Kultur, Leben

Über alle Maßen

Salvan Joachim
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Armin Nassehi über den Literaturhausabend mit Thilo Sarrazin. Christian Stückl über seine Angst vor Schauspielern. Josef Hader über sein Leben als „bunter Hund“. Am 26. Januar erscheint die elfte Ausgabe von philtrat – das Münchner Studentenmagazin. Erstmals in Vollfarbe und nur solange der Vorrat reicht.

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Das Ende des Semesters naht. Wer nicht schon am Morgen in der Bibliothek sitzt, findet nachmittags keinen freien Tisch mehr. Die Prüfungen stehen kurz bevor und viele wünschen sich Zeit für Müßiggang und ein wenig Ablenkung vom täglichen Lerntrott.

Da kommt die neue Ausgabe von philtrat genau rechtzeitig. Vor elf Semestern gründeten Studenten das nicht-kommerzielle und nicht an eine Universität gebundene Magazin. Hochschüler verschiedenster Fachrichtungen schreiben ehrenamtlich Artikel und kümmern sich um Gestaltung sowie Layout. Die aktuelle Ausgabe erscheint erstmals in Vollfarbe und widmet sich wieder spannenden Themen rund um Unileben, Kultur, Politik, das Münchner Stadtgeschehen und einen Schwerpunkt.

Letzterer befasst sich dieses Semester mit dem Phänomen „Masse“, denn im Herbst wird es eng für die Studenten: Das liegt am Ansturm des doppelten Abiturientenjahrgangs, aber ebenso an der zunehmenden Fettleibigkeit der Europäer. Masse – so kann man aber auch heißen: Im Interview spricht der Designer Bob Masse über seine Konzertplakate im Jugendstil und die Ehre für Fleetwood Mac, Bob Dylan, Pink Floyd und The Doors zu arbeiten.

2010 ist vorbei – manche Ereignisse schreien jedoch nach einem Nachwort: Soziologieprofessor Armin Nassehi gesteht, dass er den Abend mit Thilo Sarrazin im Münchner Literaturhaus noch nicht ganz verdaut hat. Chefredakteurin Ana Maria Michel beschäftigt sich mit dem „Fall Hegemann“: Ist es die Aufgabe der Kulturkritik, eine Nachwuchsautorin so durch das Feuilleton zu peitschen, wie letztes Jahr geschehen?

Außerdem im Interview: Kabarettist Josef Hader und der Intendant des Münchner Volkstheaters Christian Stückl. Weitere Themen sind das Phänomen Nerds und die Nerd Nite in München, der Wandel der Musikmedien, deutsche Parallelgesellschaften im Ausland, ein Geocaching-Trip durch München und vieles mehr. Das komplette Inhaltsverzeichnis lässt sich hier herunterladen.

philtrat ist zeitlos: keine Tagespolitik, keine Konzertkritik. Alle disziplinierten Lerner können ihre Lesefreude in die Semesterferien verschieben. Zu kaufen gibt es das Heft jedoch nur von 26. Januar bis 2. Februar. Jeden Wochentag von 10 bis 17 Uhr vor dem Hauptgebäude der LMU und im Eingangsbereich der Schellingstraße 3. Das Magazin wird nicht online erscheinen. Besonders belastet wird das studentische Budget aber nicht: philtrat kostet einen Euro.

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