahrhunderts in die USA auswandern. Beide Migrationsgeschichten werden als Erfolg erzählt, als Fortschritt. Im Lauf des Textes tritt die Familiensaga aber zunehmend in den Hintergrund zugunsten von Steins Interesse an menschlicher Psychologie. Die Autorin will spürbar machen, wie unbegrenzt und individuell die Empfindungen jedes Menschen beschaffen sind und benötigt für dieses Projekt eine neue Sprache. Eine Sprache, die sich – erzählerisch, analytisch, poetisch – mal am Handlungsroman des 19. Jahrhunderts orientiert, mal größenwahnsinnig im Experiment versteigt und dabei auch mal an sich selbst verzweifelt.

Der Schweizer Theaterkünstler Marcel Schwald hat im letzten Jahr mit den Münchner Kammerspielen und Studierenden der LMU den Host Club organisiert und kehrt nun für The Making Of Americans nach München zurück. Wem Gertrude Stein nur aus Midnight in Paris ein Begriff ist oder wer von ihr nur „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“ kennt, sollte am 16., 18. oder 19. März das PATHOS besuchen.


In aller Kürze:
The Making Of The Americans von Gertrude Stein
16., 18., 19. März 2017
PATHOS München
Karten zu 17 bzw. 10 Euro hier

 


Bildquellen: (c) Kai Wido Meyer’

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