Kultur

Graffitikunst neben Stickersammlung

Jana Edelmann

Jana lebt, schreibt und studiert in München.
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Urban Art versteht sich nicht als neue Kunstrichtung, ist nicht zu verwechseln mit Street Art und will nicht in der Subkultur-Nische bleiben. Das jedenfalls ist klar nach drei Tagen Urban Art Messe und einem Blick auf alle 27 Aussteller.

Ein Sammelsurium unterschiedlicher Techniken und Stilformen war zu sehen auf der Stroke: Skateboards mit Graffititags, bemalte Aludosen, künstlerisch designte Sticker und Computer-Illustrationen spiegelten den urbanen Entstehungskontext und die subkulturellen Wurzeln der Urban Art wider. Aber auch Leinwände mit Acrylmalereien oder Fotografien hingen in dem alten Autohaus an den Wänden.

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Einheitlichkeit oder gar ein Widererkennungswert ist aber ohnehin nicht erwünscht. „Das Label Urban-Art dient vor allem zur Abgrenzung von der etablierten Kunst, es ist ein Sammelbegriff und soll nicht als neue Kunstrichtung gedeutet werden“, betonte Stroke-Gründer Marco Schwalbe. Kuratiert war die Stroke übrigens nicht, es gab also keine wertende Vorauswahl der ausgestellten Kunst. Das kann man gut oder schlecht finden, es hat bestimmt zum bunten Gesamteindruck beigetragen.
Teuer war die Urban Art Messe (noch) nicht – Einstiegspreise um 50 Euro für Merchandise-Produkte sollten auch weniger kaufkräftige Kunstinteressierte locken, das teuerste Kunstwerk war für 9000 Euro zu haben. Den meisten der Galerien und Künstlergruppen war das Netzwerken und der Austausch mit anderen Künstlern ohnehin genauso wichtig wie der Verkauf, zeigte sich bei näherer Nachfrage. Obwohl die gute Kaufkraft der Münchner ein Grund war, die Messe nach Bayern zu holen. Und: Subkultur ist hier noch rares und gefragtes Gut: „In Berlin wäre die Konkurrenz einfach viel zu groß gewesen, das wäre total untergegangen. Aber in München sind die Leute noch nicht so übersättigt von junger Kunst“ , erklärte Schwalbe. Das Interesse war in der Tat groß: bei der Vernissage hieß es jedenfalls: draußen anstehen und drinnen drängeln.

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