Bene Studio peipei
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Warum tust du das? Mit Benedikt Peirotén (Studio peipei) oder ein Daniel Düsentrieb, der auch nur mit Wasser kocht

Läuft man im SUGAR CLUB – dem MUCBOOK CLUBHAUS in Sendling neben dem Sugar Mountain – durch den Flur kann es sehr gut sein, dass man auf Benedikt Peirotén trifft. Der erfahrene Industriedesigner gründete 2021 Studio peipei. In seiner Arbeit will Bene einen Produktionskreislauf ohne Verschwendung, ohne Müll schaffen. Darum fängt er genau dort an, denn wenn die Welt eins zu bieten hat, dann verschwenderische Wertschöpfungsketten. Aus anfallenden Abfällen anderer Produktionen designed er recycelbare Produkte, die zudem möglichst lange halten sollen. Aktuell arbeitet Studio peipei mit einem Zero Waste Restaurant zusammen am Projekt from the ashes. Ziel ist es, das Restaurant mit 100% natürlichen und nachhaltigen Wassergläsern auszustatten. Dafür upcycelt Bene sogar die Holzasche aus dem Pizzaofen des Restaurants und die übriggebliebenen Muschelschalen. Auf seiner Website beschreibt Bene die Mission von Studio peipei so:

“We are born into a world built on consumption and waste. We do not accept that every action leaves a trace and that this has consequences for the entire world. We still ignore the fact that personal well-being can no longer be separated from global well-being. Climate change will force us to further develop our traditions and greenwashing won’t help. This is not a finger pointing, this is a handshake.”

Studio peipei, warum tust du das?

Was ist Studio peipei?

Studio peipei ist die kreative Antwort auf Verschwendung. Dabei zeige ich nicht mit dem Finger auf jemanden, ich reiche die Hand. In vielen Industrien fallen Nebenproduktionen an, die keinen Wert besitzen. Unternehmen arbeiten in der Regel linear: Sie kaufen ein, setzen um, werfen weg. Doch die Abfälle könnten der Einkauf eines anderen Unternehmens sein, lineare Produktionen könnten zu Kreisläufen werden. Um wirklich etwas zu verändern, müssen eben alle zusammenarbeiten. Studio peipei entwickelt deshalb Materialien und Produkte, die diesen Abfällen eine neue Anwendung geben. Gleichzeitig gebe ich auch Workshops und halte Vorträge, stelle auf Messen aus und bediene Ausstellungen.

Wie ist Studio peipei entstanden?

Entstanden ist das Studio als das Ergebnis einer langen und vielseitigen Ausbildung, die auf jede beantwortete Frage zwei neue ergeben hat. Der Name hat zunächst eine kritische Bedeutung, die ich nur mündlich kommuniziere. Wer geschickt recherchiert, kann die Lösung aber auch so finden. (Ein Aufruf, den Dingen auf den Grund zu gehen.) Gleichzeitig gilt allgemein die Regel, geschäftliche Bezeichnungen nur mit positiven Hintergründen zu belegen. (Eine Auflehnung gegen Bewährtes.) Letztendlich passt der Name aber auch einfach zu meinem Nachnamen Peirotén. (Eine Homage)

“Es geht um Verantwortung und Spaß, das ist ganz wichtig.”

Was ist neu, anders und einzigartig an deinem Projekt?

Neu ist hoffentlich alles was ich mache, schließlich erfinde ich Materialien. Übergeordnet geht es aber um Verantwortung. Und Spaß, ganz wichtig. Ein erstes fertiges Material ist beispielsweise ein Glas, das mit Holzasche von Pizzabäcker*innen und Muschelschalen aus Restaurants zwei bedenkliche Zutaten im Glas ersetzt. Damit besteht es auch zu zwei Dritteln aus Abfall, was extrem viel Energie einspart. Daneben produziere ich gerade einen lederartigen Pilz, entwickle diverse Keramiken und habe einen Zement erarbeitet, der zu 100% aus industriellem Abfall besteht.

Wie viel Zeit investierst du in Studio peipei?

Wahrscheinlich zu wenig. Die Welt retten ist der Plan, ein paar Jahrzehnte werden aber nicht reichen.

Wer unterstützt dich?

Ich starte erstmal alleine. Aber eigentlich besteht fast jedes Projekt in Kooperation. Also bin ich doch immer in Gesellschaft. Finanzielle Unterstützung gibts gerade noch durch ein Stipendium, alles weitere erarbeite ich mir selbst.

Was machst du, wenn du nicht an deinem Projekt arbeitest?

Schlagzeug in einer krachigen Band spielen, kuriosen Müll sammeln und Asche von Münchner Pizzerias abholen.

Was liebst du an München?

Das bisschen Rest an Subkultur und wenn’s Frühling wird. Und die Schanigärten.

Und was muss sich verändern?

Weniger Autos und mehr Platz für schönere Dinge, von denen alle was haben.

Ein Daniel Düsentrieb ohne Auto.

Was planst du für die Zukunft?

Sicher keinen Autokauf.

Wenn dein Projekt eine Person wäre, wie wäre diese Person?

Ein Daniel Düsentrieb der auch nur mit Wasser kocht.

Wo findet man dich und dein Projekt?

Auf meiner Page studiopeipei.com gibts detaillierte Beschreibungen. Auf INSTAGRAM gibts Einblicke in tägliche Experimente und Fortschritte. Relevante News wie Awards, Publikationen und ähnliches eigentlich auf beiden. Physisch bin ich im SUGAR CLUB anzutreffen.


Beitragsbild: ©Studio peipei

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