Kultur

Liebe, Luft und Tequila

Charlotte Frey
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Die Band This Is The Arrival stellt im 59:1 am Montag, den 18. Oktober ihr Debütalbum vor. Wir haben die Münchner vorher mal getroffen, um über Träume, Musik und Mexico zu reden.

Gibt es die Liebe auf den ersten Ton? Anscheinend schon. Bei der Band This Is The Arrival und dem Produzenten Ron Flieger sprang der Funke über, als die Münchener Band auf dem Sommer Tollwood-Festival spielte. Seitdem tüftelten die vier Jungs, eineinhalb Jahre lang, mit ihrem Produzenten an dem ersten Album. In dieser Zeit vernachlässigten sie aber auch ihre Fans nicht, spielten viel live, ob in kleineren Clubs in Wien oder Hamburg oder vor 6.000 Besuchern im Münchener Zenith und fühlten sich dabei pudelwohl.

Diesen Sommer bringt This Is The Arrival also erstmals auf Albumlänge zehn Songs heraus. Ich habe mich mit dem Sänger Mario und seinem Bandkollegen Hot getroffen, um über ihr Debüt, ihre Zukunft und ihre Musikliebe zu reden.

Wie habt Ihr euch denn eigentlich kennengelernt?

Mario: Wir kennen uns teilweise schon sehr lange. Timo und ich, also der Gitarrist und ich, kennen uns schon seit Jahren. Man macht halt über die Jahre Musik und so. Dann kamen der Pete und der Hot dazu. In der Konstellation, wie die Band jetzt zusammen ist, gibt es uns seit einem Jahr.

Wie kamt Ihr auf euren Bandnamen?

Mario: Da geht es um das Arrival am Flughafen, also um die Ankunftshalle. Die Idee dahinter ist, dass das ein Ort ist, der so voll mit ganz echten Emotionen ist. Wo Leute abgeholt werden, Freunde, Bekannte, wo Liebespaare sich treffen, vielleicht ist auch etwas Trauriges passiert und man kommt wieder Heim. Das ist für uns eine spannende Situation. Man ist da an einem total austauschbaren Ort. Er ist fremd und total kühl. Gleichzeitig ist er voll von echten Emotionen. Ich glaube, das fanden wir ganz interessant und das findet man in unseren Texten auch wieder. Wir beschäftigen uns mit Zwischenmenschlichem.

Eure Musikrichtung in vier Wörtern?

Pop, Indie, Lebensfreude. Und Melancholie.

Wie seht Ihr eure Zukunft? Was ist Euch wichtig?

Das ist schwer zu sagen. Leben im hier und jetzt. Wir wissen, dass das Musikbuisness sehr hart ist, aber wir arbeiten viel und stecken all unsere Energie in die Musik und ins Touren. Und wir hoffen, dass es die nächsten Jahre so weitergeht, dass es immer mehr wird, so wie es in letzter Zeit war. Vielleicht kann man irgendwann ganz von der Musik leben.

Seid ihr bereit, wenn über Nacht der große Erfolg kommt? Seid ihr vorbereitet?

Mario: Wir sind schon vorbereitet, glaube ich. Aber das Ding ist, dass es selten so passiert. Es wird halt immer mehr. Stetig. Wenn das passiert, sind wir alle Feuer und Flamme und voll dabei, wir arbeiten ja auch darauf hin. Man braucht das überhaupt nicht machen wenn man keine Träume hat. Wir haben den Traum, dass es klappt im großen Stil. Wie gesagt: Sonst braucht man das gar nicht machen, glaub ich.

Was wollt ihr nie?

Damit enden, in Möbelhäusern zu spielen oder auf Firmenfeiern. Und das vielleicht auch noch als Klimax unserer Karriere zu sehen.

Inwieweit wärt ihr den bereit, euch verändern zu lassen, sagen wir durch Plattenkonzerne, wenn sie euch dann den Erfolg versprechen, den ihr wollt?

Hot: Ich glaube, dass eine Band wie wir nur funktionniert, wenn sie authentisch ist. Wenn die Leute dir das abnehmen, wie du dich gibst. Und das ist, finde ich, auch das Problem bei so Popstars, die dann, wie im letzten Jahr, alle ausschauen wie Lady Gaga. Das nehmen einem die Hörer auf Dauer nicht ab.

Mario: Ich glaube nicht, dass wir uns verbiegen lassen würden. Ich glaube, dass würde bei uns auch nicht so funktionieren. Das sagt wahrscheinlich jeder, „wir würden uns nicht verbiegen lassen“. Aber Tatsache ist: bei uns kommt das nicht in Frage.

Die Platte heißt Mexiko. Warum gerade Mexiko? Warum nicht Peru oder Brasilien?

Mario: Brasilien heisst sie wohl nicht, weil ich halber Brasilianer bin. Es geht da eher um ein unbekanntes Ziel. Es war in letzter Zeit so oft so, dass ich den Satz gehört habe „ich möchte nur noch weg. Weg vom Studium, weg vom Job.“ Und da ist Mexiko eben ein Gedanke. Man flüchtet ein paar Sekunden und Mexiko ist für mich dafür ein Bild. In Amerika sagen sie oft in den Filmen „lass uns nach Mexiko abhauen“. Ich war selber noch nie da. Man stellt sich aber vor, da haut man ab und lebt von Liebe, Luft und Tequila. Aber an sich geht es in unserem gleichnamigen Lied auch darum, dass man genau das oft gar nicht braucht.

Auf eurer Myspace-Seite wird sehr viel über Wanderlust und von der Sehnsucht nach der Ferne geschrieben. Es geht also nicht wirklich um den Begriff Ferne, im Sinne von wir wandern aus, wir wollen weg, sondern es geht um den Gedanken?

Mario: Ja, es ist diese Rastlosigkeit, die wir in uns haben. Ferne heisst nicht unbedingt abhauen, sondern Neues erleben.

Beschreibt  Euch doch einmal als Band, in drei Worten:

Familie, Tourleben, Bestezeitinmeinemleben, in einem Wort.

Was macht euch glücklicher: Musikschreiben oder live spielen?

Mario: Beides hängt ja irgendwie zusammen. Das Schreiben macht Spass, aber man ist natürlich dabei irgendwie in seinem eigenen Cosmos. Und dann kommt man auf die Bühne und das ist es einfach so geil, dass man direkt das Feedback kriegt. Wenn du einen guten Song geschrieben hast und der kommt an, dann spürst du es in diesem Live-Moment voll. Da macht sich die Arbeit dann auch bezahlt, die du im Proberaum verbracht hast oder im Studio.

Hot: Ich sehe das auch als einen Prozess an. Ich bemerke bei mir selber, wenn wir einen Song schreiben, dann freu ich mich immer schon während wir ihn schreiben darauf, ihn live zu spielen.

Wie stellt ihr euch das Konzert am Montag vor?

Hot: Wir hoffen natürlich, dass viele Leute kommen und dass es ein cooler Abend für alle Beteiligten wird. Wir freuen uns wahnsinnig und werden auch alles geben. Wir hoffen natürlich, dass die Crowd dabei ist. Wenn ich nicht ich wäre, würde ich kommen.

Mario: Wir geben 180 Prozent. Ich erwarte mir einfach eine gute Zeit mit den Leuten, die da sind. Wir spielen den einen oder anderen Song auch zum ersten Mal wirklich live. Ich glaube es wird geil.

Eure Tournee fängt in München an, oder?

Hot: Die Tournee besteht aus mehreren einzelnen Terminen, wir sind also nicht drei Wochen am Stück unterwegs.  Es sind zweier und dreier Blöcke, in Deutschland und in Österreich. Wir erhoffen uns natürlich, dass wir ein paar neue Fans gewinnen können.

Mario: Es ist die erste Tour, seitdem unser Album raus ist. Das wird sicher auch cool wenn Leute in der ersten Reihe stehen und die Lieder mitsingen können.

Was ist das Wichtigste, was ihr in Eurem Leben erreichen wollt?

Hot: Persönlich hätte ich schon gerne, dass die Leute sich an mich erinnern für etwas Besonderes, etwas, das ich geleistet habe. Es wäre natürlich cool, wenn das mit der Musik so klappt. Dass man so ein bißchen weiterlebt nach dem Ableben.

Mario: Mein Lebensziel wäre  Erfüllung zu finden in der Sache, die ich selber mache. Egal ob es Design oder Musik ist.

Das Konzert zum Album findet am 18. Oktober im 59:1 statt, als Vorband mit dabei sind Deckchair Orange (Vienna).

Wer am Montag keine Zeit hat die Jungs zu sehen, hat die Gelegenheit während der Tour:

16.10.2010 – MOTOR CLUB @ MAGNET, BERLIN
18.10.2010 – 59:1, MÃœNCHEN
25.10.2010 – STUDENTS NIGHT @ WEEKENDER, INNSBRUCK
03.11.2010 – MUSIKZENTRALE, NÃœRNBERG
12.11.2010 – MOLOTOW, HAMBURG
15.11.2010 – HEIMAT, REGENSBURG
26.11.2010 – CANTONA LIVECLUB, SCHROBENHAUSEN

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